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Wertungs-Leitfaden

Wie wird Badminton gewertet?

Rally-Wertung bis 21, 2 Punkte Vorsprung und die Aufschlagregeln

Zuletzt aktualisiert: 5. Oktober 2026
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Im Badminton gilt die Rally-Wertung: Jeder Ballwechsel bringt der Seite, die ihn gewinnt, einen Punkt, egal wer aufgeschlagen hat. Ein Satz geht bis 21 Punkte, gewonnen wird mit mindestens 2 Punkten Vorsprung. Steht es 29:29, greift die Obergrenze bei 30 Punkten, und der nächste Punkt entscheidet (30:29). Gespielt wird Best of 3: Wer zuerst 2 Sätze gewinnt, holt das Match. Ab Januar 2027 wird das neue 3×15-System der BWF zum Standard, mit Sätzen bis 15, weiterhin 2 Punkten Vorsprung und einer Obergrenze bei 21. Das bisherige 3×21 bleibt als zugelassene Alternative erhalten.

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So funktioniert die Rally-Wertung

Seit 2006 wird Badminton nach der Rally-Wertung gespielt (auch Rallypoint-System genannt). Dabei bringt jeder Ballwechsel der Seite, die ihn gewinnt, einen Punkt, egal wer aufgeschlagen hat. Vor 2006 galt die Aufschlagwertung: Nur die aufschlagende Seite konnte punkten. Gewann die annehmende Seite den Ballwechsel, bekam sie nur den Aufschlag, aber keinen Punkt. Deshalb ließ sich die Dauer eines Spiels kaum vorhersagen, und Partien zogen sich oft sehr lange hin.

Die BWF (Badminton World Federation) führte die Rally-Wertung ein, um Spiele kürzer, spannender und fernsehtauglicher zu machen. Bei der Rally-Wertung gilt:

  • Gewinnt die aufschlagende Seite den Ballwechsel, erhält sie 1 Punkt und schlägt erneut auf.
  • Gewinnt die annehmende Seite den Ballwechsel, erhält sie 1 Punkt und übernimmt den Aufschlag.

Ein Ballwechsel endet zum Beispiel, wenn der Federball im gegnerischen Feld den Boden berührt oder ins Aus geht, wenn ein Spieler während des Ballwechsels mit Körper oder Schläger das Netz berührt, wenn ein Spieler den Ball zweimal trifft, wenn der Ball am Schläger hängen bleibt (Schleudern oder Werfen) oder bei einem Aufschlagfehler.

Die Rally-Wertung gilt einheitlich bei allen offiziellen BWF-Wettkämpfen: Weltmeisterschaften, Olympische Spiele, BWF World Tour und Kontinentalmeisterschaften.

Sätze, 2 Punkte Vorsprung und die Obergrenze bei 30

Ein Badminton-Match wird im Modus Best of 3 gespielt. Wer zuerst 2 Sätze gewinnt, holt das Match.

Reguläres Satzende: Jeder Satz geht bis 21 Punkte. Erreicht eine Seite die 21 und führt dabei mit mindestens 2 Punkten (zum Beispiel 21:19, 21:17, 21:8), ist der Satz sofort beendet.

Die 2-Punkte-Regel (Verlängerung): Steht es 20:20, endet der Satz nicht bei 21. Gespielt wird weiter, bis eine Seite 2 Punkte vorn liegt (etwa 22:20, 23:21, 24:22, bis maximal 29:28).

Die Obergrenze bei 30, eine Besonderheit des Badmintons: Hat bis 29:29 keine Seite 2 Punkte Vorsprung erreicht, greift die Obergrenze. Der nächste Ballwechsel entscheidet den Satz: Wer ihn gewinnt, erzielt den 30. Punkt und gewinnt 30:29. So ziehen sich Sätze nicht endlos in die Länge.

Warum die Obergrenze wichtig ist: Zwischen 20:20 und 28:28 gilt der normale Vorsprung von 2 Punkten. Bei 29:29 setzt die Obergrenze diese Regel außer Kraft. Dann hängt der ganze Satz an einem einzigen Ballwechsel, einem der dramatischsten Momente im Rückschlagsport.

Match-Ergebnisse: Ein Match endet 2:0 (in zwei Sätzen) oder 2:1 (mit entscheidendem dritten Satz). Beides zählt gleich als Sieg. In Mannschaftswettbewerben wie dem Thomas Cup können die Einzelergebnisse bei Gleichstand über die Platzierung entscheiden.

