Volleyball-Glossar
Regelbegriffe, Fehler, Sanktionen und Kampfgericht, jeweils mit Regelnummer
Das Glossar erklärt 49 Begriffe aus dem Hallenvolleyball und nennt zu jedem die Regel in den Offiziellen Volleyball-Spielregeln 2025-2028 der FIVB, die der DVV seit der Saison 2025/26 anwendet. Begriffe, die in der Kleinen Regelkunde 2025 des SBVV (auf Grundlage der DVV-Ausgabe) stehen, übernehmen wir wörtlich. Am häufigsten verwechseln junge Schiedsrichter und Schreiber zwei Paare: Aufstellungsfehler und Rotationsfehler sowie Auswechslung und Libero-Wechsel. Ein Spiel zählst du auf der Volleyball-Anzeigetafel mit, ein Turnier oder eine Liga legst du hier an.
1
- 1. Schiedsrichter
Leitet das Spiel von einem Schiedsrichterstuhl an einem Ende des Netzes, gegenüber dem Schreiber, mit den Augen etwa 50 cm über der Netzkante (Regel 23.1). Er pfeift jeden Aufschlag frei, seine Entscheidungen während des Spiels sind endgültig, und er darf Entscheidungen der übrigen Schiedsrichter aufheben (Regel 23.2.1). Nach dem Spiel prüft und unterschreibt er den Spielberichtsbogen.
2
- 2. Schiedsrichter
Steht außerhalb des Spielfelds am Pfosten, gegenüber dem 1. Schiedsrichter (Regel 24.1). Er gibt Auszeiten und Auswechslungen frei und zählt sie, prüft die Aufstellungen, pfeift das Eindringen in den gegnerischen Raum unter dem Netz, Aufstellungsfehler der annehmenden Mannschaft und Netzberührungen vor allem auf der Seite der Blockspieler (Regeln 24.2 und 24.3). Fällt der 1. Schiedsrichter aus, übernimmt er.
A
- Anfangsaufstellung
Die sechs Spieler, die einen Satz beginnen, in ihrer Rotationsreihenfolge (Regel 7.3.1). Vor jedem Satz gibt der Trainer den Aufstellungszettel beim 2. Schiedsrichter oder beim Schreiber ab oder übermittelt ihn elektronisch (Regel 7.3.2). Danach ist jede Änderung nur noch per regulärer Auswechslung möglich. Eine Abweichung, die vor Satzbeginn auffällt, wird ohne Sanktion korrigiert (Regel 7.3.5.1).
- Angriffslinie
Die Linie, deren hintere Kante 3 m von der Achse der Mittellinie entfernt ist. Sie begrenzt die Vorderzone (Regeln 1.3.4 und 1.4.1). Ein Hinterspieler, der einen Ball vollständig oberhalb der Netzoberkante angreift, muss hinter ihr abspringen. Bei FIVB-, Welt- und offiziellen Wettbewerben wird sie außerhalb der Seitenlinien mit fünf 15 cm langen Strichen auf 1,75 m verlängert.
- Angriffsschlag
Jede Aktion, die den Ball zum Gegner lenkt, außer Aufschlag und Block (Regel 13.1.1). Der Angriffsschlag ist ausgeführt, wenn der Ball die senkrechte Netzebene vollständig überquert oder ein Gegner ihn berührt. Ein nur angetippter Ball ist erlaubt, wenn er sauber gespielt und nicht gehalten oder geworfen wird (Regel 13.1.2).
- Antenne
Ein biegsamer Stab aus Glasfaser, 1,80 m lang und 10 mm dick, befestigt an der Außenkante jedes Seitenbands (Regel 2.4). Die oberen 80 cm ragen über das Netz und sind in 10-cm-Streifen markiert, meist rot-weiß. Antennen gehören zum Netz und begrenzen den Überquerungssektor seitlich. Ein Ball, der eine Antenne berührt, ist „aus“ (Regel 8.4.3).
- Assistent-Schreiber
Sitzt neben dem Schreiber am Schreibertisch (Regel 28). Er trägt die Libero-Wechsel in den Libero-Kontrollbogen ein, bedient die manuelle Anzeigetafel am Tisch, führt den Reserve-Spielbericht und übernimmt, wenn der Schreiber ausfällt. Bei FIVB-, Welt- und offiziellen Wettbewerben ist er Pflicht.
