Welche Padel-Regeln sollte jede Spielerin kennen?
Aufschlag, Wände, Fehler — und die Handvoll Regeln, über die Clubs streiten
Padel zählt wie Tennis und spielt sich wie nichts anderes. Aufgeschlagen wird von unten, nach einem Aufsprung hinter der Aufschlaglinie und mit Treffpunkt auf Hüfthöhe oder darunter, diagonal ins Feld. Sobald der Ball auf deinem Boden aufgekommen ist, sind alle Wände im Spiel, und wo die Umrandung es zulässt, darfst du dem Ball sogar nach draußen folgen. Ein Ball, der Glas oder Gitter berührt, bevor er den Boden trifft, kostet den Punkt.
Die Regeln, die die meisten Punkte entscheiden
- Aufschlag von unten, ein Aufsprung hinter der Linie, Treffpunkt auf Hüfthöhe oder tiefer
- Der Ball muss den Boden berühren, bevor auf deiner Seite eine Wand ins Spiel kommt
- Ein Ball, der Glas oder Gitter der Gegenseite direkt trifft, kostet den Punkt
- Nur eine Bodenberührung; Wandkontakte zählen nicht als Aufsprung
- Wo der Court Öffnungen hat, darf der Ball von außerhalb gespielt werden
Wie funktioniert der Aufschlag?
Aufgeschlagen wird von unten, und diese eine Regel formt das ganze Spiel.
Stell dich hinter die Aufschlaglinie, lass den Ball einmal aufspringen und triff ihn auf Hüfthöhe oder darunter ins diagonal gegenüberliegende Aufschlagfeld. Zwei Versuche, genau wie im Tennis.
Landet der Ball im Feld, darf er anschließend die hintere Scheibe treffen und bleibt im Spiel. Trifft er nach korrektem Aufkommen das Gitter, ist es ein Fehler. Ein Aufschlag, der das Netz berührt und trotzdem richtig landet, ist ein Let und wird wiederholt.
Weil niemand einen Aufschlagwinner schlagen kann, hat die aufschlagende Seite keinen automatischen Vorteil. Im Padel kommt oft das rückschlagende Paar zuerst ans Netz.
Wann sind die Wände im Spiel?
Die Regel ist einfacher, als sie aussieht: erst der Boden, dann die Wände.
Ein Ball, der übers Netz kommt, muss zuerst deinen Boden berühren, bevor er eine deiner Wände treffen darf. Danach kann er an die hintere Scheibe, an die Seitenscheibe oder ans Gitter gehen, und du darfst ihn weiter zurückspielen — die Wände gehören zum Court, sie sind kein Aus.
Ein Ball, der herüberfliegt und deine Scheibe vor dem Aufsprung trifft, bedeutet einen Punkt für dich. Ein Ball, den du schlägst und der die gegnerische Wand ohne Bodenberührung erreicht, bedeutet einen Punkt für die Gegenseite.
Auf der eigenen Seite darfst du den Ball auch bewusst über die eigene Wand spielen — die Contrapared —, um ihn zurück übers Netz zu heben.
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Wann ist der Ball aus?
Der Ball ist aus, wenn er außerhalb der Linien auf dem Boden landet oder wenn er vor dem Aufkommen die Einbauten trifft: Lampen, Decke, die Außenseite der Konstruktion.
Der padeltypische Fall ist der Ball, der auf deinem Boden aufkommt und danach über den Zaun aus dem Court fliegt. Damit ist der Ballwechsel nicht automatisch vorbei: Hat der Court eine Tür und schaffst du es rechtzeitig hinaus, lebt der Ball weiter und darf zurückgespielt werden. Das ist die Salida, der Schlag für die Highlight-Videos.
Ein Schmetterball, der den Ball über den seitlichen Zaun schickt, heißt Por 3, über den höheren hinteren Zaun Por 4. Beide sind nur dann Gewinnschläge, wenn niemand nach draußen kommt.
Wie verliert man einen Punkt?
