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Wertungs-Leitfaden

Welches Format passt zu deinem Badmintonturnier?

Vier zugelassene Zählweisen, drei Turnierformen und wie sich beides multipliziert

Zuletzt aktualisiert: 27. Oktober 2026
Schnelle Antwort

Bei einem Badmintonturnier fallen zwei voneinander unabhängige Formatentscheidungen, und wer sie verwechselt, bringt den Zeitplan zum Scheitern. Das Wettkampfformat legt fest, wie viele Spiele es gibt: Ein K.-o.-Feld mit N Meldungen ergibt N−1 Spiele, Jeder gegen jeden mit n Meldungen n(n−1)/2, Gruppen plus K.-o. liegen dazwischen. Das Spielformat legt fest, wie lange ein Spiel dauert. Die BWF lässt vier Zählweisen zu: zwei Gewinnsätze bis 21, zwei bis 15, ein Satz bis 21 und drei Gewinnsätze bis 11. Die Feldzeit ist das Produkt aus beidem. Ab dem 4. Januar 2027 werden zwei Gewinnsätze bis 15 zum BWF-Standard, 3×21 bleibt zugelassene Alternative.

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Formatwahl im Badminton

  • Das Wettkampfformat bestimmt die Zahl der Spiele, das Spielformat ihre Dauer. Multiplizieren, dann mit den Stunden vergleichen
  • Die BWF lässt vier Zählweisen zu: 3×21, 3×15, 1×21 und 5×11, jede mit eigener Pause und Obergrenze
  • 3×15 wird am 4. Januar 2027 BWF-Standard; 3×21 bleibt als zugelassene Alternative bestehen
  • K.-o. bei knapper Zeit, Jeder gegen jeden höchstens bis etwa acht Meldungen, Gruppen plus K.-o. für alles andere
  • Verkürze erst die Sätze, bevor du das Feld verkleinerst: Sätze bis 15 sparen rund ein Drittel der Zeit

Zwei Entscheidungen, die meist als eine behandelt werden

Wer eine Turnierleitung nach dem Format fragt, bekommt ein Wort zur Antwort: K.-o. oder Gruppen. Damit ist aber erst die Hälfte geplant.

Das Wettkampfformat bestimmt, wie viele Spiele es gibt. Das Spielformat bestimmt, wie lange jedes davon dauert. Die Feldzeit ergibt sich aus dem Produkt, und wer einen der beiden Faktoren ändert, verändert die Gesamtzeit im selben Verhältnis.

Das ist wichtig, weil die beiden Entscheidungen unterschiedlich viel kosten. Ein anderes Wettkampfformat verändert, wie sich das Turnier für die Teilnehmer anfühlt: Beim K.-o. ist die Hälfte des Feldes nach einem Spiel raus, eine Gruppenphase garantiert allen drei Partien. Ein anderes Spielformat ändert fast nichts, was den Spielern wichtig ist, und trotzdem greifen die meisten Vereine erst zuletzt zu diesem Hebel statt zuerst.

Die vier Zählweisen, die die BWF tatsächlich zulässt

Anders als in den meisten Rückschlagsportarten stehen die Kurzformate im Badminton in den Statuten und werden nicht vor Ort erfunden. Section 4.1.4, die Alternative Laws of Badminton, lässt nach vorheriger Vereinbarung drei Alternativen zum Standardsystem zu, jede mit eigenen Schwellenwerten:

ZählweiseVerlängerung abObergrenzePause beiSeitenwechsel im Entscheidungssatz
Zwei Gewinnsätze bis 2120:2029:29 → 301111
Zwei Gewinnsätze bis 1514:1420:20 → 2188
Ein Satz bis 2120:2029:29 → 3011bei 11, im Satz
Drei Gewinnsätze bis 11nicht geregeltnicht geregelt6, nur im fünften Satz6

Die letzte Zeile gibt das Statut genau so wieder. Für die Variante über fünf Sätze ersetzt Section 4.1.4 die Zählregel durch die knappe Formulierung „Einen Satz gewinnt die Seite, die zuerst 11 Punkte erzielt“. Anders als bei der Variante bis 15 übernimmt sie weder die zwei Punkte Vorsprung noch die Obergrenze. Wörtlich genommen gewinnt also der elfte Punkt den Satz.

Ansonsten ist das Muster leicht zu erkennen: Jede Schwelle liegt etwa bei der Hälfte der Satzlänge. Pause, Seitenwechsel und Beginn der Verlängerung verschieben sich gemeinsam, wenn sich die Satzlänge ändert. Ein verkürztes Badmintonspiel ist ein vollständiges Regelwerk mit eigenen Zahlen und kein abgeschnittenes Spiel bis 21.