- Aufschlag
Das Ins-Spiel-Bringen des Balls durch den hinteren rechten Spieler aus der 9 m breiten Aufschlagzone hinter der Grundlinie (Regeln 1.4.2 und 12). Er schlägt den Ball mit einer Hand oder dem Arm nach einmaligem Hochwerfen oder Loslassen, und zwar innerhalb von 8 Sekunden nach dem Pfiff des 1. Schiedsrichters (Regeln 12.4.1 und 12.4.4). Beim Schlag oder Absprung darf er weder das Spielfeld noch den Boden außerhalb der Aufschlagzone berühren.
- Aufstellungsfehler
Im Moment des Aufschlagschlags steht ein Spieler der annehmenden Mannschaft nicht in der Rotationsreihenfolge, bezogen auf die Mitspieler neben, vor oder hinter ihm (Regeln 7.4 und 7.5.1). Der Gegner erhält Punkt und Aufschlag, die Positionen werden korrigiert (Regel 7.5.4). Frühere Punkte bleiben bestehen. Das unterscheidet ihn vom Rotationsfehler.
- Ausnahmewechsel
Eine Auswechslung über die normalen Grenzen hinaus, erlaubt, wenn ein verletzter, kranker, hinausgestellter oder disqualifizierter Spieler nicht regulär ersetzt werden kann (Regel 15.7). Hereinkommen darf jeder Spieler, der in diesem Moment nicht auf dem Feld steht, außer den Liberos und ihrem regulären Wechselspieler. Der ersetzte Spieler darf im Spiel nicht mehr zurück, und der Schreiber zählt den Wechsel zur Gesamtzahl der Wechsel im Satz.
- Auswechslung
Ein Spieler, der nicht Libero ist, verlässt das Feld, und ein anderer übernimmt seine Position, nachdem der Schreiber den Wechsel eingetragen hat (Regel 15.5.1). Jede Mannschaft hat sechs pro Satz (Regel 15.1). Ein Spieler der Anfangsaufstellung darf einmal pro Satz hinaus und wieder hinein, nur auf seine Position, ein Auswechselspieler darf einmal pro Satz hinein und nur von demselben Startspieler ersetzt werden (Regel 15.6). Den Ablauf beschreibt der Leitfaden zu den Wechselregeln.
- Auszeit
Eine Unterbrechung von 30 Sekunden, beantragt per Handzeichen, solange der Ball aus dem Spiel ist und vor dem Pfiff zum Aufschlag (Regel 15.4.1). Jede Mannschaft hat zwei pro Satz (Regel 15.1); beantragen darf sie der Trainer, in seiner Abwesenheit der Co-Trainer oder der Spielkapitän (Regel 15.3.1). Bei FIVB-, Welt- und offiziellen Wettbewerben kann die FIVB auf Antrag des Veranstalters eine andere Dauer genehmigen.
B
- Ball
Kugelförmig, mit einer Hülle aus Leder oder Kunstleder, 65–67 cm Umfang, 260–280 g schwer, Innendruck 0,30–0,325 kg/cm² (Regel 3.1). Alle Bälle eines Spiels müssen dieselben Eigenschaften haben (Regel 3.2). Bei FIVB-, Welt- und offiziellen Wettbewerben wird mit fünf Bällen gespielt, sechs Ballholer stehen um das Feld (Regel 3.3).
- Bestrafung
Die erste Stufe der Sanktionsskala für Fehlverhalten: Punkt und Aufschlag für den Gegner, angezeigt mit der Roten Karte (Regeln 21.3.1 und 21.6). Sie folgt auf das erste unhöfliche Verhalten eines Mannschaftsmitglieds im Spiel. Auf der Volleyball-Anzeigetafel von JudgeMate schreibt eine Rote Karte dem Gegner den Punkt automatisch gut.
- Bestrafung wegen Spielverzögerung
Die Sanktion für die zweite und jede weitere Verzögerung einer Mannschaft im selben Spiel: Punkt und Aufschlag für den Gegner (Regel 16.2.3). Als Verzögerung gelten unter anderem das Ausdehnen einer Unterbrechung nach der Aufforderung zum Weiterspielen, der Antrag auf eine regelwidrige Auswechslung und ein wiederholter unzulässiger Antrag (Regel 16.1). Verzögerungssanktionen gelten für die ganze Mannschaft und das ganze Spiel und kommen in den Spielberichtsbogen.
- Block
Aktion von Spielern nahe dem Netz, die über die Netzoberkante greifen, um den Ball des Gegners abzufangen (Regel 14.1.1). Vollenden dürfen ihn nur Vorderspieler. Eine Blockberührung zählt nicht als eine der drei Ballberührungen, die Mannschaft hat danach also noch drei, und der Blockspieler darf den ersten Ball spielen (Regel 14.4). Den Aufschlag zu blocken ist ein Fehler (Regel 14.5).
