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Wertungs-Leitfaden

Wie wird Parkour gewertet?

Zeiten bei Speed, Kampfrichterwertungen bei Freestyle und Style, geschaffte Aufgaben bei Skill

Zuletzt aktualisiert: 15. September 2026
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Parkour wird auf drei Arten gewertet. Bei Speed gewinnt die schnellste Zeit, die FIG-Zeitmessung misst Tausendstel und zeigt Hundertstel an. Im FIG-Freestyle vergeben drei Kampfrichter für die Ausführung bis zu 15 Punkte, drei weitere eine nach oben offene Schwierigkeitswertung, für einen Run von 20 bis 45 Sekunden. Bei Style der USPK zählt der Mittelwert von drei Kampfrichtern auf einem 100-Punkte-Bogen, bei Skill die schwierigste geschaffte Aufgabenstufe, bei Gleichstand die Zahl der Versuche.

Warum hat Parkour mehr als ein Wertungssystem?

Die Parkour-Disziplinen messen Verschiedenes, deshalb gibt es keine gemeinsame Zahl. Speed misst, wie effizient jemand von A nach B kommt, und endet mit einer Zeit. Freestyle (FIG) und Style (USPK und nationale Wettkämpfe) bewerten die Qualität eines Runs, das Ergebnis ist eine Kampfrichterwertung. Skill prüft, ob eine gestellte Aufgabe gelingt, und vergibt Punkte.

Die FIG, die Parkour 2018 in ihre Statuten aufnahm, richtet Weltcups und Weltmeisterschaften nur in Speed und Freestyle aus. Die USPK trägt Speed, Skill und Style aus, ebenso die Parkour-Earth-Weltmeisterschaften 2026 in Brno. Der Deutsche Turner-Bund führt Parkour mit Speed, Style und Skills.

DisziplinErgebnisWer entscheidetGleichstand
Speed (FIG)ZeitZeitmessanlageTausendstel, sonst geteilter Platz
Freestyle (FIG)Punkte E + D3 E-Kampfrichter, 3 D-KampfrichterHöhere E-Wertung, dann E-Mittel, dann D-Mittel
Speed (USPK)Summe der besten ParcourszeitenLichtschranke, Video oder gemittelte StoppuhrenLaut Regelwerk
Style (USPK)Mittel aus 3 Kampfrichtern, von 100KampfgerichtLaut Regelwerk
Skill (USPK)Schwierigste geschaffte Stufe je StationKampfrichter werten geschafft/nicht geschafftZahl der Versuche

Wie wird ein Speed-Lauf gemessen und gewertet?

Speed nach FIG ist ein Rennen über Hindernisse auf zwei parallelen Bahnen. Der Starter ruft Take your mark und Set, und die Zeit läuft mit dem Startsignal. Kontrollpunkte dürfen in beliebiger Reihenfolge passiert werden, müssen aber vor dem Ziel alle korrekt passiert sein. Wer mit irgendeinem Körperteil die Bahngrenze übertritt, ist für diesen Lauf disqualifiziert.

Die FIG-Zeitmessung muss Tausendstel messen und Hundertstel anzeigen, gerundet zugunsten des Athleten: 20,245 Sekunden erscheinen als 20,24. Fällt die Anlage aus, messen die Kampfrichter von Hand auf mindestens ein Zehntel.

Fehlstarts werden mit Karten geahndet. Nach dem ersten Fehlstart im Lauf sehen beide Athleten Gelb; wer mit Gelb erneut zu früh startet, wird disqualifiziert. Wer später als 30 Sekunden nach dem Aufruf an der Startlinie steht, ist für diesen Lauf disqualifiziert.

Die Qualifikation steht nach dem zweiten Lauf fest: Direkt nach dem ersten kann man ein Redo verlangen. Ob es K.-o.-Halbfinals gibt, hängt vom Starterfeld ab. Ab 20 Athleten kommen die 16 Schnellsten ins Halbfinale und 10 ins Finale, das paarweise gelaufen, aber nach Zeit gewertet wird. Gleichstand entscheidet die Tausendstelstelle; ist auch sie gleich, bleibt der Gleichstand bestehen.

