Welches Format passt zu deinem Tischtennisturnier?
Jede ungerade Satzzahl ist erlaubt. Die Frage ist, was sie kostet.
Im Tischtennis stecken im Wort „Format“ zwei Entscheidungen, die oft vermischt werden. Das Matchformat legt fest, wie lang ein Match ist: ITTF 2.12.1 erlaubt jede ungerade Satzzahl, zwei, drei und vier Gewinnsätze sind also regelkonform. Jeder Satz geht bis 11 Punkte, ab 10:10 bis zu zwei Punkten Vorsprung. Das Wettbewerbsformat legt fest, wie viele Matches jede Meldung spielt: K.-o., Jeder gegen jeden oder Gruppen mit anschließender K.-o.-Runde. Beides multipliziert sich. Ein K.-o. mit 32 Meldungen über drei Gewinnsätze ergibt 31 Matches von je 20 bis 30 Minuten, acht Vierergruppen über zwei Gewinnsätze ergeben 48 Matches von je 12 bis 18 Minuten. Bei gleichem Feld und gleicher Halle sind das zwei völlig verschiedene Turniertage.
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Format im Tischtennis wählen
- ITTF 2.12.1 erlaubt jede ungerade Satzzahl, also auch zwei, drei oder vier Gewinnsätze.
- Jeder Satz geht bis 11 Punkte, ab 10:10 bis zwei Punkte Vorsprung (2.11.1).
- Zwei statt drei Gewinnsätze bringen rund 50 % mehr Matches pro Tisch.
- Individualdisziplinen laufen in der Hauptrunde im K.-o.-System; Gruppen gehören zur Qualifikation (3.7.4.4).
- Mannschaftswettbewerbe folgen festen Spielsystemen: Swaythling (5 Einzel) oder Corbillon (4 Einzel und ein Doppel).
Zwei Entscheidungen, die gern in einen Topf geworfen werden
Wer eine Turnierleitung nach dem Format fragt, bekommt meist ein Wort zur Antwort: K.-o. oder Gruppen. Damit ist die Frage erst zur Hälfte beantwortet. Die andere Hälfte, also wie lang ein einzelnes Match dauert, verschiebt den Zeitplan mindestens genauso stark, und gerade sie bleibt meistens auf der Voreinstellung.
Das Matchformat bestimmt die Länge einer Begegnung: wie viele Sätze, bis wie viele Punkte. Das Wettbewerbsformat bestimmt, wie viele Begegnungen jede Meldung bestreitet, also die Form des Turnierplans. Beides multipliziert sich, und das Ergebnis ist dein Turniertag.
Im Tischtennis lässt die erste Entscheidung ungewöhnlich viel Spielraum. Die meisten Schlägersportarten legen die Matchlänge im Regelwerk fest, variieren lässt sich nur der Turnierplan. Tischtennis legt den Satz fest und lässt die Zahl der Sätze offen.
Jede ungerade Satzzahl: der größte Spielraum aller Schlägersportarten
ITTF 2.12.1: Ein Match wird nach dem Best-of-Prinzip über eine beliebige ungerade Anzahl von Sätzen gespielt. Mehr steht dort nicht. Die Regel nennt keine festen Satzzahlen und verweist auch nicht auf den Ausrichter, sie verlangt nur eine ungerade Zahl.
Der Satz selbst ist festgelegt. 2.11.1: Einen Satz gewinnt, wer zuerst 11 Punkte erreicht. Stehen beide bei 10, gewinnt, wer zuerst zwei Punkte Vorsprung hat. Eine Obergrenze gibt es nicht, ein Satz kann nach 10:10 auch 15:13 enden. Dass er nicht ewig dauert, regelt die Wechselmethode.
| Matchformat | Gewinnsätze | Typische Länge | Wofür geeignet |
|---|---|---|---|
| Ein Satz | 1 | 6–10 Min. | Rotationsformate, Vereinsabende, sehr große Felder |
| Zwei Gewinnsätze | 2 | 12–18 Min. | Gruppenphasen, frühe Runden, Ein-Abend-Turniere |
| Drei Gewinnsätze | 3 | 20–30 Min. | Vereinsstandard und ITTF-Standard im Einzel |
| Vier Gewinnsätze | 4 | 30–45 Min. | Endspiele, Mannschaftsbegegnungen, Spitzenspiele |
Praktisch heißt das, dass du mischen darfst. Regel 2.12.1 verlangt nicht, dass jede Runde dieselbe Satzzahl hat. Gruppen über zwei Gewinnsätze, K.-o.-Runde über drei und Finale über vier sind vollkommen regelkonform und gut planbar: Die vielen frühen Matches kosten wenig Zeit, und die entscheidenden Matches bekommen Länge.
