Wie funktioniert die Wertung in der Rhythmischen Sportgymnastik?
D-Note, A-Note, E-Note und der FIG-Code — Einzel und Gruppe
Zuletzt aktualisiert: 31. März 2026
Jede Übung in der Rhythmischen Sportgymnastik wird über drei getrennte Noten bewertet. Die D-Note (Schwierigkeit) belohnt die Komplexität der Körper- und Gerätelemente — sie hat keine Obergrenze und summiert sich aus den Werten der einzelnen Elemente. Die A-Note (Artistik) startet bei 10,0 und kommt von Kampfrichterinnen, die Komposition und künstlerische Umsetzung beurteilen. Die E-Note (Ausführung) startet bei 10,0 und sinkt durch Abzüge für technische und künstlerische Fehler. Die Endnote ergibt sich aus D-Note + A-Note + E-Note − Strafen. Ein Kampfgericht aus spezialisierten Richterinnen wertet jede Übung nach dem FIG Code of Points, der in jedem olympischen Zyklus aktualisiert wird.
Was ist die D-Note und wie wird sie berechnet?
Die D-Note (Schwierigkeitswert) misst die technische Komplexität dessen, was eine Übung enthält. Zwei Kampfrichterinnen im D-Kampfgericht bewerten die Schwierigkeit jedes gezeigten Elements unabhängig und müssen sich auf einen gemeinsamen Endwert einigen. Wie im Gerätturnen hat auch die D-Note in der RSG keine Obergrenze — je schwerer die Elemente, desto höher klettert der Wert.
Die D-Note in der RSG setzt sich aus zwei getrennten Teilen zusammen, die addiert werden: Körperschwierigkeit (DB) und Gerättechnische Schwierigkeit (DA).
Die Körperschwierigkeit (DB) zählt den technischen Wert der Körperelemente innerhalb der Übung. Körperelemente teilen sich in vier Gruppen: Sprünge, Gleichgewichte, Drehungen sowie Flexibilitäten und Wellen. Jedes Element trägt einen vorab festgelegten Schwierigkeitswert zwischen 0,1 und 0,9 Punkten. Anerkannt werden nur Elemente, die die technische Mindestanforderung ihrer Gruppe erfüllen. Die höchstwertigen Körperelemente innerhalb der erlaubten Anzahl (in der Regel bis zu acht) summieren sich zur DB-Teilwertung.
Die Gerättechnische Schwierigkeit (DA) belohnt die technische Beherrschung des Handgeräts — Seil, Reifen, Ball, Keulen oder Band. Jedes Handgerät hat seine eigenen anerkannten Meisterschaftselemente: hohe Würfe und Fänge, Drehungen über oder unter dem Gerät, Pritschen und Umwicklungen. Wie bei der DB hat jedes gültige Meisterschaftselement einen festen Schwierigkeitswert, und nur Elemente, die die Mindestanforderung ihrer Gerätgruppe erfüllen, zählen.
Ein Kernmerkmal der D-Note ist die geforderte Vielfalt: Die Gymnastin muss Elemente aus mehreren Körperelementgruppen zeigen und darf denselben Elementtyp nicht wiederholen, um Punkte zu sammeln. Das fördert eine komplette athletische Ausbildung statt enger Spezialisierung.
| Component | Description | Limit |
|---|---|---|
| Körperschwierigkeit (DB) | Werte der Körperelemente (Sprünge, Gleichgewichte, Drehungen, Flexibilitäten) | Höchstwertige Elemente (bis zu 8) |
| Gerättechnische Schwierigkeit (DA) | Werte der Meisterschaftselemente (Würfe, Fänge, Rollen, Pritschen) | Höchstwertige Elemente je Gruppe |
| D-Note gesamt | DB + DA zusammen — keine Obergrenze | — |
Welche vier Körperelementgruppen gibt es in der RSG?
Der FIG Code of Points für die RSG ordnet alle Körperelemente vier Gruppen zu. Jede Gruppe hat eigene technische Mindestanforderungen, die ein Element erfüllen muss, damit es zählt. Elemente unter dem Mindestwert werden zwar gezeigt, erhalten aber keinen Schwierigkeitswert.
