Scooter-Kampfrichter werden
Ehrenkodex, PZSW-Zertifizierung und das Handwerk am Skatepark
Zuletzt aktualisiert: 4. März 2026
Wer im Wettkampf-Scootering werten will, durchläuft den offiziellen PZSW-Judging-Kurs, lernt das Wertungssystem mit 4 Kriterien (Schwierigkeit, Vielfalt, Flow, Stil) und verpflichtet sich auf den Ehrenkodex. Der Kurs verbindet Theorie und Praxis am Park, inklusive Arbeit mit der Judging-Software. Wer die Prüfung besteht, erhält die Lizenz für alle offiziellen PZSW-Wettkämpfe.
Weg zur Lizenz — Schritt für Schritt
Der offizielle Weg zum lizenzierten Scooter-Kampfrichter folgt internationalen World-Skate-Standards:
- Sportkenntnis — Disziplin, Wettkampfformate und Wertungssystem solide verstehen
- PZSW-Judging-Kurs mit Theorie (Regeln, Ethik, Wertung) und Praxis (Live-Judging, Bedienung der Software)
- Prüfung, ein Test, der das Wissen abfragt
- Lizenz, nach bestandener Prüfung — gültig für alle offiziellen PZSW-Wettkämpfe
Bei offiziellen PZSW-Events startet das Honorar bei mindestens 500 PLN netto (rund 125 USD).
Ehrenkodex — Haltung am Park
Jeder von der PZSW lizenzierte Kampfrichter verpflichtet sich auf den Ehrenkodex:
Unparteilichkeit und Objektivität
- Volle Unparteilichkeit — keine Einflussnahme durch persönliche Beziehungen zu Ridern, ihre alten Ergebnisse oder ihre Popularität
- Das technische Niveau jedes Runs sachlich bewerten — unabhängig von Mode, Schoner oder Outfit
- „Bewertet wird der Run, nicht der Rider und sein Aussehen.“
Professionelle Haltung
- Auftreten passend zur Rolle des Kampfrichters
- „Stone Face“ — keine sichtbaren Emotionen nach einem Run oder Trick
- Kein Alkohol und keine verbotenen Substanzen während des Judgings
Vertraulichkeit
- Diskussionen im Panel über Park, Runs und Wettkampfniveau bleiben intern
- Externe Kommunikation während des Judgings auf das Nötigste beschränken
Integrität
- Keine Diskriminierung wegen Herkunft, Geschlecht, Alter, Nationalität, Behinderung oder sexueller Orientierung
- Keine Bestechung, keine Wetten, kein Manipulationsversuch
- Kein Mobbing, keine Belästigung, keine Gewalt
Objektiv bleiben — worauf du achtest
Das Wertungsformat legt nicht fest, wie „richtig“ oder „falsch“ gefahren wird — es schult, Runs zu bewerten, nicht das Fahren selbst.
Was du vermeidest
Objektivität heißt: keine dieser Brillen aufsetzen:
- Persönliche Sympathie oder Antipathie gegenüber einem Rider
- Comeback nach einer Verletzung (Mitgefühl gehört nicht in die Wertung)
- Ergebnisse aus früheren Wettkämpfen (jeder Contest wird frisch bewertet)
- Klamotten- oder Lifestyle-Optik
Größe des Scooters zählt
„Der Scooter muss zum Rider passen.“ Das Setup fließt in die Wertung ein, wenn es das Gesamtbild der vier Kriterien beeinflusst. Beispiele:
- Lenker zu hoch für einen kleinen Rider → wirkt sich auf den Stil aus
- Deck zu klein für einen großen Fuß → beeinträchtigt Flow und Kontrolle
- Leichter Scooter mit kleinen Wheels und gebückte Haltung → kostet Stilpunkte
Skatepark mitdenken
Nicht jeder Park bietet dieselben Obstacles und Lines. Setup und Möglichkeiten des Parks fließen in die Bewertung ein.
Kommunikation im Judge-Panel
Das Panel funktioniert wie ein Team mit klarer interner Abstimmung:
Wie ihr kommuniziert
- Ständig im Austausch bleiben — auch in den Pausen zwischen Kategorien
- Bei Zweifeln sofort nach dem Run mit dem Head Judge abstimmen — bevor die Wertung in der App bestätigt wird
- Jeder Kampfrichter darf seine Sicht einbringen (Gruppenabsprache, wenn das Urteil schwankt)
Was nicht geht
- Kein Austausch mit Publikum oder Ridern während eines Runs
- Vertraulichkeit über geteilte Informationen wahren
- Externe Kommunikation auf das Minimum reduzieren
Handwerk am Park — was du übst
Run-Notizen führen
Die Schlüsselelemente jedes Runs notieren: Anzahl der Tricks, Pushes, Stolperer, unsaubere Landungen, außergewöhnliche Nutzung des Parks. Alles, was der späteren objektiven Wertung hilft.