JudgeMate bietet 1, 2 oder 3 Gewinnsätze an, also Best of 1, 3 oder 5. Für vier Gewinnsätze fehlt derzeit ein vierter Wert. Das solltest du wissen, bevor du dieses Format im Meldeformular ankündigst.
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Elf Punkte pro Satz und was sich ändert, wenn du davon abweichst
Regelkonform sind 11 Punkte, und das seit 2001, als die ITTF den Satz von 21 auf 11 Punkte verkürzte. Mit der Satzlänge änderte sich der Aufschlagwechsel: Der Aufschlag wechselt seitdem nach zwei Punkten statt nach fünf, und der Wechsel nach jedem Punkt beginnt bei 10:10 statt bei 20:20 (2.13.3).
In JudgeMate kannst du 11, 15, 21 oder 25 Punkte pro Satz einstellen. Regelkonform ist heute nur die 11, die längeren Sätze sind also Hausformate, und dieser Leitfaden behauptet nichts anderes. Seit dem 2. August 2026 verhalten sie sich stimmig. Jede Schwelle, die von der Satzlänge abhängt, verschiebt sich mit:
| Punkte pro Satz | Aufschlagwechsel nach jedem Punkt ab | Seitenwechsel im Entscheidungssatz |
|---|---|---|
| 11 | 10:10 | 5 |
| 15 | 14:14 | 7 |
| 21 | 20:20 | 10 |
| 25 | 24:24 | 12 |
Vor dieser Korrektur ergab die Einstellung 21 zwar einen Satz bis 21, doch der Aufschlag wechselte schon ab 10:10 nach jedem Punkt, also mitten im Satz, und der Seitenwechsel kam weiterhin bei 5. Auf der Anzeigetafel stand 21, gezählt wurde nach anderen Regeln. Das ist behoben.
Der Aufschlagwechsel selbst verschiebt sich nicht mit der Satzlänge. Der Aufschlag wechselt bei jeder Satzlänge nach zwei Punkten. Im 21er-Satz vor 2001 wechselte er nach fünf Punkten, doch diese Regel gilt nicht mehr. Einen Rhythmus zu erfinden, den kein Verband veröffentlicht, wäre schlechter, als den heutigen beizubehalten.
K.-o., Jeder gegen jeden, Gruppen: die Matchzahlen
Das Wettbewerbsformat multipliziert sich mit der gewählten Matchlänge.
| Form | Matches | Minimum pro Meldung |
|---|---|---|
| K.-o., n Meldungen | n − 1 | 1 |
| K.-o. mit Trostrunde, 32 | 39 | 2 |
| Jeder gegen jeden, n Meldungen | n(n−1)/2 | n − 1 |
| Vierergruppen (g Gruppen) | 6g | 3 |
| Vierergruppen → K.-o. | 6g + (2g − 1) | 3 |
Bei Jeder gegen jeden wächst die Matchzahl quadratisch und läuft schnell aus dem Ruder: Acht Meldungen ergeben 28 Matches, zwölf schon 66, sechzehn 120. Genau deshalb gibt es Gruppen. Acht Vierergruppen kosten 48 Matches und garantieren jeder Meldung drei, ein einziges Jeder-gegen-jeden mit 32 Meldungen käme auf 496.
Was das Reglement vorsieht. Nach ITTF 3.7.4.4 werden Individualwettbewerbe in der Hauptrunde im K.-o.-System gespielt, Gruppen sind Mannschaftswettbewerben und den Qualifikationsrunden der Individualwettbewerbe vorbehalten. Ein Vereinsturnier ist daran nicht gebunden. Trotzdem landen die meisten Ausrichter von selbst bei genau diesem Kompromiss: Gruppen für die Qualifikation, K.-o.-Runde für die Entscheidung.
Eine Regel zur Spielreihenfolge kannst du wörtlich übernehmen. 3.7.5.5: Im letzten Gruppenspiel sollen die in der Gruppe an 1 und 2 gesetzten Spieler aufeinandertreffen, wenn einer weiterkommt, oder die an 2 und 3 gesetzten, wenn zwei weiterkommen. Das kostet nichts und legt das entscheidende Match ans Ende der Session statt in die Mitte.
Mannschaftsbegegnungen: Swaythling und Corbillon
Kein anderer Schlägersport hat so ausgearbeitete Mannschaftsformate wie Tischtennis. Zwei Systeme stehen namentlich im Reglement (ITTF 3.7.6).