D
- Disqualifikation
Die schwerste Sanktion für Fehlverhalten (Regel 21.3.3). Steht das Mannschaftsmitglied auf dem Feld, wird es regulär oder per Ausnahmewechsel ersetzt und muss für den Rest des Spiels in die Umkleide. Es reicht ein erster tätlicher Angriff oder eine angedrohte Aggression, ebenso das zweite beleidigende oder das dritte unhöfliche Verhalten derselben Person. Der Schiedsrichter zeigt Rot und Gelb getrennt (Regel 21.6).
- Doppelberührung
Ein Fehler: Ein Spieler spielt den Ball zweimal nacheinander, oder der Ball berührt nacheinander verschiedene Körperteile (Regel 9.3.4). Zwei Ausnahmen erlauben aufeinanderfolgende Berührungen in einer Aktion, beim Block und bei der ersten Ballberührung der Mannschaft (Regel 9.2.3). Eine Annahme, die Unterarm und Schulter streift, bleibt deshalb regelgerecht, beim Zuspiel wäre derselbe Kontakt ein Fehler.
E
- Entscheidungssatz
Der fünfte Satz, gespielt beim Satzstand von 2:2 (Regel 6.3.2). Er geht bis 15 statt 25 Punkte, weiterhin mit zwei Punkten Vorsprung. Vor ihm wird neu ausgelost, wer aufschlägt (Regel 7.1), und bei 8 Punkten wechseln die Mannschaften die Seiten (Regel 18.2.2).
F
- Freizone
Der Bereich um das Spielfeld, auf jeder Seite mindestens 3 m breit, mit mindestens 7 m hindernisfreiem Raum nach oben (Regel 1.1). Bei FIVB-, Welt- und offiziellen Wettbewerben misst sie 5 m hinter den Seitenlinien und 6,5 m hinter den Grundlinien, der freie Spielraum mindestens 12,5 m. In einer Auszeit gehen die Spieler auf dem Feld in die Freizone vor ihrer Bank (Regel 15.4.2).
G
- Gehaltener Ball
Ein Fehler: Der Ball wird gefangen und/oder geworfen und prallt nicht vom Körper ab (Regeln 9.2.2 und 9.3.3). Der Ball darf jeden Körperteil berühren. Gepfiffen wird, wenn er nicht sauber abprallt, gleich mit welchem Körperteil gespielt wird.
- Gelbe Karte
Eine förmliche Verwarnung bei geringfügigem Fehlverhalten, die zweite Stufe nach der mündlichen Verwarnung über den Spielkapitän (Regel 21.1). Sie ist keine Sanktion und kostet keinen Punkt, wird aber im Spielberichtsbogen vermerkt und zeigt, dass das Mannschaftsmitglied die Sanktionsschwelle für dieses Spiel erreicht hat. Die Volleyball-Anzeigetafel von JudgeMate erfasst eine Gelbe Karte als Verwarnung ohne Punkt.
H
- Hinausstellung
Eine Sanktion, die ein Mannschaftsmitglied für den Rest des Satzes aus dem Spiel nimmt (Regel 21.3.2). Ein Spieler auf dem Feld wird sofort ersetzt und wartet bis zum Satzende in der Umkleide, ohne weitere Folgen. Hinausgestellt wird nach dem ersten beleidigenden oder dem zweiten unhöflichen Verhalten derselben Person. Der Schiedsrichter zeigt Rot und Gelb gemeinsam (Regel 21.6).
- Hinterspieler
Einer der drei Spieler auf den Positionen 5, 6 und 1 (Regel 7.4.1.2). Hinter der Vorderzone darf er aus jeder Höhe angreifen, innerhalb der Vorderzone nur, wenn ein Teil des Balls beim Schlag unterhalb der Netzoberkante ist (Regeln 13.2.2 und 13.2.3). An einem vollendeten Block darf er sich nicht beteiligen (Regel 14.6.2).
K
- Kapitän
Der im Spielberichtsbogen als Mannschaftskapitän eingetragene Spieler, erkennbar am Streifen von 8 × 2 cm unter der Brustnummer (Regeln 4.1.2 und 4.3.4). Er nimmt an der Auslosung teil und unterschreibt vor dem Spiel den Spielberichtsbogen. Auf dem Feld ist er Spielkapitän und darf als Einziger mit den Schiedsrichtern sprechen, solange der Ball aus dem Spiel ist (Regel 5.1.2). Geht er auf die Bank, bestimmt der Trainer oder der Kapitän einen anderen Spielkapitän.