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Was sich ändert: das neue 3×15-System (ab 2027)

Die Badminton-Wertung ändert sich. Bei der 87. BWF-Jahreshauptversammlung in Horsens (Dänemark) haben die Mitgliedsverbände am 25. April 2026 mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit ein neues 3×15-System beschlossen. Ab der 1. Kalenderwoche 2027 (4. Januar 2027) wird es zum Standard, das bisherige 3×21-Format bleibt als zugelassene Alternative erhalten.

Was gleich bleibt: Ein Match ist weiterhin Best of 3, und die Rally-Wertung bleibt unverändert: Jeder Ballwechsel bringt einen Punkt, egal wer aufgeschlagen hat. Wer einen Satz gewinnt, schlägt im nächsten weiterhin zuerst auf, und die 120-Sekunden-Pause zwischen den Sätzen bleibt bestehen.

Was sich beim 3×15 ändert:

  • Jeder Satz geht bis 15 Punkte statt bis 21.
  • Ab 14:14 braucht es 2 Punkte Vorsprung (die Verlängerung beginnt bei 14:14 statt bei 20:20).
  • Die Obergrenze liegt bei 21 Punkten: Bei 20:20 gewinnt der nächste Punkt mit 21:20 (statt bisher bei 30).
  • Die 60-Sekunden-Pause im Satz gibt es, sobald die führende Seite 8 Punkte erreicht (bisher 11).
  • Im entscheidenden dritten Satz wechseln die Seiten, sobald eine Seite zuerst 8 Punkte erreicht (bisher 11).

Die Änderungen gelten für Badminton und Para-Badminton. Verbände, Vereine und Ligen dürfen im nationalen Spielbetrieb ein zugelassenes Alternativsystem wählen. Der indische Verband (BAI) spielt national bereits seit Juli 2026 nach 3×15, ein halbes Jahr vor dem weltweiten Start. Bis Januar 2027 haben die Verbände Zeit, Wettkampfordnungen, Schiedsrichterausbildung und Zähltechnik anzupassen, bevor die internationalen Turniere umstellen.

MerkmalAktuell 3×21Neu 3×15 (2027)
Punkte pro Satz2115
Verlängerung ab20:2014:14
Obergrenze30 (30:29 gewinnt)21 (21:20 gewinnt)
Pause im SatzFührung bei 11Führung bei 8
Seitenwechsel 3. SatzFührung bei 11Führung bei 8
Sätze pro MatchBest of 3Best of 3

Wenn du als Schiedsrichter im Einsatz bist oder Turniere organisierst: Die Werkzeuge von JudgeMate richten sich nach dem gewählten Format, du kannst also beide Systeme nutzen. Wie Offizielle Spielstand, Aufschlagfelder und Pausen führen, steht in unserem Badminton-Schiedsrichter-Leitfaden.

Aufschlagregeln und Stellung im Feld

Anders als in anderen Rückschlagsportarten muss der Aufschlag im Badminton von unten und unterhalb einer festen Höhe gespielt werden. Die Aufschlagregeln muss man kennen, weil der Punktestand bestimmt, wer aufschlägt und aus welchem Feld.

Grundregeln des Aufschlags (seit 2018):

  • Der Federball muss unterhalb von 1,15 Metern über dem Boden getroffen werden. Diese feste Höhe ersetzte die alte Regel „unterhalb der Taille“, die sich schwerer einheitlich beurteilen ließ.
  • Der Schläger muss sich vom Beginn des Aufschlags bis zum Treffen durchgehend vorwärts bewegen.
  • Der Aufschläger muss in seinem Aufschlagfeld stehen, mit beiden Füßen ruhig (nicht in Bewegung) auf dem Boden.
  • Der Federball muss diagonal über das Netz in das gegnerische Aufschlagfeld fliegen.

Stellung im Einzel:

  • Bei geradem Punktestand des Aufschlägers (0, 2, 4 …) wird aus dem rechten Aufschlagfeld aufgeschlagen.
  • Bei ungeradem Punktestand (1, 3, 5 …) wird aus dem linken Aufschlagfeld aufgeschlagen.
  • Der Annehmer steht im diagonal gegenüberliegenden Aufschlagfeld.

