Leistungsüberprüfung im Verein werten
Alle turnen, eine Kampfrichterin wertet, die Ergebnisse bleiben intern
Eine vereinsinterne Leistungsüberprüfung ist kein Wettkampf. Alle Athletinnen der Gruppe turnen, niemand scheidet aus, und die Wertung sagt dem Training, woran als Nächstes gearbeitet wird. JudgeMate rechnet den Tag mit derselben Struktur wie einen Wettkampf: D + A + E minus Strafen, eine einzige Kampfrichterin für alle drei Gremien, der Übungswert steht Sekunden nach der letzten Eingabe. Ein privater Wettkampf hat keine öffentliche Seite. JudgeMate wertet und veröffentlicht Ergebnisse, stellt aber keine Verbandsurkunden aus und verwaltet kein Abzeichensystem.
Was eine Leistungsüberprüfung vom Wettkampf unterscheidet
Drei Dinge trennen den Überprüfungstag vom Wettkampf, und jedes davon ändert die Einrichtung.
Alle turnen. Es gibt keine Qualifikationsgruppen und keinen Schnitt. Jede Athletin der Stufe bekommt dieselbe Rotation in derselben Reihenfolge, und der Tag endet mit der letzten Übung. Kein Turnierbaum nötig.
Kein Ausscheiden. Eine schwache Übung kostet Punkte, nicht den Nachmittag. Deshalb ist der Status DNF hier nützlich statt hart: Eine abgebrochene Übung zählt mit dem, was bereits eingetragen war, und die Athletin behält die Schwierigkeit und die Artistik, die sie vor dem verlorenen Band gezeigt hat.
Wertung lehrt. Im Wettkampf entscheidet die Summe über den Platz. An einem Überprüfungstag sagt die Aufteilung mehr als die Summe: 3,2 Schwierigkeit bei 8,9 Ausführung ergibt einen ganz anderen Bericht als 6,1 bei 7,1, und die beiden Athletinnen bekommen gegenteilige Hausaufgaben.
Die Rechnung bleibt in beiden Fällen gleich. Jede Übung ergibt D + A + E minus Strafen, fällt nie unter null und wird mit zwei Nachkommastellen angezeigt; der Mehrkampf summiert die Übungswerte innerhalb einer Kategorie. JudgeMate rechnet zusätzlich eine Rangliste je Gerät, und die ist an einem Überprüfungstag meist aufschlussreicher als der Mehrkampf: Sie zeigt, welches Gerät eine Athletin trägt und welches sie bremst.
Vereinsstufen, Schwierigkeitsgrenze und Gerätesatz
Der Tag funktioniert, wenn die Stufe in der Halle zur Stufe in der Software passt. Zwei Einstellungen erledigen das: die Geräterotation und die Obergrenze für den D-Wert.
Die Rotation ist eine beliebige Auswahl aus ohne Gerät, Seil, Reifen, Ball, Keulen und Band; gespeichert wird sie immer in der FIG-Reihenfolge, egal in welcher Reihenfolge du klickst. Drei Vorlagen decken die meisten Tage ab: Anfängerinnen (nur ohne Gerät), FIG-Einzelprogramm (Reifen, Ball, Keulen, Band) und alle Geräte.
Die Obergrenze steht auf der Kategorie. Im Code of Points ist die Schwierigkeit nach oben offen, deshalb hält erst diese Grenze den Vereinsmaßstab: Ein D-Wert darüber wird auf die Grenze gekürzt. Voreingestellt sind 20, die harte Decke liegt bei 40 und damit weit über allem, was eine Athletin der zweiten Stufe anmeldet.
| Vereinsstufe | Geräte in der Rotation | D-Obergrenze | Worum es an dem Tag wirklich geht |
|---|---|---|---|
| Stufe 1, erstes Jahr | ohne Gerät | 2,0 | Körperformen, eine gehaltene Balance, Ende auf die Musik |
| Stufe 2 | ohne Gerät + Ball | 3,0 | ein erstes Gerät, das eine ganze Übung übersteht |
| Stufe 3 | Reifen + Ball | 5,0 | Sprünge mit Höhe, kontrollierte Fänge |
| Stufe 4 | Reifen, Ball, Keulen | 8,0 | drei Übungen an einem Vormittag, ohne Einbruch in der dritten |
| Weg zu den Juniorinnen | Reifen, Ball, Keulen, Band | 12,0 | das Juniorinnenprogramm in voller Länge, 1:15 bis 1:30 je Übung |
Diese Grenzen sind Vereinskonvention, keine FIG-Vorgabe. Der Code of Points deckelt die Schwierigkeit gar nicht; er regelt, wie viel davon gezählt wird: Eine Juniorinnenübung zählt die sechs höchstbewerteten Körperschwierigkeiten und höchstens 12 Gerätschwierigkeiten, eine Seniorinnenübung acht und höchstens 15. Das Juniorinnenprogramm besteht in diesem Zyklus aus Reifen, Ball, Keulen und Band; das Seil bleibt für nationale und lokale internationale Wettkämpfe verfügbar. Daher die letzte Zeile oben.
Lege jede Stufe als eigene Kategorie an. Der Mehrkampf zählt innerhalb einer Kategorie, also stehen Stufe 2 und Stufe 3 in getrennten Tabellen und niemand wird quer verglichen.
Ein ganzer Tag mit nur einer Kampfrichterin
Eine Kampfrichterin reicht, und das liegt an der Mittelung. Der Wert eines Gremiums ist der Durchschnitt der dort eingetragenen Noten; die Streichung von Höchst- und Tiefstnote greift erst ab vier Noten im selben Gremium und ist ein Schalter je Kategorie, ab Werk aktiv. Trägt eine Person Schwierigkeit, Artistik und Ausführung ein, ist jedes Gremium schlicht ihre Note.