Sprünge sind die auffälligste Gruppe der RSG. Damit ein Sprung zählt, braucht er einen Mindestspreizwinkel (meist 180° oder die Vorgabe der jeweiligen Variante), Höhe und eine korrekte Form von Spielbein und Rücken. Häufig anerkannte Sprünge sind der Spagatsprung, der Hirschsprung und der Kosakensprung. Größere Spreizwinkel oder kombinierte Positionen (etwa voller Spagat mit Rückbeuge) bringen höhere Schwierigkeitswerte.
Gleichgewichte verlangen, dass die Gymnastin eine bestimmte Körperposition auf einem Fuß (oder einem anderen Stützpunkt) kontrolliert hält. Spielbein, Rücken und Arme müssen präzise technische Vorgaben erfüllen. Zu den anerkannten Varianten zählen Gleichgewichte im Hochzehenstand (Relevé), Gleichgewichte mit schwierigen Spielbeinpositionen (Y-Skala, Spagat-Skala, Ring-Skala) sowie Gleichgewichte mit Rumpfwellen oder -beugen.
Drehungen (Pirouetten und Wendungen) brauchen mindestens eine volle Drehung (360°), um zu zählen. Drehungen auf der ganzen Fußsohle gelten nicht — die Gymnastin muss im Relevé oder mit gestrecktem Fuß drehen. Mehrfachpirouetten, Attitude-Drehungen und Drehungen in Spagat- oder Ringposition tragen höhere Schwierigkeitswerte. Eine Drehung mit einer Gleichgewichtsposition zu verbinden, bringt zusätzlichen Schwierigkeitswert.
Flexibilitäten und Wellen belohnen extremen Bewegungsumfang und fließende Körperbewegung. Flexibilitäten umfassen Rückbeugen mit bestimmten Formvorgaben (Rückwärtsflexibilität ≥ 180° oder Vorwärtsflexibilität). Wellen sind fließende, nacheinander eingeleitete Bewegungen, die durch den ganzen Körper laufen — meist vom Fuß oder von der Hand aus und bis zum gegenüberliegenden Ende. Eine Welle muss den ganzen Körper erfassen, um zu zählen, und ist ein prägendes ästhetisches Element der RSG.
| Family | Minimum | Examples |
|---|---|---|
| Sprünge | 180° Spagat (oder Vorgabe der Variante) + Höhe + korrektes Spielbein | Spagatsprung, Hirschsprung, Kosakensprung |
| Gleichgewichte | Halten auf einem Stützpunkt mit bestimmter Spielbein-/Körperposition | Y-Skala, Ring-Skala, Arabeske im Gleichgewicht |
| Drehungen | ≥1 volle Drehung (360°) im Relevé | Pirouette, Attitude-Drehung, Drehung in Spagatposition |
| Flexibilitäten und Wellen | Rücken ≥180° oder Ganzkörperwelle mit definierter Bahn | Rückbeuge im Gehen, Ganzkörperwelle, Vorwärtsflexibilität |
Was ist die A-Note (Artistik) in der RSG?
Die A-Note (Artistiknote) ist eines der Merkmale, die die Wertung der RSG von anderen FIG-Disziplinen abheben. Während sich das Gerätturnen vor allem auf D- und E-Note stützt, hebt die RSG die Artistik zu einer eigenständig bewerteten Komponente mit einem Basiswert von 10,0 Punkten.
Zwei Kampfrichterinnen im A-Kampfgericht werten jede Übung und beurteilen zwei Teilbereiche:
Die Komposition (C) beurteilt Aufbau und Kreativität der Übung als Ganzes. Die Richterinnen prüfen, ob die Gymnastin die Wettkampffläche voll nutzt, ob die Übung einen stimmigen Anfang, Mittelteil und Schluss hat und ob die Verteilung der Elemente der Architektur der Musik folgt. Übungen, die repetitiv oder vorhersehbar wirken oder alle schweren Elemente in einem Teil bündeln, bekommen niedrigere Kompositionsnoten.
Die künstlerische Umsetzung (AM) beurteilt die Qualität des Ausdrucks und das Zusammenspiel von Bewegung, Musik und Persönlichkeit der Gymnastin. Bewertet werden Musikalität — ob Bewegungsakzente die Musikakzente präzise treffen — sowie die Übertragung von Emotion, die Harmonie zwischen Körper und Gerät und die Fähigkeit, durch Bewegung eine Erzählung zu schaffen. Eine technisch hervorragende Übung ohne emotionale Verbindung oder musikalische Einbindung kassiert Abzüge in der künstlerischen Umsetzung.