L
- Libero
Ein spezialisierter Abwehrspieler im Trikot einer anderen Grundfarbe als die übrige Mannschaft (Regeln 19.1 und 19.2). Eine Mannschaft darf bis zu zwei im Spielberichtsbogen eintragen; bei FIVB-Seniorenwettbewerben sind zwei Pflicht, wenn mehr als 12 Spieler gemeldet sind. Auf dem Feld steht immer nur einer. Der Libero ersetzt Hinterspieler und darf weder aufschlagen noch blocken oder es versuchen, noch einen Ball angreifen, der vollständig oberhalb der Netzoberkante ist (Regel 19.3.1).
- Libero-Wechsel
So kommt der Libero aufs Feld und wieder herunter, getrennt von der Auswechslung (Regel 19.3.2). Libero-Wechsel sind unbegrenzt und zählen nicht zu den sechs Auswechslungen pro Satz, zwischen zwei Libero-Wechseln muss aber ein abgeschlossener Spielzug liegen. Sie laufen über die Libero-Wechselzone auf der Bankseite zwischen verlängerter Angriffslinie und Grundlinie, solange der Ball aus dem Spiel ist und vor dem Pfiff zum Aufschlag.
- Linienrichter
Vier oder zwei Offizielle mit Fahnen von 40 × 40 cm. Sie zeigen Ball „in“ und „aus“, Berührungen durch die annehmende Mannschaft, Bälle an der Antenne und Fußfehler beim Aufschlag an (Regel 29). Zwei Linienrichter stehen an den Ecken, die der rechten Hand der beiden Schiedsrichter am nächsten sind; bei FIVB-, Welt- und offiziellen Wettbewerben stehen vier jeweils 1 bis 3 m von den Ecken entfernt auf der Verlängerung ihrer Linie.
N
- Netz
Hängt senkrecht über der Mittellinie, die Netzoberkante liegt bei 2,43 m für Männer und 2,24 m für Frauen, gemessen in der Spielfeldmitte (Regeln 2.1.1 und 2.1.2). Über beiden Seitenlinien muss die Höhe gleich sein und darf die offizielle um höchstens 2 cm überschreiten. Das Netz ist 1 m breit, 9,50 bis 10 m lang und hat schwarze Maschen von 10 cm (Regel 2.2). Niedrigere Netzhöhen für die Jugend legen die nationalen Verbände fest.
- Netzfehler
Eine Berührung des Netzes zwischen den Antennen während der Aktion des Ballspielens (Regel 11.3.1). Die Aktion reicht vom Absprung über den Schlag oder Schlagversuch bis zur sicheren Landung. Eine Netzberührung außerhalb der Antennen ist kein Fehler, solange sie das Spiel nicht stört (Regel 11.3.2). Zur selben Gruppe gehört das Übertreten der Mittellinie mit dem ganzen Fuß (Regel 11.4.3).
- Nichtantreten
Eine Mannschaft, die nach Aufforderung nicht spielt oder ohne triftigen Grund nicht rechtzeitig auf dem Feld erscheint, verliert das Spiel mit 0:3 Sätzen und jeden Satz mit 0:25 (Regeln 6.4.1 und 6.4.2). Die unvollständige Mannschaft ist ein anderer Fall: Sie verliert den Satz oder das Spiel, behält aber ihre bereits erzielten Punkte und Sätze (Regel 6.4.3).
P
- Positionen
Die sechs nummerierten Plätze auf dem Feld: 4, 3 und 2 am Netz von links nach rechts, 5, 6 und 1 hinten (Regel 7.4.1). Beim Aufschlag muss die annehmende Mannschaft ihre Rotationsreihenfolge einhalten, beurteilt nach den Füßen am Boden: jeder Hinterspieler weiter vom Netz entfernt als sein Vorderspieler, jeder Außenspieler näher an seiner Seitenlinie als der mittlere (Regeln 7.4.2 und 7.4.3). Nach den Regeln 2025-2028 dürfen die Spieler der aufschlagenden Mannschaft beliebig in ihrer Feldhälfte stehen, nach dem Aufschlagschlag dürfen sich alle frei bewegen. Die Spielfunktionen wie Zuspieler, Diagonalspieler oder Mittelblocker erklärt der Leitfaden zu den Positionen.
