Wertungskriterien im Scootering erklärt
Schwierigkeit, Vielfalt, Flow und Stil — die vier Säulen der Wertung
Zuletzt aktualisiert: 19. Februar 2026
Das Wertungssystem im Wettkampf-Scootering ruht auf 4 Kategorien mit unterschiedlichem Gewicht: Schwierigkeit (30 Punkte) für Trickkomplexität und Risiko, Vielfalt (25 Punkte) für Trickmischung und Nutzung des Skateparks, Flow (25 Punkte) für Stabilität und Kontinuität der Fahrt sowie Stil (20 Punkte) für Ästhetik, Amplitude und scheinbar mühelose Ausführung. Der ideale Run verbindet konstant hohe Trickschwierigkeit mit Tempo, Höhe, abwechslungsreichen Linien und sauberen Landungen.
Die 4 Säulen des Wertungssystems
Jeder Wettkampf-Run im Scootering wird über vier Kategorien mit unterschiedlicher Gewichtung bewertet:
| Kriterium | Gewicht | Anteil |
|---|---|---|
| Schwierigkeit | 30,0 Punkte | 30 % |
| Vielfalt | 25,0 Punkte | 25 % |
| Flow | 25,0 Punkte | 25 % |
| Stil | 20,0 Punkte | 20 % |
| Gesamt | 100,0 Punkte | 100 % |
Die Kampfrichter werten den Run als Ganzes und prüfen dabei jede dieser Kategorien. Ein Spitzenwert verlangt Klasse in allen vier — Stärke in einem einzigen Bereich reicht nicht.
Schwierigkeit (30 Punkte) — das schwerstgewichtete Kriterium
Die Schwierigkeit trägt das höchste Gewicht im Wertungssystem (30 von 100 Punkten). Bewertet wird die Ausführung schwieriger, komplexer und riskanter Tricks, die im gesamten Run konstant gezeigt werden und sich von der Konkurrenz abheben.
Was die Schwierigkeitswertung hebt
- Komplexe Trickkombinationen (z. B. Combos aus Rotation und Flip)
- Riskante Tricks auf großen Obstacles
- Konstanz — das hohe Schwierigkeitsniveau über den gesamten Run halten
- Tricks, die sich gegen andere Fahrer derselben Altersklasse abheben
Was die Schwierigkeitswertung senkt
- Wiederholung derselben Tricks (selbst wenn sie schwer sind)
- Nur einfache, sichere Manöver
- Keine Steigerung der Schwierigkeit im Run
- Versuchte schwere Tricks, die im Sturz enden (das schlägt auch auf den Flow)
Kontext entscheidet
Schwierigkeit wird im Kontext gewertet — derselbe Trick kann bei einem jüngeren Fahrer höher ausfallen als beim Profi, wenn er sich in seiner Gruppe abhebt. Die Kampfrichter messen die Schwierigkeit am Niveau des Gesamtfelds.
| Level | Description | Impact |
|---|---|---|
| Basis | Einfache Rotationen, Grundtricks auf kleinen Obstacles | Niedrige Schwierigkeitswertung (5–12 Punkte) |
| Mittel | Tailwhip, Barspin, 360er, Tricks auf mittleren Obstacles | Mittlere Wertung (12–20 Punkte) |
| Fortgeschritten | Flair, Kickless, Combo-Tricks, Tricks auf großen Obstacles | Hohe Wertung (20–26 Punkte) |
| Elite | Eigene Combos, noch nie gezeigte Tricks, extrem riskante Manöver | Höchste Wertung (26–30 Punkte) |
Vielfalt (25 Punkte) — Vielseitigkeit und Kreativität
Vielfalt umfasst sowohl die Mischung der Tricks als auch die Nutzung des Skateparks. Dieses Kriterium belohnt vielseitige Fahrer und straft monotone Runs.
Was die Vielfaltswertung hebt
- Trickvielfalt — Mischung aus Rotationen, Flips, Grinds, Ramp-Manövern und Obstacle-Tricks
- Volle Nutzung des Skateparks, Fahrten durch verschiedene Bereiche, nicht nur eine Rampe
- Verbindung von Obstacles, kreative Linien, die Park- oder Street-Hindernisse verknüpfen
- Eigene Linien, unkonventionelle Wege durch den Skatepark, überraschende Kombinationen
- Vielseitiges Können, mehrere Facetten des Fahrens statt eines einzigen Tricktyps
Was die Vielfaltswertung senkt
- Wiederholung desselben Tricktyps (z. B. nur Rotationen oder nur Grinds)
- Fahrt auf nur einem Obstacle oder in nur einem Parkabschnitt
- Kreativitätsmangel in den Linien
- Nur eine Facette des Könnens
Vielfalt vs. Schwierigkeit
Manchmal opfern Fahrer Vielfalt für Schwierigkeit — ein sehr schwerer Trick wird mehrfach wiederholt. Das Wertungssystem bestraft das: Ein vielseitiger Run mittlerer Schwierigkeit schlägt einen monotonen Run mit einem extrem schweren Trick.
Flow (25 Punkte) — Stabilität und Fahrkontinuität
Flow ist das Kriterium, das sich am leichtesten verliert — jeder sichtbare Fehler senkt die Wertung. Bewertet werden Fahrstabilität und das Fehlen von Elementen, die die Kontinuität des Runs brechen.