Speed bei der USPK läuft anders. Die Athleten haben zwei Versuche auf einem Parcours oder je einen auf zwei Parcours, gewertet wird die Summe der besten Zeiten auf den Parcours, auf mindestens Hundertstel. Gemessen wird mit Lichtschranke, Videozeitmessung mit mindestens 60 Bildern pro Sekunde oder dem Mittelwert mehrerer Stoppuhren. Ein nicht beendeter Parcours zählt als DNF.

Live-Ergebnisse
1
MN
Maya Nowak
Schnitt der Kampfrichter
284
2
LB
Leo Berg
Schnitt der Kampfrichter
247
3
TK
Theo Kraus
Schnitt der Kampfrichter
228
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Wie werten FIG-Kampfrichter einen Freestyle-Run?

Ein FIG-Freestyle-Run dauert mindestens 20 und höchstens 45 Sekunden. Die Zeit startet mit dem ersten Schritt, Sprung oder Schwung, bei 40 Sekunden ertönt ein Signal, und der Athlet beendet den Run mit gekreuzten Armen. Wer unter 20 Sekunden bleibt, verliert 2 Punkte; was nach 45 Sekunden passiert, kann noch Abzüge bei der Ausführung bringen, aber keine Schwierigkeit mehr.

Das Kampfgericht besteht aus sechs Personen: drei für die Ausführung (E) und drei für die Schwierigkeit (D). Die E-Wertung reicht bis 15 Punkte und umfasst Sicherheit, Landequalität, Flow und Flow-Qualität. Die D-Wertung ist nach oben offen (15+): Sie setzt sich aus Trickwerten der FIG-Trickliste zusammen, die Bewegungen in Swing, Wall, Akrobatik und Parkour-Grundlagen gliedert, und wiederholte Tricks zählen nicht.

Das Endergebnis ist E-Wertung plus D-Wertung minus Abzüge. In der Qualifikation darf man ein Redo nehmen, dann zählt nur der zweite Run. Die acht Besten der Qualifikation erreichen das Finale, höchstens zwei pro Verband, und der oder die Qualifikationsbeste startet zuletzt.

Gleichstand im Freestyle wird in drei Stufen aufgelöst: höhere E-Wertung, dann Mittelwert aller E-Kampfrichter, dann Mittelwert aller D-Kampfrichter. Ein Verstoß gegen die Kleiderordnung kostet 2 Punkte im Freestyle und 2 Sekunden bei Speed.

Wie wird Style bei der USPK und national gewertet?

Style bei der USPK werten drei Kampfrichter, das Ergebnis ist der Mittelwert ihrer Wertungen. Das Regelwerk kennt zwei Runden mit unterschiedlichen Bögen, beide über 100 Punkte.

RundeWas der Athlet zeigtKompositionSchwierigkeitAusführung
LineEin Run von meist 10–30 Sekunden502525
ComboDrei verbundene Technikenkeine5050

Die Gewichtung zeigt, worum es in der jeweiligen Runde geht. In der Line-Runde macht die Komposition, also der Aufbau des Runs, die Hälfte der Wertung aus. Die Combo-Runde verzichtet auf Komposition und teilt die Wertung gleichmäßig zwischen Schwierigkeit und Ausführung der drei Techniken.

Andere Style-Wettkämpfe veröffentlichen eigene Kriterien. Parkour Earth nennt für die Weltmeisterschaften 2026 Ausführung, Schwierigkeit, Kreativität, Flow und Interaktion mit Hindernissen. Der Deutsche Turner-Bund beschreibt Style als eine Art Freestyle-Wettbewerb.

Wie funktioniert die Wertung einer Skill-Aufgabe?

Skill wird an Aufgabenstationen ausgetragen, jeder Versuch gilt als geschafft oder nicht geschafft. Nach dem USPK-Regelwerk bekommt eine Athletin Punkte für die schwierigste Stufe, die sie an jeder Station schafft, eine Station hat also mehrere Schwierigkeitsstufen.

Das Regelwerk empfiehlt einen Extrapunkt für einen Flash, also das Gelingen im ersten Versuch, und hält die Zahl der Versuche fest, damit sich Gleichstand auflösen lässt. Die Aufgaben umfassen Sprünge, Landungen einschließlich der Präzisionslandung, Vaults, Rollen, Schwünge und Klettern.