R
- Rotation
Gewinnt eine Mannschaft den Aufschlag zurück, rücken ihre Spieler eine Position im Uhrzeigersinn weiter: Der Spieler auf Position 2 geht auf 1 und schlägt auf, der Spieler auf 1 geht auf 6 und so weiter (Regel 7.6.2). Die Reihenfolge ergibt sich aus der Anfangsaufstellung und gilt für den ganzen Satz. Die Volleyball-Anzeigetafel von JudgeMate zeigt die Rotationsnummer der aufschlagenden Mannschaft von 1 bis 6, gezählt aus den Aufschlagwechseln im Satz; welcher Spieler wo steht, weiß sie nicht. Alle sechs Aufstellungen zeigt der Leitfaden zur Rotation.
- Rotationsfehler
Der Aufschlag wird nicht in der Rotationsreihenfolge ausgeführt (Regel 7.7.1). Der Schreiber unterbricht mit der Hupe, der Gegner erhält Punkt und Aufschlag, die Reihenfolge wird korrigiert. Dann ermittelt der Schreiber den genauen Zeitpunkt des Fehlers: Alle Punkte, die die fehlerhafte Mannschaft ab dort erzielt hat, werden gestrichen, die Punkte des Gegners bleiben (Regel 7.7.2). Lässt sich der Zeitpunkt nicht feststellen, bleibt es bei Punkt und Aufschlag.
S
- Satz
Gewinnt die Mannschaft, die zuerst 25 Punkte mit zwei Punkten Vorsprung erreicht; ab 24:24 wird gespielt, bis eine Mannschaft zwei Punkte vorn liegt, ohne Obergrenze (Regel 6.2). Der Entscheidungssatz geht bis 15. Einen ganzen Satz Schritt für Schritt zeigt der Leitfaden zur Zählweise.
- Satzpause
Die Pause zwischen zwei Sätzen, drei Minuten lang (Regel 18.1). In dieser Zeit wechseln die Mannschaften die Seiten, und der Schreiber trägt die Aufstellungen für den nächsten Satz ein. Auf Antrag des Veranstalters kann die zuständige Stelle die Pause zwischen dem zweiten und dritten Satz auf bis zu 10 Minuten verlängern.
- Schreiber
Führt den Spielberichtsbogen am Schreibertisch, gegenüber dem 1. Schiedsrichter (Regel 27). Er trägt die Punkte ein, überwacht die Aufschlagreihenfolge und meldet einen Fehler gleich nach dem Aufschlagschlag, zeigt Wechselanträge mit der Hupe an und meldet den Schiedsrichtern das Satzende und den 8. Punkt im Entscheidungssatz.
- Seitenwechsel
Nach jedem Satz wechseln die Mannschaften die Seiten, außer vor dem Entscheidungssatz, vor dem neu ausgelost wird (Regeln 7.1 und 18.2.1). Im Entscheidungssatz wird gewechselt, sobald die führende Mannschaft 8 Punkte erreicht; die Aufstellung bleibt gleich (Regel 18.2.2). Wird der Wechsel vergessen, holt man ihn nach, sobald es auffällt, und der Spielstand bleibt.
- Sichtblock
Die aufschlagende Mannschaft darf dem Gegner weder einzeln noch als Gruppe die Sicht auf den Aufschlag und die Flugbahn des Balls nehmen (Regeln 12.5.1 und 12.5.2). Ist eines von beiden für die annehmende Mannschaft sichtbar, liegt kein Sichtblock vor. Die Regeln 2025-2028 ergänzen ein eindeutiges Kriterium: Kein Spieler der aufschlagenden Mannschaft darf während des Aufschlags die Hände über den Kopf heben, bis der Ball das Netz überquert hat (Regel 12.5.3). Ein Aufschlag, der über einen Sichtblock fliegt, ist ein Fehler (Regel 12.6.2.3).
- Spiel
Gewonnen hat die Mannschaft, die zuerst drei Sätze gewinnt (Regel 6.3.1). Bei 2:2 folgt der Entscheidungssatz bis 15. Die Spielregeln beschreiben nur das Spiel über drei Gewinnsätze.
- Spielberichtsbogen
Das offizielle Protokoll des Spiels. Er nennt Spieler, Mannschaftsoffizielle, Kapitän und Liberos, und spielen darf nur, wer eingetragen ist (Regel 4.1.3). Die Grundregel erlaubt bis zu 12 Spieler, bei FIVB-Seniorenwettbewerben dürfen bis zu 14 im Spielberichtsbogen stehen (Regel 4.1.1). Der Schreiber trägt Punkte, Auswechslungen, Auszeiten, Sanktionen und Proteste ein. Sobald Trainer und Kapitän die Mannschaftsliste unterschrieben haben, lässt sie sich nicht mehr ändern.