Negative Elemente — was den Flow drückt
| Error | Impact |
|---|---|
| Sturz (beide Füße verlieren das Deck) | Größter Abzug — deutlicher Verlust an Flow-Punkten |
| Landung auf nur einem Fuß | Hoher Abzug — sichtbare Instabilität |
| Handabstützen nach der Landung | Mittlerer Abzug — sichtbarer Kontrollverlust |
| Fuß rutscht vom Deck | Mittlerer Abzug — fehlende technische Sicherheit |
| Instabile Landung (Wobble) | Kleinerer Abzug, aber spürbar |
| Unnötiges Anschieben | Kleinerer Abzug — Schübe müssen in Tempo oder Höhe münden |
| Unsauberer Rampeneinstieg / Wendung | Kleinerer Abzug — bricht die Run-Kontinuität |
Stil (20 Punkte) — Ästhetik und Eleganz
Stil ist das subjektivste Kriterium, wird aber an klar definierten Merkmalen festgemacht:
Was zum Stil beiträgt
- Saubere Landungen — sicheres, stabiles Wegrollen nach jedem Trick ohne Wackler
- Höhe / Amplitude, Tricks weit über dem Coping, mit sichtbarem „Airtime“
- Mühelose Ausführung, Tricks wirken leicht und natürlich, ohne sichtbare Anstrengung
- Tempo und Fluss, ein passendes Grundtempo über den gesamten Run gehalten
Was Stil NICHT ist
- Der Klamotten-Look des Fahrers
- Die Zugehörigkeit zur „Street“- oder „Park“-Szene
- Die Reichweite des Fahrers in den sozialen Medien
- Eine bestimmte Equipment-Marke
Wie Stil die Endwertung verschiebt
Wenn zwei Fahrer denselben Trick zeigen, geht die höhere Wertung an den, der ihn:
- höher ausführt (mehr Amplitude),
- sauberer ausführt (klarere Technik),
- flüssiger ausführt (natürlicherer Übergang),
- mit korrekter Position auf dem Scooter nach der Landung absteht.
Stil trennt einen guten Fahrer von einem großartigen — Technik kann identisch sein, aber Stil gibt das Extra.
Wie die Kriterien zusammenwirken — der ideale Run
Nach den PZSW-Richtlinien verbindet der ideale Run Klasse in allen vier Kategorien:
Konstante Ausführung schwerer oder riskanter Tricks über den gesamten Run, die sich von der Konkurrenz abheben — bei hohem Tempo und hoher Amplitude. Tricks sollen leicht und mühelos wirken und korrekt gelandet werden.
Typische Szenarien
Szenario A: Hohe Schwierigkeit, schwacher Flow Der Fahrer versucht extrem schwere Tricks, stürzt zweimal und hat instabile Landungen. → Schwierigkeit: 26/30 | Vielfalt: 18/25 | Flow: 12/25 | Stil: 13/20 = 69 Punkte
Szenario B: Mittlere Schwierigkeit, perfekter Flow Der Fahrer zeigt Tricks mittlerer Schwierigkeit, alles ist sauber, abwechslungsreich und stilvoll. → Schwierigkeit: 18/30 | Vielfalt: 22/25 | Flow: 24/25 | Stil: 18/20 = 82 Punkte
Szenario C: Ausgewogener Run Der Fahrer verbindet schwere Tricks mit sauberer Ausführung, guter Vielfalt und hohem Stil. → Schwierigkeit: 24/30 | Vielfalt: 21/25 | Flow: 22/25 | Stil: 17/20 = 84 Punkte
Fazit: Ein ausgewogener Run schlägt einen einseitigen fast immer. Die Gewichtsverteilung des Wertungssystems erzwingt das bewusst.
Rechenbeispiel: zwei Runs im direkten Vergleich
Zwei gegensätzliche Park-Runs aus demselben Finale:
Run A — „Der Risikofahrer“
Der Fahrer eröffnet mit einem Flair auf der großen Rampe (sauber!), versucht einen Double Whip, stürzt. Steht auf, zieht einen Kickless auf der Funbox durch, versucht dann einen Backflip, stürzt erneut. Schließt mit einem solidem Tailwhip 360 ab.
| Kriterium | Wertung | Kommentar |
|---|---|---|
| Schwierigkeit | 27,0/30 | Flair, Double Whip (Versuch), Backflip (Versuch), Kickless — sehr hohes Niveau |
| Vielfalt | 17,0/25 | Vor allem Rotationen und Flips, der Rest des Parks bleibt ungenutzt |
| Flow | 11,0/25 | Zwei Stürze drücken die Wertung massiv |
| Stil | 12,0/20 | Gelandete Tricks sahen gut aus, aber Stürze zerstören den Gesamteindruck |
| Gesamt | 67,0 | Ehrgeiziger Run, durch Stürze entwertet |
Run B — „Der Stilfahrer“
Der Fahrer verbindet einen Tailwhip aus der Quarter Pipe, geht in einen Barspin auf der Funbox über, 360 auf der Hip, Manual zur Spine, Flair auf der großen Rampe (sauber!) und schließt mit einer Buttercup-Combo ab.
| Kriterium | Wertung | Kommentar |
|---|---|---|
| Schwierigkeit | 22,0/30 | Flair ist die härteste Aktion, der Rest solides Mittelfeld bis hoch |
| Vielfalt | 23,0/25 | Hervorragende Parknutzung, Trickmix, kreative Linien |
| Flow | 24,0/25 | Null Stürze, kaum Anschübe, weiche Übergänge |
| Stil | 18,0/20 | Saubere Landungen, gute Amplitude, müheloser Eindruck |
| Gesamt | 87,0 | Ausgewogener, sauberer Run auf hohem Niveau |
Fazit: Run B gewinnt mit 20 Punkten Vorsprung trotz geringerer Schwierigkeit — Sauberkeit, Vielfalt und Stil gleichen die Differenz mehr als aus.
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Häufig gestellte Fragen
Primärquellen
- ISA Scootering — Wertungskriterien und Regelwerk — ISA Scootering
- World Skate — Park- und Street-Reglement — World Skate
- ISA Scootering — Officials Pathway — ISA Scootering
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