Das A-Kampfgericht streicht nicht die höchste und niedrigste Note wie das E-Kampfgericht. Beide A-Noten werden gemittelt und ergeben die endgültige A-Note. A-Note-Abzüge erfassen sowohl fehlende Kompositionsvorgaben als auch unzureichende künstlerische Umsetzung — die Gymnastin muss also in beiden Teilbereichen stark sein, um eine hohe A-Note zu erreichen.
| Component | Evaluated | Max |
|---|---|---|
| Komposition (C) | Raumnutzung, Aufbau, Vielfalt, musikalische Architektur | 5,0 |
| Künstlerische Umsetzung (AM) | Musikalität, Ausdruck, Erzählung, Harmonie Körper–Gerät | 5,0 |
| A-Note gesamt | Mittel der 2 Richterinnen im A-Kampfgericht | 10,0 |
Was ist die E-Note und wie greifen die Ausführungsabzüge?
Die E-Note (Ausführungsnote) bewertet, wie sauber und korrekt die Gymnastin ihre Übung zeigt. Jede Übung startet mit einer E-Note von 10,0 Punkten. Die Richterinnen im E-Kampfgericht senken diesen Wert unabhängig, indem sie für jeden gesehenen Ausführungsfehler einen Abzug vergeben. Die höchste und die niedrigste E-Note fallen weg, die übrigen werden gemittelt.
Ausführungsabzüge in der RSG fallen in zwei Kategorien:
Technische Ausführungsfehler betreffen Körpertechnik und Gerätehandhabung. Dazu zählen Formfehler bei Körperelementen (gebeugtes Knie im Sprung, zu kleiner Spreizwinkel, falsche Fußposition im Gleichgewicht), zu geringe Wurfhöhe, Kontaktverlust mit dem Gerät und Gerätefehler wie ein Geräteverlust. Ein Geräteverlust — wenn die Gymnastin ein weggerolltes Band aufnehmen oder eine außerhalb ihrer Zone gelandete Keule zurückholen muss — kostet einen Abzug von 0,7. Ein Geräteverlust außerhalb der Wettkampffläche kostet 0,7 plus eine Strafe für die verlorene Zeit beim Zurückholen.
Künstlerische Ausführungsfehler erfassen Brüche in der Einheit von Körper, Gerät und Musik. Dazu gehören unmusikalische Bewegungen, schwankende Energie über die Übung hinweg und mechanisch abgespulte Elemente ohne Ausdruck.
Anders als bei der D-Note liegen Abzüge für einzelne Ausführungsfehler meist im Bereich 0,1 bis 0,5 Punkten, wobei der schwerste Einzelfehler — ein voller Geräteverlust — 0,7 Punkte kostet. Auf Eliteniveau ist die Summe vieler kleiner technischer Fehler über eine Übung hinweg die häufigste Quelle für E-Note-Verluste.
| Fault | Deduction |
|---|---|
| Kleiner Körpertechnikfehler (leicht gebeugtes Knie, geringer Formbruch) | 0,1 |
| Mittlerer Körpertechnikfehler (klar gebeugtes Knie, zu wenig Spagat im Sprung) | 0,3 |
| Großer Körpertechnikfehler (schwerer Positionsfehler, zu wenig Drehung) | 0,5 |
| Gerätefehler (Geräteverlust, Kontrollverlust) | 0,7 |
| Gerät außerhalb der Fläche (Gymnastin holt es von außerhalb zurück) | 0,7 + Strafe |
Welche fünf Handgeräte gibt es in der RSG?
Der RSG-Einzelwettkampf nutzt fünf verschiedene Handgeräte: Seil, Reifen, Ball, Keulen und Band. Jedes Gerät hat eigene technische Anforderungen, eigene Wertungsmerkmale und einen eigenen Satz anerkannter Meisterschaftselemente, die zur Gerättechnischen Schwierigkeit (DA) der D-Note beitragen.
Das Seil ist das älteste und athletischste Gerät der RSG. Seilelemente umfassen Sprungdurchschläge (einfach und doppelt), Umwicklungen, Schwünge, Kreise und Würfe. Die Gymnastin kann das Seil zur Hälfte gefaltet oder in voller Länge führen. Seilübungen zeigen meist den höchsten Sprunganteil aller Geräte, weil der Sprungdurchschlag natürlich Höhe erzeugt. Das Seil muss gespannt und in Bewegung bleiben — ein durchhängendes Seil ist ein technischer Fehler.