- Spielfeld
Ein Rechteck von 18 × 9 m, umgeben von der Freizone (Regel 1.1). Die Mittellinie teilt es in zwei Hälften von 9 × 9 m. Alle Linien sind 5 cm breit und gehören zum Spielfeld, ein Ball auf der Linie ist also „in“ (Regeln 1.3 und 8.3). Den vollständigen Plan mit Maßen zeigt der Leitfaden zu den Spielfeldmaßen.
- Spielzug
Die Folge von Spielhandlungen vom Aufschlagschlag bis der Ball aus dem Spiel ist (Regel 6.1.3). Jeder abgeschlossene Spielzug bringt dem Gewinner einen Punkt. Gewinnt ihn die annehmende Mannschaft, bekommt sie außerdem den Aufschlag und rotiert (Regeln 6.1.3.2 und 7.6.2).
T
- Tabellenpunkte
Die Spielregeln vergeben keine Tabellenpunkte, das regeln die Wettkampfordnungen. Verbreitet ist die Skala 3 Punkte für ein 3:0 oder 3:1, 2 für ein 3:2, 1 für ein 2:3 und 0 für ein 0:3 oder 1:3 (Wettkampfordnung des polnischen Verbands PZPS, §51; Rangsystem der FIVB-Klub-WM 2022). Bei Gleichstand wird unterschiedlich entschieden: Die FIVB wertete dort zuerst die Zahl der Siege, der PZPS zuerst die Punkte. Eine Volleyball-Liga in JudgeMate rechnet standardmäßig mit der Skala 3/2/1/0.
- Trainer
Führt die Mannschaft von außerhalb des Spielfelds: Er bestimmt die Anfangsaufstellung und die Auswechslungen und nimmt Auszeiten. Ansprechpartner ist dabei der 2. Schiedsrichter (Regel 5.2.1). Vor jedem Satz gibt er den Aufstellungszettel ab (Regel 5.2.3.1). Während des Spiels darf er in der Freizone vor der Bank stehen oder gehen, von der verlängerten Angriffslinie bis zum Aufwärmbereich (Regel 5.2.3.4).
U
- Unzulässiger Antrag
Ein Antrag auf Auszeit oder Auswechslung zur falschen Zeit oder von der falschen Person: während eines Spielzugs oder nach dem Pfiff zum Aufschlag, von einem nicht berechtigten Mannschaftsmitglied, als zweite Auswechslung in derselben Unterbrechung oder nachdem Auszeiten oder Wechsel aufgebraucht sind (Regel 15.11.1). Der erste im Spiel wird abgelehnt und ohne weitere Folgen im Spielberichtsbogen vermerkt. Jeder weitere gilt als Spielverzögerung (Regel 15.11.3).
V
- Verwarnung wegen Spielverzögerung
Die Sanktion für die erste Verzögerung einer Mannschaft im Spiel (Regel 16.2.2). Sie kostet keinen Punkt, gilt aber bis zum Spielende. Die nächste Verzögerung gleich welcher Art durch irgendein Mannschaftsmitglied führt deshalb zur Bestrafung wegen Spielverzögerung. Eine Sanktion vor oder zwischen den Sätzen gilt im folgenden Satz (Regel 16.2.4).
- Video Challenge
Das System, mit dem eine Mannschaft eine Schiedsrichterentscheidung per Video überprüfen lassen kann, geregelt in den FIVB Video Challenge System Regulations. Wo es bei FIVB-, Welt- und offiziellen Wettbewerben eingesetzt wird, ist ein Challenge-Schiedsrichter Pflicht (Regeln 22.1 und 25). Er arbeitet in einer eigenen Kabine, überwacht das Verfahren und teilt dem 1. Schiedsrichter mit, welcher Fehler vorliegt.
- Vier Ballberührungen
Ein Fehler: Die Mannschaft spielt den Ball viermal, bevor sie ihn zurückspielt (Regeln 9.1 und 9.3.1). Erlaubt sind drei Ballberührungen, die Blockberührung zählt nicht mit (Regel 14.4.1). Berühren zwei Mitspieler den Ball gleichzeitig, sind das zwei Ballberührungen (Regel 9.1.2.1).