Parkour-Wertung für Speed, Skill und Style
Stoppuhr im Handy, Aufgaben mit Kontrollpunkten, Style-Kampfgericht
Parkour kennt drei Wertungsmodelle. Bei Speed entscheidet die Zeit: Die FIG-Zeitmessung misst Tausendstel und zeigt Hundertstel an. Freestyle und Style wertet ein Kampfgericht, bei der FIG drei Kampfrichter für Ausführung und drei für Schwierigkeit, bei der USPK drei Kampfrichter, deren Wertungen gemittelt werden. Bei Skill gibt es Punkte für die schwierigste geschaffte Aufgabenstufe, bei Gleichstand zählen die Versuche.
- Was JudgeMate bei einem Parkour-Wettkampf übernimmt
- Wie Parkour-Wettkämpfe ablaufen
- Parkour-Wettkämpfe: ein Sport, drei Wege zum Sieg
- Die wichtigsten Parkour-Wettkämpfe
- Athleten, die Parkour geprägt haben
- Parcours, Schuhe und Zeitmessung
- Wohin sich Parkour als Wettkampfsport entwickelt
- Wie Parkour zum Wettkampfsport wurde
- Verwandte Leitfäden
- Parkour-Wettkämpfe: häufige Fragen
Was JudgeMate bei einem Parkour-Wettkampf übernimmt
Drei Wertungssysteme in einem Wettkampf
Speed, Skill und Style sind eigene Kategorietypen mit jeweils eigenem Wertungssystem. Die Regeln legst du fest, Zeiten und Punkte berechnet der Server. Keines der Systeme bildet ein Verbandsreglement ab.
Stoppuhr im Handy der Kampfrichter
Die Zeit wird beim Berühren des Bildschirms genommen, nicht beim Loslassen, und die Stoppuhr übersteht das Neuladen der Seite. Zeiten lassen sich auch von Hand eintragen, Versuche korrigieren oder streichen, und der letzte Versuch ist fünf Sekunden lang rückgängig zu machen.
Parcours, Versuche und wie Zeiten zählen
Bis zu zehn Parcours mit je einem bis zehn Versuchen. Das Parcoursergebnis ist der schnellste, mittlere oder summierte Versuch, das Endergebnis der schnellste, mittlere oder summierte Parcours, und alle drei Werte stehen immer daneben.
Messgenauigkeit und Gleichstand
Gemessen wird auf Zehntel, Hundertstel oder Tausendstel; Zeiten werden abgeschnitten, und die Rangliste rechnet mit dem angezeigten Wert. Bei Gleichstand entscheidet die nächstbeste Zeit, oder die Athleten teilen sich den Platz (1-1-3).
Skill-Aufgaben mit Kontrollpunkten
Jede Aufgabe hat eine Beschreibung für die Kampfrichter, ein Versuchslimit oder keins, bis zu zwölf Kontrollpunkte mit Punkten (addiert oder höchster erreichter), einen Bonus fürs Schaffen und einen Bonus nach Versuchsnummer, etwa 3/2/1. Es zählt der beste Versuch je Aufgabe; bei Gleichstand gewinnen mehr geschaffte Aufgaben, dann weniger Versuche.
Style-Kampfgericht mit eigenen Kriterien
Style läuft über die Kampfrichterwertung: beliebig viele Kampfrichter, gemittelte Wertungen, Kriterien und Gewichtung nach deinem Reglement. Die Vorlage hat fünf Komponenten von 0 bis 10 und lässt sich durch eigene ersetzen.
Versuche ohne Netz gespeichert
Bei Speed und Skill bleibt ein Versuch ohne Verbindung auf dem Gerät in der Warteschlange, übersteht das Neuladen und wird gesendet, sobald das Netz zurück ist. Die Warteschlange hält Einträge 72 Stunden.
Strafen und Disqualifikation mit Begründung
Der Veranstalter trägt eine Zeit- oder Punktstrafe ein, disqualifiziert oder legt die Reihenfolge bei Gleichstand fest. Jede Korrektur braucht eine Begründung, damit das Protokoll nach dem Wettkampf nachvollziehbar bleibt.