Genau das muss eine Anzeigetafel richtig abbilden. Stellst du in JudgeMate Sätze bis 15 ein, rückt der Hinweis auf die Pause auf 8, der Seitenwechsel im Entscheidungssatz auf 8 und die Obergrenze auf 21. Eine Ausnahme gibt es: Bei Sätzen bis 11 verlangt die Tafel weiterhin zwei Punkte Vorsprung ab 10:10, was die alternative Regel nicht fordert, und sie zeigt die Pause bei 6 in jedem Satz an, obwohl die Regel sie nur im fünften Satz vorsieht.

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3×15 ab Januar 2027 und was du in dieser Saison tun solltest

Auf der 87. BWF-Jahreshauptversammlung am 25. April 2026 haben die Mitgliedsverbände das 3×15-System mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit angenommen. Es wird am 4. Januar 2027 Standard, das bisherige 3×21 bleibt als zugelassene Alternative bestehen.

Was gleich bleibt: Ein Spiel geht weiterhin über zwei Gewinnsätze, und die Rally-Point-Zählung bleibt unberührt, es gibt also bei jedem Ballwechsel einen Punkt, egal wer aufgeschlagen hat. Wer einen Satz gewinnt, schlägt im nächsten zuerst auf, und die 120-Sekunden-Pause zwischen den Sätzen bleibt. Die Änderungen gelten für Badminton und Para-Badminton.

Es ändern sich die vier Zahlen aus der Tabelle oben, und die Spielzeit sinkt um rund ein Drittel. Deshalb ist 3×15 nicht nur eine Regelfrage, sondern auch eine Frage der Turnierorganisation: Ein Tableau, das mit 3×21 nicht in einen Sonntag passte, passt mit 3×15 womöglich hinein, ohne dass sonst etwas gekürzt werden muss.

Für die Saison 2026/27 ist der praktische Rat unspektakulär. Spiel deine nationalen Turniere nach dem System, das dein Verband übernommen hat, kündige es mit der Ausschreibung an und rechne damit, dass Spieler, die Verlängerungen ab 20:20 gewohnt sind, ihr erstes 14:14 im Wettkampf erleben. Gib die Zählweise schriftlich bekannt. Bei jeder Umstellung sorgt sie sonst am häufigsten für Verwirrung auf dem Feld.

K.-o., jeder gegen jeden, Gruppen: die Spielzahlen

Das Wettkampfformat multipliziert sich mit der gewählten Zählweise. So viel kostet jede Form:

FormatSpieleGarantiert je Meldung
K.-o. mit 871
K.-o. mit 16151
K.-o. mit 32311
Jeder gegen jeden, 8287
Jeder gegen jeden, 1612015
Vier Gruppen zu 4, dann Tableau mit 824 + 7 = 313

K.-o. ist die richtige Wahl, wenn die Feldzeit knapp ist und am Abend ein Sieger feststehen soll. Den Preis zahlt, wer vierzig Minuten angereist ist und nach einem Spiel in der ersten Runde ausscheidet.

Jeder gegen jeden ist das fairste Format überhaupt, wächst aber nicht mit. Acht Meldungen ergeben 28 Spiele, das schafft ein Verein. Sechzehn ergeben 120, das schafft niemand.

Gruppen plus K.-o. ist der Kompromiss, bei dem die meisten Vereinsturniere landen: drei garantierte Partien, am Ende ein Tableau und insgesamt etwa so viele Spiele wie ein K.-o. mit doppelt so vielen Meldungen. JudgeMate baut das aus einer Auswahl von Formen auf: eine bis vier Gruppen, aus jeder kommen 1, 2, 4 oder 8 weiter (4 und 8 nur bei einer Gruppe), dazu 0, 1 oder 2 der besten Übrigen. 16 Meldungen in vier Vierergruppen mit je zwei Aufsteigern ergeben so ein Tableau mit acht.

Ist die Kategorie ein Doppel, kommen fünf weitere Formen hinzu. Americano, Mexicano, Mixicano und King of the Court rotieren einzelne Spieler: Beim Americano wechseln die Partner jede Runde und jeder wird einzeln gewertet, beim Mexicano ergeben sich die Paarungen der nächsten Runde aus dem aktuellen Stand. Team Americano spielt dieselben Runden mit festen Paaren.

Wählen mit den verfügbaren Stunden als fester Größe

Rechne von den gebuchten Stunden rückwärts: Felder mal Stunden, geteilt durch die geplante Spieldauer der gewünschten Zählweise, und das Ergebnis vergleichst du mit der Spielzahl der gewünschten Form.