Der Reifen ist ein starrer Kunststoffring mit einem Durchmesser von 80–90 cm. Reifenelemente sind Würfe, Fänge, Rollen über Boden oder Körper, Durchschlüpfen (die Gymnastin führt den ganzen Körper durch den rotierenden Reifen) und Drehungen des Reifens am Boden oder um den Körper. Wegen der Starrheit des Reifens sind Geräteverluste besonders sichtbar und werden klar abgewertet.
Der Ball gilt als das „musikalischste" Gerät, weil seine runde Form und das weiche Handling fließende, wellenartige Bewegung erlauben. Ballelemente sind Würfe mit Drehung oder Richtungswechsel, Rollen über den Körper (Arm, Bein, Rücken), Pritschen und Spiralen über den Boden. Der Ball darf nie gegriffen oder gequetscht werden — er muss stets auf offener Hand oder Körperfläche liegen.
Die Keulen werden als Paar geführt und verlangen die Koordination beider Hände. Keulenelemente umfassen kleine Armkreise (Mühlen), Würfe und Fänge mit einer oder beiden Keulen, asymmetrische Würfe (jede Keule fliegt eine andere Bahn) und Interceptions (die Gymnastin fängt eine Keule, während sie die andere wirft). Der doppelte Charakter der Keulen macht sie koordinativ zum anspruchsvollsten Gerät.
Das Band ist ein 6 Meter langer Satinstreifen an einem 60 cm langen Stab. Bandelemente sind große Spiralen, Schlangen (S-Linien über Boden oder in der Luft), Würfe des Stabs mit nachziehendem Band und große Kreise. Das Band muss über die ganze Übung in ständiger Bewegung sein und darf sich nie verwickeln oder verknoten — beides führt sofort zu einem Abzug.
Wie viele Kampfrichterinnen werten die RSG?
Bei FIG-sanktionierten internationalen RSG-Wettkämpfen werten mehrere spezialisierte Kampfgerichte verschiedene Aspekte der Darbietung gleichzeitig.
Das D-Kampfgericht besteht aus zwei Richterinnen, die den Schwierigkeitsinhalt der Übung beurteilen. Sie verfolgen und bewerten unabhängig jedes Körperelement (DB) und jedes Gerätmeisterschaftselement (DA). Weichen ihre Wertungen deutlich ab, beraten sie sich auf einen gemeinsamen Wert.
Das A-Kampfgericht besteht aus zwei Richterinnen, die die Artistik werten. Beide beurteilen Komposition und künstlerische Umsetzung unabhängig. Ihre Noten werden gemittelt und ergeben die endgültige A-Note. Anders als beim E-Kampfgericht fällt keine Note weg.
Das E-Kampfgericht besteht aus vier bis sechs Richterinnen, die die Ausführung werten. Jede startet unabhängig bei 10,0 und vergibt Abzüge. Die höchste und die niedrigste Note fallen weg, die übrigen werden gemittelt und ergeben die endgültige E-Note.
Eine zusätzliche Linienrichterin prüft, ob die Gymnastin innerhalb der 13×13 Meter großen Wettkampffläche bleibt. Tritt sie auf oder über die Begrenzungslinie, kostet das 0,3 Punkte pro Fehler, bewertet durch die Linienrichterin.
Trainerinnen und Trainer können einen formellen Einspruch gegen die D-Note einlegen, wenn sie meinen, ein Element sei nicht oder falsch bewertet worden. Einsprüche gegen Ausführungs- und Artistikabzüge sind nicht zulässig. Jeder Einspruch kostet eine Gebühr, die bei Erfolg zurückerstattet wird.
| Panel | Judges | Evaluates |
|---|---|---|
| D-Kampfgericht | 2 | Körperschwierigkeit (DB) + Gerättechnische Schwierigkeit (DA) |
| A-Kampfgericht | 2 | Komposition (C) + künstlerische Umsetzung (AM) |
| E-Kampfgericht | 4–6 | Technische und künstlerische Ausführungsfehler |
| Linienrichterin | 2 | Linienübertretungen (0,3 pro Fehler) |
Wie unterscheidet sich die Wertung im Gruppenwettkampf?
Der RSG-Gruppenwettkampf zeigt fünf Gymnastinnen, die gleichzeitig auf derselben Fläche zusammen turnen. Die Gruppe wird nach demselben D + A + E-Schema gewertet wie das Einzel, doch was zählt, verschiebt sich deutlich.