Ergebnisse als PDF und CSV
Der Speed-Export enthält die Zeit jedes Parcours sowie schnellste, mittlere und Gesamtzeit. Der Skill-Export zeigt das beste Ergebnis je Aufgabe und die Zahl der geschafften Aufgaben.
Wie Parkour-Wettkämpfe ablaufen
Die Formate, die Veranstalter tatsächlich ausrichten
Speed
Ein Lauf auf Zeit über Hindernisse, vom Start bis ins Ziel. Bei FIG-Wettkämpfen laufen zwei Athleten auf parallelen Bahnen nach Take your mark, Set und Startsignal. Nach dem ersten Fehlstart im Lauf sehen beide Athleten Gelb, wer danach erneut zu früh startet, wird disqualifiziert. Kontrollpunkte dürfen in beliebiger Reihenfolge passiert werden, und wer die Bahngrenze übertritt, ist für diesen Lauf disqualifiziert. Bei der USPK zählt die Summe der besten Zeiten aus den Parcours.
Freestyle (FIG)
Ein gewerteter Run von 20 bis 45 Sekunden in der Freestyle-Zone. Drei Kampfrichter für die Ausführung vergeben bis zu 15 Punkte für Sicherheit, Landequalität und Flow. Drei Kampfrichter für die Schwierigkeit vergeben eine nach oben offene Wertung auf Basis der FIG-Trickliste. Ein Run unter 20 Sekunden kostet zwei Punkte, nach 45 Sekunden wird keine Schwierigkeit mehr angerechnet.
Style (USPK und nationale Wettkämpfe)
Die gewertete Disziplin außerhalb des FIG-Systems. Bei der USPK mittelt ein Kampfgericht aus drei Personen die Wertungen, in einer Line-Runde (Komposition 50, Schwierigkeit 25, Ausführung 25) und einer Combo-Runde aus drei verbundenen Techniken (Schwierigkeit 50, Ausführung 50). Der DTB beschreibt Style als eine Art Freestyle-Wettbewerb.
Skill
Aufgabenstationen, die als geschafft oder nicht geschafft gewertet werden. Nach dem USPK-Regelwerk bekommt eine Athletin Punkte für die schwierigste Stufe, die sie an einer Station schafft, dazu einen Extrapunkt für einen Flash im ersten Versuch; die Zahl der Versuche entscheidet bei Gleichstand. Die Aufgaben umfassen Sprünge, Präzisionslandungen, Vaults, Rollen, Schwünge und Klettern.
Runden, Redo und Finale
FIG-Wettkämpfe bestehen aus Qualifikation, bei Speed K.-o.-Halbfinals, und Finale, jede Runde beginnt bei null. In der Qualifikation darf man direkt nach dem ersten Run ein Redo verlangen; bei Freestyle zählt dann nur der zweite Run. Bei großem Speed-Starterfeld kommen 16 Athleten ins Halbfinale und 10 ins Finale.
Wie Parkour gewertet wird
Ein einziger Parkour-Wettkampf liefert drei Arten von Ergebnissen: eine Zeit, eine Kampfgerichtswertung und eine Punktzahl. Bei Speed gewinnt die niedrigste Zeit, also kommt es auf Gleichstand, Messgenauigkeit und den Umgang mit Stürzen oder verpassten Kontrollpunkten an. Bei Skill zählt das Schaffen der Aufgabe, und die Zahl der Versuche fließt ins Ergebnis ein. Freestyle und Style hängen vom Kampfgericht ab und davon, wie stark das Reglement Schwierigkeit gegenüber Ausführung und Flow gewichtet.
JudgeMate wertet Speed und Skill mit zwei eigenen Wertungssystemen und Style mit der Kampfrichterwertung und Kriterien, die der Veranstalter festlegt. Getrennte Kampfgerichte für Ausführung und Schwierigkeit wie bei der FIG gibt es nicht, ebenso wenig die FIG-Trickliste oder ein Kartensystem. Bei Style wertet ein Kampfgericht alle Kriterien. Bei Speed markiert der Zeitnehmer einen Versuch als DNF oder DSQ oder gibt ihm eine Zeitstrafe, und der Veranstalter kann mit Begründung bestrafen oder disqualifizieren.