VorhandenMeldungenEine Form, die passt
4 Felder, 3 Stunden16Vier Vierergruppen mit einem Satz bis 21, dann Tableau mit vier bei 3×15: 27 Spiele, rund 7,5 Feldstunden
4 Felder, 3 Stunden24Ein Satz bis 21 in den frühen Runden, volle Länge ab dem Viertelfinale
6 Felder, 8 Stunden32Vierergruppen, dann Tableau mit 8 bei 3×21: 31 Spiele
6 Felder, 8 Stunden64K.-o. mit 64 bei 3×15 (63 Spiele) oder zwei Tage bei 3×21
2 Felder, 2 Stunden8Zwei Vierergruppen mit einem Satz bis 21, dann Halbfinale und Finale: 15 kurze Spiele, rund 4 Feldstunden

Zwei Gewohnheiten halten solche Pläne realistisch. Lass ein Feld außerhalb des Zeitplans, das Verzögerungen auffängt. Und denk daran, dass im Badminton die Mindestpause zwischen zwei Spielen desselben Spielers (60 Minuten, nach Entscheidung des Oberschiedsrichters 30) oft früher zum Engpass wird als die Felder.

Zählweisen innerhalb eines Turniers mischen

Keine Regel verlangt, dass jede Runde mit derselben Zählweise gespielt wird, und viele gut organisierte Vereinsturniere tun es auch nicht. Verbreitet ist ein Satz bis 21 in den ersten beiden Runden und zwei Gewinnsätze ab dem Viertelfinale. So ist das große Feld der frühen Runden schnell durchgespielt, und die entscheidenden Partien bekommen das Format, das ihnen zusteht.

Der Haken liegt in der Ankündigung. BWF-Alternativen gelten nach vorheriger Vereinbarung, die Zählweise wird also vor dem Spiel festgelegt und nicht um 15:00 Uhr angepasst, weil der Zeitplan verrutscht ist. Schreib sie in die Ausschreibung und in den Spielplan, und sag sie zu Beginn jeder Runde dem Schiedsrichter oder den Spielern an.

In JudgeMate legst du die Zählweise am Tableau fest und kannst sie für ein einzelnes Spiel überschreiben. Für ein Viertelfinale mit längerem Format musst du die Kategorie also nicht neu anlegen. Ändere aber nie die Zählweise eines Spiels, das schon läuft. Dafür hat Badminton keine Regel, weil es im Sport nicht vorkommt.

16 Meldungen, vier Felder, ein Abend mit drei Stunden

Die Ausgangslage: Vereinshalle von 18:00 bis 21:00 Uhr, vier Felder, sechzehn Einzelmeldungen. Insgesamt zwölf Feldstunden.

Variante A: K.-o. mit 16 bei 3×21. Fünfzehn Spiele von je rund 38 Minuten ergeben 9,5 Feldstunden. Auf dem Papier passt das, in der Praxis nicht. Die beiden Finalisten spielen je vier Partien mit jeweils einer Stunde Pause dazwischen, und allein das sind für sie rund fünfeinhalb Stunden.

Variante B: K.-o. mit 16 bei 3×15. Fünfzehn Spiele von je rund 27 Minuten ergeben 6,75 Feldstunden. Das Pausenproblem wird kleiner, bleibt aber: Vier Partien von 27 Minuten mit 60 Minuten Pause dazwischen dauern immer noch fast fünf Stunden. Für einen Abend mit drei Stunden ist das zu lang.

Variante C: vier Vierergruppen, dann ein Tableau mit vier. 24 Gruppenspiele mit einem Satz bis 21, je etwa 15 Minuten, ergeben sechs Feldstunden. Die drei Gruppenrunden laufen auf vier Feldern von 18:00 bis 19:30 Uhr. Im Tableau folgen ab 19:45 Uhr drei Partien bei 3×15, Ende gegen 21:00 Uhr. Alle spielen mindestens dreimal, niemand mehr als fünfmal. Dieser Zeitplan lässt einem Spieler zwischen zwei Spielen nur etwa 15 Minuten Pause. Er funktioniert also nur, wenn der Verein diese kürzere Pause statt der 60-minütigen Turnierpause festlegt.

Was den Ausschlag gab: Die Zahl der Spiele war in B und C ähnlich, verschieden war ihre Verteilung auf die Spieler. Ein K.-o. bündelt die Spielzeit bei den vier, die übrig bleiben, eine Gruppenphase verteilt sie auf alle sechzehn. Ist die Pause der Engpass und nicht die Feldzeit, gewinnt das Verteilen.

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Geprüft von

JudgeMate Editorial Team

Redaktionsstandards
Geprüft anhand

BWF Statutes Section 4.1.4 (Alternative Laws of Badminton) + Annahme von 3×15, 87. BWF-Jahreshauptversammlung, 25. April 2026

Zuletzt geprüft 2026-10-05 · nächste Januar 2027 (Einführung 3×15)

Häufige Fragen zu Badmintonformaten

Primärquellen

  1. BWF Statutes, Section 4.1.4: Alternative Laws of Badminton (PDF) — Badminton World Federation
  2. BWF Members Approve 3×15 Scoring System — Badminton World Federation
  3. BWF Statutes, Section 5.1: General Competition Regulations (PDF) — Badminton World Federation

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