Ein Paar verliert den Punkt, wenn:
- der Ball zweimal auf seinem Boden aufkommt;
- es ihn nicht übers Netz ins gegnerische Feld zurückbringt;
- es den Ball trifft, bevor er auf seine Seite gewechselt ist;
- der Ball eine Person oder deren Kleidung berührt;
- jemand Netz, Pfosten oder die gegnerische Seite berührt, während der Ball im Spiel ist;
- der Ball zweimal getroffen, getragen oder mit etwas anderem als dem Schläger gespielt wird;
- der Ball die gegnerische Wand ohne vorherigen Aufsprung trifft.
Die beiden häufigsten Clubstreitfälle sind die zweite Bodenberührung — Wandkontakte zählen nicht mit — und die Netzberührung, während der Ball noch lebt.
Was musst du über die Zählweise wissen?
Gezählt wird wie im Tennis: 15, 30, 40, Spiel. Sechs Spiele mit zwei Vorsprung gewinnen den Satz, bei 6:6 folgt ein Tiebreak bis sieben, und ein Match läuft über Best of three.
Anders wird es bei 40:40. Die meisten Wettbewerbe spielen heute den Golden Point: ein Entscheidungspunkt, und das rückschlagende Paar wählt die Seite. Im Clubbetrieb gilt teils noch der Vorteil — frag vor dem ersten Aufschlag, nicht bei 40:40.
Viele Turniere ersetzen zudem den dritten Satz durch einen Match-Tiebreak bis 10. Das ist eine Entscheidung über den Zeitplan, keine Regeländerung, und sie gehört vor die Auslosung.
Ohne Schiedsrichter: die Clubregeln, die niemand aufschreibt
Padel wird überwiegend ohne Schiedsrichter gespielt, ein paar Konventionen gehören daher ausgesprochen.
Es entscheidet das Paar, auf dessen Seite der Ball gelandet ist, und Zweifel gehen zugunsten der Gegenseite. Wandabpraller beurteilt das verteidigende Paar, weil nur es den Blick hat, dem man trauen kann.
Sag den Stand vor jedem Aufschlag laut an. Im Doppel bei hohem Tempo entstehen die Hälfte aller Streitfälle daraus, dass zwei Paare unterschiedliche Stände im Kopf haben.
Bei sanktionierten Wettkämpfen übernimmt das ein Stuhlschiedsrichter und sagt den Stand nach jedem Punkt an. Für alles andere gilt: Die Diskussion kostet mehr Zeit, als der strittige Punkt wert war.
Ein Ballwechsel, fünf Regeln: was nach dem Aufschlag passiert
Der Aufschlag. Der Aufschläger lässt den Ball hinter der Linie aufspringen und trifft ihn auf Hüfthöhe ins diagonale Feld. Er landet, küsst die hintere Scheibe und kommt zurück. Regelkonform: erst der Boden, dann die Wand.
Der Rückschlag. Die Rückschlägerin lässt ihn von der Scheibe abprallen und zieht eine Bajada durch die Mitte. Regelkonform: Der Ball war vorher auf dem Boden, die Wand war also im Spiel.
Der Lob. Das Netzpaar drückt mit einem Globo zurück. Der Ball landet tief, trifft die hintere Scheibe und springt hoch zurück. Weiter im Spiel.
Der Schmetterball. Die Person hinten nimmt ihn als Por 3: Der Ball springt auf, trifft die Scheibe und fliegt über den seitlichen Zaun hinaus. Der Punkt ist nicht vorbei — ein Gegner läuft durch die Tür hinaus und hebt ihn zurück übers Netz.
Der Abschluss. Der zurückkommende Ball erreicht die andere Seite und trifft die Scheibe direkt, ohne vorher aufzuspringen. Punkt für das Paar, das geschmettert hat. Fünf Regeln, ein Ballwechsel, und nichts davon existiert im Tennis.
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Häufige Fragen zu den Padel-Regeln
Primärquellen
- FIP — Padelregeln — Internationale Padel-Föderation (FIP)
- Premier Padel — Format und Regeln — Premier Padel
- Federación Española de Pádel — Regeln — FEP
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