Stellung im Doppel:

  • Der Punktestand der aufschlagenden Seite bestimmt das Aufschlagfeld: gerade = rechts, ungerade = links.
  • Es schlägt der Spieler auf, der bei diesem Punktestand im richtigen Aufschlagfeld steht. Derselbe Spieler schlägt also weiter auf, solange seine Seite Ballwechsel gewinnt, und wechselt nach jedem eigenen Punkt das Feld.
  • Das annehmende Paar wechselt seine Stellung nicht, wenn es punktet (es wechselt nur, wenn es selbst aufschlägt und einen Punkt erzielt).

Wertung im Doppel: So funktioniert die Aufschlagrotation

Im Doppel gilt dieselbe Wertung wie im Einzel (Rally-Wertung bis 21, 2 Punkte Vorsprung, Obergrenze bei 30), die Aufschlagfolge ist aber komplizierter:

Wer schlägt auf? Zu Beginn des Satzes entscheidet das aufschlagende Paar, welcher Spieler zuerst aufschlägt. Danach folgt der Aufschlag einem festen Muster, das vom Punktestand der aufschlagenden Seite abhängt:

  • Gerader Punktestand → der Spieler im rechten Aufschlagfeld schlägt diagonal zum Annehmer auf.
  • Ungerader Punktestand → der Spieler im linken Aufschlagfeld schlägt diagonal zum Annehmer auf.

Grundprinzip: Gewinnt die aufschlagende Seite einen Ballwechsel, schlägt derselbe Spieler erneut auf, wechselt aber das Aufschlagfeld (weil der Punktestand von gerade auf ungerade oder umgekehrt gesprungen ist). Verliert die aufschlagende Seite den Ballwechsel, geht der Aufschlag direkt an das andere Paar.

Das annehmende Paar: Es behält seine Stellung, wenn die Gegner punkten. Eine neue Stellung gibt es nur, wenn das Paar selbst aufschlägt und einen Punkt holt.

Häufiger Irrtum: Anders als nach den alten Regeln (vor 2006) gibt es keinen zweiten Aufschläger. Verliert das aufschlagende Paar den Ballwechsel, wechselt der Aufschlag direkt zum gegnerischen Paar. Diese Vereinfachung kam zusammen mit der Rally-Wertung.

Zu Beginn jedes Satzes: Ab dem zweiten Satz schlägt der Gewinner des vorherigen Satzes zuerst auf. Im Doppel wählt die siegreiche Seite, welcher Spieler aufschlägt und aus welchem Feld.

Pausen und Seitenwechsel

Im Badminton sind feste Pausen vorgesehen:

Pause im Satz: Erreicht die führende Seite 11 Punkte, gibt es eine verbindliche 60-Sekunden-Pause. In dieser Zeit können sich die Spieler abtrocknen, etwas trinken und sich kurz vom Trainer beraten lassen.

Zwischen den Sätzen: Hier gibt es eine 120-Sekunden-Pause (2 Minuten). Die Spieler gehen zu ihren Stühlen, lassen sich coachen und stellen sich auf den nächsten Satz ein.

Seitenwechsel: Die Seiten werden gewechselt:

  • nach dem ersten Satz,
  • nach dem zweiten Satz (falls ein dritter Satz folgt),
  • im dritten Satz, sobald die führende Seite 11 Punkte erreicht.

Der Seitenwechsel im dritten Satz sorgt für faire Bedingungen, denn Luftzug, Beleuchtung und Hintergrund können sich zwischen den beiden Hälften unterscheiden. Durch den Wechsel bei 11 Punkten, etwa zur Satzhälfte, muss keine Seite den Großteil des Entscheidungssatzes unter schlechteren Bedingungen spielen.

Das alte 15-Punkte-System (vor 2006)

Vor 2006 wurde im Badminton grundlegend anders gezählt:

Herreneinzel: Sätze bis 15 Punkte mit Aufschlagwertung (nur der Aufschläger konnte punkten). Dameneinzel: Sätze bis 11 Punkte mit Aufschlagwertung. Doppel (alle): Sätze bis 15 Punkte mit Aufschlagwertung.

Gewann die annehmende Seite den Ballwechsel, bekam sie nur den Aufschlag, aber keinen Punkt. Ein Match über drei Sätze konnte gut über eine Stunde dauern, mit langen Phasen ohne Punktgewinn, weil der Aufschlag mehrfach wechselte.