Swaythling-Cup-System – fünf Einzel, gespielt bis zum dritten Sieg, drei Spieler pro Team. Reihenfolge: A–X, B–Y, C–Z, A–Y, B–X.
Corbillon-Cup-System – vier Einzel und ein Doppel, gespielt bis zum dritten Sieg, zwei bis vier Spieler pro Team. Reihenfolge: A–X, B–Y, Doppel, A–Y, B–X.
Beide enden, sobald ein Team drei Siege hat: Ein 3:0 dauert drei Matches, ein 3:2 fünf. Deshalb lassen sie sich so gut planen, eine Begegnung umfasst mindestens drei und höchstens fünf Matches.
Was JudgeMate hier kann und was nicht. Das Raster kennt als Tischtennisseite nur einen einzelnen Spieler oder ein Paar. Eine Begegnung, die mehrere Einzelmatches zu einem Mannschaftsergebnis zusammenfasst, ist darin nicht vorgesehen, eine Swaythling- oder Corbillon-Begegnung wertet das Raster also nicht für dich aus. Jedes Einzelmatch kannst du auf der Plattform austragen, den Mannschaftsstand führst du selbst.
Das Format nach der verfügbaren Hallenzeit wählen
Rechne von den verfügbaren Stunden aus rückwärts. Tische mal Stunden mal Matches pro Stunde bei der gewählten Matchlänge ergibt, wie viele Matches in den Tag passen. Dann suchst du eine Turnierform, die darunter bleibt.
| Verfügbar | Ziel | Format |
|---|---|---|
| Ein Abend, 16 Meldungen, 4 Tische | Alle spielen mehrmals | 4 Vierergruppen über zwei Gewinnsätze, dann K.-o.-Runde mit 8 |
| Ein Tag, 32 Meldungen, 6 Tische | Ein verdienter Turniersieger | 8 Vierergruppen über drei Gewinnsätze, dann K.-o.-Runde mit 16 |
| Ein Vormittag, 24 Meldungen, 4 Tische | Ergebnis vor dem Mittag | K.-o.-Feld mit 32 Plätzen und Freilosen, zwei Gewinnsätze, Trostrunde |
| Ein Vereinsabend, 12 Spieler, 3 Tische | Spielen statt verwalten | Rotationsformat mit einem Satz bis 11 |
Gerät der Zeitplan in Verzug, helfen zwei Dinge wirklich: ein kürzeres Matchformat und die Bitte an die Spieler, sich früh auf die Wechselmethode zu einigen. Zusätzliche Tische tauchen mitten im Turnier nie auf, und wer Schiedsrichter zur Eile drängt, scheitert spätestens am ersten engen Satz.
Dieselben 32 Meldungen, drei verschiedene Tage
32 Meldungen, sechs Tische, sieben Spielstunden: Das reicht für 84 Matches über drei Gewinnsätze oder rund 126 über zwei.
Tag A: reines K.-o. über drei Gewinnsätze. 31 Matches, Schluss am frühen Nachmittag. Sechzehn Spieler bestreiten nur ein einziges Match. Um 11:00 Uhr ist die Halle halb leer, genutzt hast du 37 % der Kapazität.
Tag B: acht Vierergruppen über drei Gewinnsätze, K.-o.-Runde mit 16 über drei. 63 Matches, jeder spielt mindestens drei. Schluss gegen 16:30 Uhr. Genutzt sind 75 % der Kapazität, der Puffer ist damit ungefähr richtig bemessen.
Tag C: acht Vierergruppen über zwei Gewinnsätze, K.-o.-Runde mit 16 über drei, Finale über vier. Die Gruppen umfassen 48 kurze Matches von je rund 14 Minuten, also etwa 11 der 42 Tischstunden, die der Tag bietet. Sie sind vor dem Mittag durch. Die 15 K.-o.-Matches über drei Gewinnsätze kosten weitere 7 Tischstunden. Bei gleicher Matchzahl bist du eine Stunde früher fertig als an Tag B, und das Finale ist länger statt kürzer.
Bei Tag C landen die meisten erfahrenen Ausrichter, und möglich macht ihn Regel 2.12.1, die nicht verlangt, dass jede Runde gleich lang ist.
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Häufige Fragen zu Tischtennis-Formaten
Primärquellen
- ITTF Statutes 2026 – Tischtennisregeln (Kapitel 2) — International Table Tennis Federation
- ITTF Statutes 2026 – Reglement für internationale Wettbewerbe (3.4–3.7) — International Table Tennis Federation
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