Ein Ablauf, den eine Person allein schafft:
- Eine Kategorie je Stufe, Rotation auf ohne Gerät plus ein Gerät. Zwei Übungen pro Athletin halten eine Gruppe von 30 in einem Vormittag.
- Startliste vorher. Teilnehmerinnen lassen sich aus einer Tabelle importieren, statt sie einzeln zu tippen.
- Ohne Zettel. Die Kampfrichterin wertet auf ihrem eigenen Handy oder Tablet. Die Schwierigkeit läuft in Schritten von 0,1, Artistik und Ausführung in 0,05, fein genug für jeden Abzug von 0,10 / 0,30 / 0,50, den sie ohnehin im Kopf rechnet.
- Die Organisation. Sie trägt die Strafen ein, ein Feld je Übung von 0 bis 10, und dort landet der Abzug für Länge oder Linie. DNS, DSQ und DNF setzt ebenfalls die Organisation.
- Serverseitig. Die Neuberechnung läuft in Sekunden nach der letzten Note, sodass die nächste Athletin startet, während die vorherige Summe schon auf der Tafel steht.
Ist eine zweite Trainerin frei, trage sie als bestätigte Organisatorin ein; dann trägt auch sie Gremiennoten ein. Zwei Personen an zwei Geräten halbieren den Tag, ohne am Wertungsmodell etwas zu ändern.
Aus der E-Wertung eine Rückmeldung für Eltern machen
Eltern fragen nach der Ausführung, und genau diese Zahl lässt sich sauber übersetzen. E beginnt bei 10,00, und die Kampfrichterin zieht ab, was sie gesehen hat: 0,10 für eine kleine Abweichung, 0,30 für eine deutliche, 0,50 oder mehr für eine grobe. Gerätefehler wiegen schwerer. Ein am Platz aufgenommenes Gerät kostet mindestens 0,50, nach ein bis zwei Schritten 0,70, nach drei oder mehr Schritten oder außerhalb der Fläche 1,00.
Damit liest sich die Wertung rückwärts. Ein E von 8,40 sind 1,60 Abzug, und 1,60 lässt sich nur auf wenige Arten zusammensetzen: Ein Band, das fällt und zwei Schritte entfernt aufgenommen wird, kostet davon 0,70, die restlichen 0,90 sind drei deutliche Körperfehler zu je 0,30. Wer als Elternteil hört „1,60 verloren, davon 0,70 allein für das Band“, weiß, wofür der nächste Trainingsblock da ist.
Gespeichert wird je Übung die Aufschlüsselung: Schwierigkeit, Artistik, Ausführung und Strafe, getrennt nach Gerät, dazu der Übungswert und der Mehrkampf. Diese Tabelle ist das Protokoll des Tages.
Nicht gespeichert wird der Satz dazu. An der Übung hängt kein Kommentarfeld, es gibt keinen Abzugsbogen Element für Element und keine Elementdatenbank aus dem Code of Points hinter dem D-Feld. Die Kampfrichterin trägt Werte ein, die sie selbst berechnet hat; die Worte für die Eltern schreibt der Verein dort, wo er sie schon immer schreibt. JudgeMate wertet den Tag und veröffentlicht das Ergebnis. Urkunde, Abzeichen und bestandene Stufe bleiben außen vor.
Ergebnisse intern behalten oder veröffentlichen
Bis du etwas anderes entscheidest, bleiben die Ergebnisse Vereinssache, und der Schalter dafür ist die Sichtbarkeit des Wettkampfs.
Ein privater Wettkampf hat keine öffentliche Seite: Die öffentliche Ergebnisadresse öffnet sich für niemanden außerhalb eurer Übersicht. Ein öffentlicher Wettkampf bekommt eine Live-Seite, die Eltern ohne App und ohne Konto am Handy öffnen, und dieselben Daten laufen über die Jumbotron-Ansicht auf die Hallenleinwand. Öffentlich heißt allerdings nicht auffindbar. Für Suchmaschinen wird die öffentliche Seite nur bei hervorgehobenen Wettkämpfen freigegeben, ein normaler Vereinstermin wandert also per Link.
Beim ersten Überprüfungstag mit jungen Athletinnen ist privat meistens richtig. Lies die Noten in der Halle vor, schick die Aufschlüsselung selbst an die Eltern und lass den Tag aus dem offenen Netz heraus. Eine Rangliste entsteht trotzdem im Hintergrund, weil die Plattform sie immer rechnet; du entscheidest nur, wer sie außerhalb der Halle sieht.
Der Schritt zum ersten echten Wettkampf braucht dann drei Änderungen an derselben Kategorie: die Obergrenze hoch, die Rotation Richtung Reifen, Ball, Keulen und Band, und vier oder mehr Kampfrichterinnen je Gremium, denn erst ab der vierten Note greift die Streichung überhaupt. Sag der Athletin vorher, wie ein Gleichstand aufgelöst wird: zuerst über die Summe der E-Noten, dann über die Summe der A-Noten, zuletzt über die Summe der D-Noten. Sauber schlägt schwer, und ein Überprüfungstag ist ein guter Ort, das zu lernen. Den Wettkampf selbst beschreibt das Szenario Vereinswettkampf, die Regeln hinter den drei Gremien stehen in der Wertung der Rhythmischen Sportgymnastik.
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Weitere Szenarien
Vereinswettkampf
Eine Halle, ein Tag, 30–80 Gymnastinnen in mehreren Altersgruppen. Kleines Gremium, einfache Geräterotation und Ergebnisse noch vor dem Nachhauseweg.
Einladungsturnier
Gastvereine, ein volles Gremium und Gerätefinals neben dem Mehrkampf. Live-Ergebnisse, die Familien aus dem Ausland verfolgen.