**Zeit (Speed)**: der Lauf vom Startsignal bis ins Ziel, alle Kontrollpunkte passiert. Schneller ist besser; ein verpasster Kontrollpunkt oder ein Bahnverstoß macht den Lauf ungültig.
**Geschafft (Skill)**: welche Kontrollpunkte oder Schwierigkeitsstufen einer Aufgabe erreicht wurden und in welchem Versuch. Die USPK empfiehlt einen Extrapunkt, wenn die Aufgabe im ersten Versuch gelingt.
**Schwierigkeit**: wie anspruchsvoll und riskant Bewegungen und Kombinationen sind. Die FIG baut sie aus Trickwerten auf; bei der USPK zählt sie 25 von 100 Punkten in der Line-Runde und 50 in der Combo-Runde.
**Ausführung**: Kontrolle, Präzision, Landungen und Körperhaltung. Bei der FIG umfasst die Ausführung Sicherheit, Landequalität und Flow.
**Flow**: durchgehende Bewegung zwischen den Hindernissen, ohne Zögern und ohne Neuansatz.
**Kreativität**: eigene Linien und Bewegungswahl, also wie jemand den Parcours anders liest als der Rest des Feldes.
**Raumnutzung**: wie viel vom Parcours und seinen Hindernissen der Run ausnutzt. Parkour Earth nennt die Interaktion mit Hindernissen als eines seiner Style-Kriterien.
Bei Speed nutzt jeder Zeitnehmer die Stoppuhr im eigenen Handy. Die Zeit wird beim Berühren des Bildschirms genommen, eine laufende Stoppuhr übersteht das Neuladen der Seite, und der Browser wird gebeten, den Bildschirm anzulassen. Zeiten lassen sich auch von Hand eintragen, Versuche korrigieren, streichen oder fünf Sekunden lang rückgängig machen; ein DNS-Knopf erfasst Nichtantreten. Versuche, die bei Speed oder Skill ohne Netz eingetragen werden, warten auf dem Gerät und gehen raus, sobald die Verbindung zurück ist, bis zu 72 Stunden lang. Bei Style werten die Kampfrichter auf eigenen Geräten, die Wertungen werden gemittelt; ab fünf Kampfrichtern kann der Veranstalter die höchste und niedrigste streichen. Die Ergebnisse gibt es als PDF und CSV.
Parkour-Wettkämpfe: ein Sport, drei Wege zum Sieg
Im Parkour gewinnt man auf drei Arten. Bei Speed zählt die Zeit vom Start bis ins Ziel. Bei Freestyle und Style entscheidet die Wertung des Kampfgerichts für Schwierigkeit, Kontrolle und Flow. Bei Skill gibt es Punkte dafür, welche Aufgabe geschafft wurde und im wievielten Versuch.
Der Wettkampfkalender folgt dieser Aufteilung. Die FIG richtet Weltcups und Weltmeisterschaften in Speed und Freestyle aus. Nationale Verbände wie die US-amerikanische USPK und die Weltmeisterschaften von Parkour Earth 2026 stellen Speed, Skill und Style nebeneinander, meist am selben Wochenende. Auch der Deutsche Turner-Bund führt Parkour mit Speed, Style und Skills.
Auf Papier oder in einer Tabelle wird daraus schnell Chaos: Ein Kampfrichter hält die Stoppuhr, der nächste hakt Kontrollpunkte auf dem Aufgabenblatt ab, und eine dritte Gruppe mittelt Style-Wertungen. In JudgeMate sind das drei Kategorietypen in einem Wettkampf, jeder mit eigenem Wertungssystem. So wird jedes Ergebnis nach den Regeln seiner Disziplin berechnet.
Die wichtigsten Parkour-Wettkämpfe
Zwei internationale Kalender, ein Multisport-Event und darunter immer mehr nationale Serien.