Jede Station zählt zur Summe. Wer alle Stationen auf mittlerer Stufe schafft, kann deshalb vor jemandem landen, der an einer Station die höchste Stufe erreicht und an den übrigen scheitert.

Skill gibt es nicht nur in den USA. Die SPL-Weltmeisterschaften in Vancouver, die Polnischen Meisterschaften 2026 und die Parkour-Earth-Weltmeisterschaften 2026 tragen Skill mit technischen Aufgaben aus, und auch der DTB führt Skills als Disziplin.

Rechenbeispiel: Speed-Zeit, Style-Wertung und Skill-Punkte

Speed nach USPK. Eine Athletin hat je einen Versuch auf zwei Parcours: 31,47 und 28,93. Gewertet wird die Summe der besten Zeiten: 31,47 + 28,93 = 60,40. Eine zweite Athletin läuft 30,88 und 29,52, ebenfalls 60,40. Diesen Gleichstand löst das Regelwerk, nicht die Zeitmessung.

Speed nach FIG. Zwei Athleten beenden ein Finale mit 27,70 auf der Anzeige. Die Anlage hat 27,702 und 27,708 gemessen, die Tausendstel trennen sie, und der Erste liegt vorn. Hätten beide 27,702, teilten sie sich den Platz.

Style, USPK-Line-Runde. Drei Kampfrichter werten einen Run:

  • Kampfrichter 1: Komposition 38 + Schwierigkeit 19 + Ausführung 20 = 77
  • Kampfrichter 2: Komposition 41 + Schwierigkeit 18 + Ausführung 21 = 80
  • Kampfrichter 3: Komposition 36 + Schwierigkeit 20 + Ausführung 19 = 75

Style-Wertung = (77 + 80 + 75) ÷ 3 = 77,33.

Skill. Eine Station bietet drei Stufen desselben Präzisionssprungs. Die Athletin schafft Stufe 2 im ersten Versuch an der Station und scheitert zweimal an Stufe 3. Nach USPK bringt die Station 2 Punkte für die höchste geschaffte Stufe und den empfohlenen 1 Punkt für den Flash, zusammen 3.

So sieht das in JudgeMate aus. Speed ist eine Kategorie mit schnellstem Versuch pro Parcours und summierten Parcours, gemessen auf Hundertstel oder Tausendstel, Gleichstand nach nächstbester Zeit oder als geteilter Platz. Der Style-Bogen wird zu drei Kriterien mit 0–50, 0–25 und 0–25 Punkten, pro Kampfrichter addiert und über das Kampfgericht gemittelt. Eine Skill-Station wird zu einer Aufgabe, deren Kontrollpunkte die Stufen sind, gewertet nach dem höchsten erreichten Kontrollpunkt. Den Bonus nach Versuchsnummer rechnet JudgeMate nur an, wenn die ganze Aufgabe geschafft ist, ein Flash auf niedrigerer Stufe kommt also nicht von selbst dazu. Getrennte E- und D-Kampfgerichte oder die FIG-Trickliste bildet JudgeMate nicht ab. Was jedes Wertungssystem kann, steht auf der Seite Parkour bei JudgeMate.

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MN
Maya Nowak
Schnitt der Kampfrichter
284
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LB
Leo Berg
Schnitt der Kampfrichter
247
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TK
Theo Kraus
Schnitt der Kampfrichter
228
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Geprüft von

JudgeMate Editorial Team

Redaktionsstandards
Geprüft anhand

FIG Parkour Code of Points 2025–2028, FIG Technical Regulations 2025, USPK Competition Rulebook v2.0 (2024)

Zuletzt geprüft 2026-09-15 · nächste März 2027

Häufige Fragen zur Parkour-Wertung

Quellen

  1. Parkour Code of Points 2025–2028Fédération Internationale de Gymnastique (FIG)
  2. Technical Regulations 2025Fédération Internationale de Gymnastique (FIG)
  3. USPK Parkour Competition Rulebook v2.0United States Parkour Association
  4. 1. FIG-Parkour-Weltmeisterschaften, Tokio 2022: ErgebnisseFédération Internationale de Gymnastique (FIG)

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