Die „Setting“-Regel: Im alten System konnte bei bestimmten Gleichständen (13:13 oder 14:14 im Satz bis 15) die Seite, die zuerst den Gleichstand erreicht hatte, den Satz „setten“, also das Ziel um eine festgelegte Zahl von Punkten verlängern.

Im August 2006 stellte die BWF für alle Wettkämpfe auf die Rally-Wertung bis 21 Punkte um. Spiele wurden dadurch kürzer und besser planbar, Fernsehsender konnten Übertragungen verlässlicher einplanen, und für neue Zuschauer wurde der Sport attraktiver, weil sie dem Punktverlauf leichter folgen konnten.

Häufige Missverständnisse zur Badminton-Wertung

„Ein Satz endet immer genau bei 21 Punkten.“ Nur, wenn die Führung mindestens 2 Punkte beträgt. Steht es 20:20, läuft der Satz weiter. Er kann 22:20, 23:21 oder bis 29:28 enden (Sieg mit 2 Punkten) oder 30:29 (Obergrenze).

„Im Badminton gibt es keine Obergrenze.“ Falsch, die Obergrenze liegt bei 30 Punkten. Bei 29:29 entscheidet der nächste Punkt. Darin unterscheidet sich Badminton vom Volleyball, das keine Obergrenze kennt.

„Badminton wird wie Volleyball im Modus Best of 5 gespielt.“ Nein, Badminton wird Best of 3 gespielt. Wer zuerst 2 Sätze gewinnt, holt das Match.

„Nur die aufschlagende Seite kann punkten.“ Das galt nach den alten Regeln vor 2006. Seitdem bringt jeder Ballwechsel der Seite, die ihn gewinnt, einen Punkt, egal wer aufgeschlagen hat.

„Der Aufschlag muss unterhalb der Taille gespielt werden.“ Die alte Taillen-Regel wurde 2018 durch eine feste Höhe ersetzt: Der Federball muss unterhalb von 1,15 Metern über dem Boden getroffen werden. Seitdem lässt sich die Aufschlagregel objektiv und einheitlich kontrollieren.

Mythos: „Im Doppel schlägt jeder Spieler eines Paars einmal auf, bevor der Aufschlag wechselt.“ Das galt im alten System (zweiter Aufschläger). Seit 2006 geht der Aufschlag bei verlorenem Ballwechsel direkt an das gegnerische Paar. Einen zweiten Aufschläger gibt es nicht mehr.

Rechenbeispiel: Ein kompletter Badminton-Satz

So kann ein Satz verlaufen, hier mit den entscheidenden Momenten:

Stand 0:0: Spielerin A schlägt aus dem rechten Feld auf (gerader Stand). A gewinnt den Ballwechsel → 1:0 A. A schlägt jetzt aus dem linken Feld auf (ungerader Stand).

Stand 11:8: Sobald A die 11 erreicht (oder B zuerst), gibt es die 60-Sekunden-Pause.

Stand 20:18: A punktet → 21:18 A. Satzende: A gewinnt, weil sie bei 21 mit 3 Punkten vorn liegt (mehr als 2).

Alternative: Stand 20:20 (Verlängerung): Der Satz endet nicht bei 21. A punktet → 21:20. A braucht noch einen Punkt für 2 Punkte Vorsprung. B punktet → 21:21. Wieder B → 22:21. B fehlt noch ein Punkt. A punktet → 22:22. Und so weiter …

B führt 29:28: A punktet → 29:29. Jetzt greift die Obergrenze bei 30. Der nächste Ballwechsel entscheidet. B punktet → 30:29 B. B gewinnt den Satz, denn ab 29:29 sind keine 2 Punkte Vorsprung mehr nötig.

Nach dem Satz: 120 Sekunden Pause, die Spieler wechseln die Seiten. Hat A Satz 1 und B Satz 2 gewonnen, folgt ein entscheidender dritter Satz mit Seitenwechsel bei 11 Punkten.

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JudgeMate Editorial Team

Redaktionsstandards
Geprüft anhand

BWF Laws of Badminton 2024/25 + 3×15-Änderungen (JHV 2026)

Zuletzt geprüft 2026-10-05 · nächste Vor der 3×15-Einführung (Januar 2027)

Häufige Fragen

Primärquellen

  1. BWF Laws of Badminton — BWF
  2. BWF Statutes and Regulations — BWF
  3. BWF General Competition Regulations — BWF
  4. Key Changes Under the 3×15 Scoring System — BWF

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