FIG-Parkour-Weltmeisterschaften
Zum ersten Mal im Oktober 2022 in Tokio, mit Titeln für Bohdan Kolmakov, Miranda Tibbling, Dimitrios Kyrsanidis und Ella Bucio. Die zweite Ausgabe im November 2024 in Kitakyushu lief für Senioren und Junioren gemeinsam und wurde vom Regen verkürzt.
FIG-Parkour-Weltcup
Nach Testwettkämpfen 2017 lief die erste offizielle Serie 2018 in Hiroshima und Montpellier, wo das FISE-Festival seither einen Weltcup ausrichtet. 2026 machte die Serie im Mai in Montpellier und im Juni in Istanbul Station.
World Games
Parkour debütierte 2022 in Birmingham und war 2025 in Chengdu wieder dabei. Dort gewannen Caryl Cordt-Moller und Miranda Tibbling Speed, Mutsuhiro Shiohata und Shang Chunsong Freestyle.
Parkour-Earth-Weltmeisterschaften
Angesetzt ab dem 28. Oktober 2026 in Brno, Tschechien, in Speed, Skill und Style. Qualifizieren kann man sich unter anderem über die nationalen Meisterschaften in Österreich, Tschechien, Frankreich, Polen, der Schweiz, den USA und Großbritannien.
US-Meisterschaften der USPK
Die Spitze des US-Circuits, erreichbar über regionale Qualifikationen und Finals. Bei den Meisterschaften 2026 im HUB Parkour Training Center qualifizierten sich die besten drei jeder Disziplin für die SPL- und die Parkour-Earth-Weltmeisterschaften.
SPL-Weltmeisterschaften
Die Meisterschaft der Sport Parkour League bei Origins Parkour in Vancouver, hervorgegangen aus einer nordamerikanischen Meisterschaft, die dieselben Veranstalter seit über zehn Jahren ausrichten. SPL4 im August 2025 umfasste Skill, Speed und Style mit Vorrunden, Halbfinals und Finals.
Red Bull Art of Motion
Das Freerunning-Einladungsturnier gibt es seit 2007, bekannt vor allem durch die Ausgaben auf Santorini. 2022 auf Astypalea wurden die Athleten in drei gefilmten Aufgaben nach Schwierigkeit, Kreativität, Flow und Ausführung gewertet.
Athleten, die Parkour geprägt haben
Einer der Gründer steht heute der FIG-Parkourkommission vor, und die ersten Weltmeister gibt es erst seit 2022.
Pioniere und erste Weltmeister
David Belle
Frankreich. Die FIG schreibt ihm die Entwicklung des Parkour-Konzepts in Lisses zu, nach den Bewegungsprinzipien seines Vaters, eines Pariser Feuerwehrmanns. Im Kino spielte er die Hauptrolle in Banlieue 13.
Sébastien Foucan
Frankreich. Teil der ursprünglichen Gruppe aus Lisses und Gesicht von Jump London (2003), der Dokumentation, die Freerunning ins britische Fernsehen brachte. Er selbst nennt sich einen Pionier der Disziplin, nicht ihren Gründer.
Charles Perrière
Frankreich. Gründungsmitglied der Yamakasi und Mitautor des Films Yamakasi von 2001. Der FIG Parkour Code of Points 2025–2028 führt ihn als Präsidenten der FIG-Parkourkommission.
Dimitrios Kyrsanidis
Griechenland. Sieger bei Red Bull Art of Motion auf Santorini und erster FIG-Weltmeister im Freestyle der Männer, mit 26,0 Punkten 2022 in Tokio.
Bohdan Kolmakov
Ukraine. Erster FIG-Weltmeister im Speed der Männer, 2022 in Tokio in 25,25 Sekunden.
Wer gerade gewinnt
Caryl Cordt-Moller
Schweiz. Speed-Weltmeister 2024, Speed-Sieger bei den World Games 2025 und Gesamtsieger der Weltcupserie 2025. Laut FIG war er einer der maskierten Läufer bei der Eröffnungsfeier von Paris 2024.
Miranda Tibbling
Schweden. Speed-Weltmeisterin 2022, WM-Bronze 2024 und Speed-Siegerin bei den World Games 2022 und 2025.