Skala bewusst steuern
- Niedrig starten — der Anfangswert des ersten Riders bleibt niedrig, damit für stärkere Runs noch Spielraum bleibt
- Reserve oben, der Bereich 95–100 Punkte ist für die besten Runs der Top-Rider reserviert
- Kalibrierung, besonders bei jüngeren Kategorien wichtig — sonst landest du zu früh an der Decke
Persönliche Techniken
Jeder darf seinen Stil entwickeln, solange die Grundregeln stehen:
- „Top-down“ — hoch starten und für Fehler abziehen
- „Bottom-up“, von null aufbauen und für jedes Element addieren
Arbeit mit der Software
Der Praxisteil schließt Training mit dem JudgeMate-System ein — der von der PZSW akkreditierten Judging-App im Einsatz auf offiziellen Wettkämpfen.
Rider-Briefing — Pflichttermin
Das Rider-Briefing ist ein Schlüsselelement jedes Top-Wettkampfs:
Briefing am Wettkampftag
- Findet direkt nach Anmeldeschluss statt
- Rider erhalten Informationen zu: Wettkampfformat, Wertungskriterien und Schwerpunkten der Kampfrichter
- Verhindert Streit und Diskussionen nach den Runs
- Die Kampfrichter müssen auf Fragen zur Wertung vorbereitet sein
Online-Briefing vor dem Event
- Veröffentlichung mindestens eine Woche vorher
- PDF auf der PZSW-Website und auf der Event-Seite (z. B. Facebook)
- Enthält Wertungssystem, Wettkampfformat und weitere Hinweise
- Kann zu den konkreten Schwerpunkten der Kampfrichter kürzer gehalten sein
Klarstellungsverfahren zur Wertung
Grundsatz
Sobald der Head Judge die Ergebnisse freigibt und veröffentlicht, sind sie final und nicht anfechtbar.
Rider können jedoch eine Klarstellung zur Wertung anfordern:
Wer einreichen darf
- Rider oder Manager der Nationalmannschaft
- Bei Minderjährigen — ein gesetzlicher Vormund unterschreibt den Antrag
Frist und Form
- Während des Wettkampfs oder innerhalb von 24 Stunden nach dem Ende
- Auf dem dafür vorgesehenen Formular im Wettkampfbüro oder online (E-Mail: biuro@pzsw.org)
Pflichtangaben
- Vollständiger Name und Land des Riders
- Datum, Uhrzeit und Phase des Wettkampfs
- Detaillierte Beschreibung des Anliegens
- E-Mail-Kontakt und Unterschrift
Bearbeitungsdauer
- 24 Stunden ab Eingang, wenn der Wettkampf noch läuft
- Bis zu eine Woche nach Wettkampfende, wenn die Klarstellung erst danach kommt
Beispiel aus der Praxis: ein Tag als Kampfrichter
So sieht ein typischer Wettkampftag für einen Scooter-Kampfrichter aus:
Vor dem Wettkampf:
- Skatepark inspizieren, Obstacles abklären
- Panel-Meeting mit dem Head Judge — Wertungsmaßstab abstimmen
- Rider-Briefing — Format und Kriterien erklären
Während des Wettkampfs:
- Pro Run: Tricks, Fehler, Park-Nutzung notieren
- Nach jedem Run: Wertung in den 4 Kategorien vergeben (D: 30, V: 25, F: 25, S: 20)
- Bei Zweifel: sofortige Absprache mit dem Head Judge VOR der Bestätigung
- „Stone Face“ halten — keine sichtbaren Emotionen
- Kein Kontakt mit Publikum oder Ridern
Nach dem Wettkampf:
- Head Judge gibt die offiziellen Ergebnisse frei und veröffentlicht sie
- Kampfrichter bleiben für das Klarstellungsverfahren erreichbar (24 h)
- Vertraulichkeit — keine Kommentare zu Runs oder Panel-Diskussionen
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Häufige Fragen
Primärquellen
- ISA Scootering — Officials und Judging-Ressourcen — ISA Scootering
- World Skate — Pathway für Judges und Officials — World Skate
- ISA Scootering Rulebook — ISA Scootering
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