In der Gruppe ist die Synchronität der fünf Gymnastinnen ein zentral bewertetes Element. Das E-Kampfgericht zieht für asynchrone Körperbewegungen ab — wenn die Gymnastinnen dasselbe Element zeigen, aber mit leichten Zeitunterschieden. Auf Eliteniveau gehören Synchronfehler zu den häufigsten Quellen für E-Note-Verluste in Gruppenübungen.
Gerätkonfigurationen in der Gruppe gibt es in zwei Formen:
- Einheitliches Gerät: Alle fünf Gymnastinnen führen dasselbe Gerät (etwa alle fünf mit Band oder alle fünf mit Reifen)
- Gemischte Geräte: Die Gruppe teilt sich auf zwei Gerätetypen auf (etwa drei mit Ball und zwei mit Keulen)
Der Gerätaustausch zwischen den Gymnastinnen — ein Gerät zu einer Partnerin werfen und im Gegenzug eines fangen — ist ein Pflichtelement in Gruppenübungen und trägt einen eigenen Schwierigkeitswert. Austausche mit hohem Risiko (Würfe über die ganze Gruppe, Blindfänge, gekreuzte Bahnen) bringen höhere DA-Werte.
Die A-Note in der Gruppe bewertet nicht nur die Artistik der Einzelnen, sondern die kollektive choreografische Idee: wie die fünf Gymnastinnen gemeinsam Formationen bilden, wie sie verschiedene Raumebenen (hoch/mittel/tief) nutzen und wie sie ihre Bewegungen zu einheitlichen visuellen Mustern verbinden.
Rechenbeispiel: Wie eine RSG-Einzelnote zustande kommt
Hier eine Schritt-für-Schritt-Berechnung für eine RSG-Einzelübung mit Ball auf internationalem Eliteniveau.
Schritt 1 — Körperschwierigkeit (DB): Die Gymnastin zeigt 12 Körperelemente. Die höchstwertigen anerkannten Elemente sind:
- Spagatsprung mit Ring (0,5)
- Hirschsprung mit Rückbeuge (0,4)
- Y-Skala-Gleichgewicht im Relevé (0,4)
- Pirouette in Attitude (0,4)
- Rückwärts-Flexibilitätswelle (0,3)
- Ganzkörperwelle mit Penché (0,3)
- Kosakensprung mit Spagat (0,3)
- Drehung in Spagatposition (0,3)
DB gesamt = 0,5 + 0,4 + 0,4 + 0,4 + 0,3 + 0,3 + 0,3 + 0,3 = 2,9
Schritt 2 — Gerättechnische Schwierigkeit (DA): Die Gymnastin zeigt Ball-Meisterschaftselemente:
- Hoher Wurf mit Doppeldrehung + Fang (0,4)
- Rollen über den Rücken mit Gleichgewicht (0,3)
- Wurf + Fang im Nacken (0,3)
- Pritschsequenz unter dem Bein (0,2)
DA gesamt = 0,4 + 0,3 + 0,3 + 0,2 = 1,2
D-Note = DB + DA = 2,9 + 1,2 = 4,1
Schritt 3 — Artistik (A-Note): Zwei Richterinnen im A-Kampfgericht werten Komposition und künstlerische Umsetzung:
- Richterin 1: Komposition 4,4 + künstlerische Umsetzung 4,5 = 8,9
- Richterin 2: Komposition 4,3 + künstlerische Umsetzung 4,4 = 8,7
A-Note = (8,9 + 8,7) / 2 = 8,8
Schritt 4 — Ausführung (E-Note): Vier Richterinnen im E-Kampfgericht ziehen ab:
- Richterin 1: 10,0 − 1,2 = 8,8
- Richterin 2: 10,0 − 1,0 = 9,0
- Richterin 3: 10,0 − 0,9 = 9,1
- Richterin 4: 10,0 − 1,4 = 8,6
Höchste (9,1) und niedrigste (8,6) streichen. Mittel der übrigen: (8,8 + 9,0) / 2 = 8,9
Schritt 5 — Strafen: Keine Linienübertretungen = 0,0
Endnote = 4,1 + 8,8 + 8,9 − 0,0 = 21,800
(Hinweis: Elite-Einzelnoten bei Weltmeisterschaften liegen meist zwischen 24,0 und 29,0, Werte über 27,0 gelten als außergewöhnlich. Das Beispiel zeigt eine starke, aber nicht spitzenplatzierte Elite-Note.)
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