Ella Bucio
Mexiko. Erste Freestyle-Weltmeisterin 2022, zwei Jahre später Speed-Weltmeisterin und bei derselben WM Zweite im Freestyle.
Elis Torhall
Schweden. Freestyle-Weltmeister 2024 und Sieger beim Weltcup in Istanbul im Juni 2026.
Shang Chunsong
China. Freestyle-Weltmeisterin 2024 und Freestyle-Siegerin bei den World Games 2025 in Chengdu.
Mutsuhiro Shiohata
Japan. Freestyle-Silber bei der WM 2024 und Freestyle-Gold bei den World Games 2025.
Audrey Johnson
USA. Speed-Silber bei der WM 2024, die erste US-Medaille bei einer Parkour-Weltmeisterschaft, dazu Freestyle-Bronze. Beim Weltcup 2026 in Montpellier holte sie erneut Speed-Silber.
Parcours, Schuhe und Zeitmessung
Viel Ausrüstung braucht man im Parkour nicht. Über den Wettkampf entscheiden der Parcours und die Art der Zeitmessung.
Der Parcours
Die FIG verlangt eine Wettkampffläche von mindestens 40 × 10 Metern, für Weltmeisterschaften zwei identische parallele Parcours und hat Gerätenormen noch nicht veröffentlicht. Aufgebaut wird der Parcours vom Anbieter oder vom Ausrichter unter Aufsicht des FIG-Techniker-Delegierten; bei den Weltcups 2026 stammten die Hindernisse von Brick in Montpellier und HELIX in Istanbul.
Schuhe
Die FIG-Regeln verlangen nur geeignete Sport- oder Laufschuhe nach Wahl der Athleten. Modell, Sohlentyp oder Marke schreiben sie nicht vor.
Kleidung
T-Shirt, Polo oder Pullover, Shorts, Hose oder Leggings, ohne lose Teile, die an einem Hindernis hängen bleiben könnten. Ein Verstoß gegen die FIG-Kleiderordnung kostet zwei Sekunden bei Speed oder zwei Punkte bei Freestyle.
Zeitmessung
Die FIG verlangt eine Zeitmessanlage, die Tausendstel misst und Hundertstel anzeigt, dazu Handzeitnahme auf Zehntel als Rückfallebene. Die USPK akzeptiert Lichtschranke, Videozeitmessung mit mindestens 60 Bildern pro Sekunde oder den Mittelwert mehrerer Stoppuhren.
Kontrollpunkte und Richtungsfahnen
Auf Speed-Parcours legen Kontrollpunkte und Fahnen die Strecke fest. Die USPK rät, künstliche Kontrollpunkte zu vermeiden, bei denen man nur antippen muss.
Wohin sich Parkour als Wettkampfsport entwickelt
Parkour klärt noch, wer den Sport führt und welche Formate zählen, und beide Fragen bewegen sich schnell.
Speed, Skill und Style als gemeinsames Format
Außerhalb des FIG-Systems setzt sich das Modell mit drei Disziplinen durch. Speed, Skill und Style tragen die USPK, die SPL-Weltmeisterschaften, die Polnischen Meisterschaften 2026 und die Parkour-Earth-Weltmeisterschaften in Brno aus.
Zwei Weltmeisterschaften
FIG und Parkour Earth richten beide Wettkämpfe auf Weltniveau aus, nationale Verbände stehen bei einem von beiden oder bei beiden. Für Athleten heißt das zwei Qualifikationswege, für Veranstalter zwei Regelwerke zur Auswahl.
Multisport-Bühne ohne Olympia
Seit das IOC Parkour für Paris 2024 abgelehnt hat, sind die World Games die große Multisport-Bühne des Sports: Birmingham 2022 und Chengdu 2025.
Strukturierte nationale Serien
Der USPK-Kalender 2027 sieht Qualifikationen von Januar bis April vor, Regionalfinals im Mai, Meisterschaften für Junioren, Jugend und Teens im Juni und für Erwachsene im Juli.
Asien kommt dazu
Die ersten Parkour-Asienmeisterschaften der Asiatischen Turnunion fanden im Oktober 2025 in Amman, Jordanien, nach FIG-Regeln statt.
Draußen als Normalfall
Die FIG trägt Parkour im Freien aus, sofern keine Halle genehmigt ist, und das Wetter redet mit. Regen verkürzte die Weltmeisterschaften 2024 in Kitakyushu, manche Medaillen wurden über frühere Runden vergeben.
Wie Parkour zum Wettkampfsport wurde
Lisses und Évry (späte 1980er und 1990er Jahre)
Parkour entstand in den Pariser Vororten Lisses und Évry. Laut der Geschichte, die die FIG veröffentlicht, entwickelte David Belle das Konzept aus den Bewegungsprinzipien seines Vaters, eines Pariser Feuerwehrmanns. Der Name geht auf den parcours du combattant zurück, den militärischen Hindernisparcours.
Eine Gruppe Jugendlicher, die in Lisses gemeinsam trainierte, nannte sich Yamakasi. Später trennten sich die Wege: Belles Umfeld sprach von Parkour, die Yamakasi blieben bei L'Art du Déplacement. Der Film Yamakasi von 2001, mitgeschrieben von Gründungsmitglied Charles Perrière, brachte die Bewegung ins Kino.
Freerunning geht um die Welt (2003–2010)
2003 zeigte der britische Sender Channel 4 die Dokumentation Jump London mit Sébastien Foucan, der damit das Wort Freerunning bekannt machte. Freerunning steht heute für ausdrucksstärkere, akrobatische Bewegung, Parkour für den effizienten Weg von A nach B.
Die ersten großen Wettkämpfe waren Einladungsturniere. Red Bull Art of Motion startete 2007 in Wien und zog später nach Santorini, wo ein Kampfgericht die Runs der Freerunner wertete.
Parkour unter dem Dach der FIG (2017–2022)
Im Februar 2017 gab das Exekutivkomitee der FIG grünes Licht für den Aufbau von Parkour, noch im selben Jahr folgten Testwettkämpfe in Montpellier und Chengdu. Der erste FIG-Weltcup lief im April 2018 in Hiroshima, und im Dezember 2018 bestätigte der FIG-Kongress in Baku Parkour als Disziplin in den Statuten.
Die ersten Weltmeisterschaften, geplant in Hiroshima, verschob die Pandemie zweimal. Ausgetragen wurden sie schließlich im Oktober 2022 in Tokio, mit 97 gemeldeten Athletinnen und Athleten aus 38 Nationen in Speed und Freestyle. Im selben Jahr stand Parkour erstmals bei den World Games in Birmingham auf dem Programm.
Zwei internationale Strukturen (seit 2017)
Der Schritt der FIG blieb nicht unwidersprochen. Parkour Earth, 2017 von sechs nationalen Parkour-Organisationen gegründet, versteht sich als internationaler Verband für Parkour, Freerunning und Art du Déplacement und schrieb der FIG in einem offenen Brief, die Szene solle ihren Sport selbst verwalten. Die FIG antwortete, sie habe nie vorgehabt, sich eine Disziplin einseitig anzueignen.
Beide Seiten richten heute Wettkämpfe auf Weltniveau aus. In Deutschland liegt Parkour beim Deutschen Turner-Bund, einem FIG-Mitgliedsverband; die ersten Deutschen Meisterschaften waren für 2020 ausgeschrieben und wurden wegen der Pandemie abgesagt.
Verwandte Leitfäden
Parkour-Wettkämpfe: häufige Fragen
Quellen
- Parkour Code of Points 2025–2028 — Fédération Internationale de Gymnastique (FIG)
- Technical Regulations 2025, Abschnitt 7: Sonderbestimmungen für Parkour — Fédération Internationale de Gymnastique (FIG)
- USPK Parkour Competition Rulebook v2.0 — United States Parkour Association
- Geschichte des Parkour — Fédération Internationale de Gymnastique (FIG)
- Parkour Earth World Championships 2026 — Parkour Earth
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