Wie wird Wettkampf-Scootern gewertet?
Das PZSW-Wertungssystem: Kriterien, Park vs. Street, Rechenwege
Zuletzt aktualisiert: 4. März 2026
Wettkampf-Runs auf dem Scooter werden auf einer Skala von 0–100 Punkten in vier Kriterien bewertet: Difficulty (30 P), Variety (25 P), Flow (25 P) und Style (20 P). Jeder Rider fährt 2 Runs, der bessere zählt. Im Street-Finale kommt eine Last-Trick-Runde (bis zu 50 P) dazu — Maximum dann 150 Punkte. Bei einem 5er-Panel werden die höchste und die niedrigste Wertung gestrichen, aus den verbleibenden drei wird der Mittelwert gebildet.
Kurz erklärt: So funktioniert das Wertungssystem
Das Wertungssystem im Wettkampf-Scootern basiert auf vier Hauptkategorien mit unterschiedlicher Punktwertung. Die maximale Wertung pro Run liegt bei 100 Punkten — oder bei 150 Punkten im Street-Finale mit Last Trick.
Jeden Run bewertet ein Kampfgericht. Bei einem 5-Kampfrichter-Panel werden die niedrigste und die höchste Wertung gestrichen, aus den verbleibenden drei wird der Mittelwert gebildet — das eliminiert Ausreißer und macht das Ergebnis belastbarer.
Die Grundlage sind die internationalen World-Skate-Standards. Eingesetzt wird das System auf allen offiziellen Wettkämpfen des polnischen Rollsportverbands PZSW (Polski Związek Sportów Wrotkarskich), inklusive der polnischen Meisterschaften.
Worauf achten die Kampfrichter? Die 4 Wertungskriterien
Die Kampfrichter werten jeden Run ganzheitlich, aber innerhalb von vier klar definierten Kategorien. Die folgende Tabelle zeigt die Punktverteilung und was konkret in jeder Kategorie die Wertung beeinflusst:
| Criteria | Description | Examples |
|---|---|---|
| Difficulty (30 P) | Technische Komplexität und Schwierigkeit der Tricks. Kampfrichter werten risikoreiche, komplexe Manöver, die im Run konstant gefahren werden und sich vom Feld abheben. | Komplexe Trickkombinationen, Rotationen, Tricks an großen Obstacles |
| Variety (25 P) | Trickbreite und Nutzung des Skateparks. Runs, die unterschiedliche Obstacles verbinden und vielseitiges Können zeigen, holen hohe Wertungen. | Trickmix an verschiedenen Obstacles, kreative Lines, volle Parcoursnutzung |
| Flow (25 P) | Stabilität und Lauf des Runs. Abzüge gibt es für Stürze, Fußabsetzer, Handauflagen, unsaubere Landungen und unnötige Pushes. | Saubere Landungen, kein Wackeln, weiche Übergänge zwischen Tricks |
| Style (20 P) | Ästhetik des Runs — saubere Landungen, Höhe und Amplitude, mühelos wirkende Ausführung bei passendem Tempo und Lauf. | Hohe Amplitude, leichte und elegante Ausführung, sichere Ride-Aways nach der Landung |
Park vs. Street — die Unterschiede in der Wertung
Kategorie Park
Park-Wettkämpfe haben bis zu 3 Runden: Eliminations, Halbfinale und Finale. Jeder Rider fährt 2 Runs auf der Skala 0–100 Punkte. Für die Endplatzierung zählt der bessere Score der beiden Runs.
Kategorie Street
Street-Wettkämpfe haben bis zu 4 Runden: Eliminations, Viertelfinale, Halbfinale und Finale. In den Eliminations sind Einzelruns oder Jam-Sessions (3–5 Rider pro Gruppe) möglich.
Im Street-Finale liegt das Maximum bei 150 Punkten:
- bis zu 100 P für den besten Run
- bis zu 50 P für den besten Last Trick
Die wichtigsten Unterschiede
| Element | Park | Street |
|---|---|---|
| Maximale Wertung | 100 P | 150 P |
| Runden | bis zu 3 | bis zu 4 |
| Last Trick | nein | ja (1 oder 3 Versuche) |
| Jam Session | nein | ja (in den Eliminations) |
Last Trick — so funktioniert die Zusatzwertung im Street
Last Trick ist ein Alleinstellungsmerkmal des Street-Finales. Nach den Runs aller Rider gehen die Starter der Reihe nach noch einmal an den Start — und versuchen 1 oder 3 einzelne Tricks.
Last-Trick-Wertung:
- Skala 0–50 Punkte
- in die Endwertung fließt nur der beste Einzeltrick ein
- Endwertung gesamt = bester Run (max. 100) + bester Last Trick (max. 50) = max. 150 P
Ein Rider mit etwas schwächerem Run kann das also mit einem herausragenden Last Trick ausgleichen — und umgekehrt. Last Trick bringt zusätzliche Spannung ins Finale.
Wichtig: Im Last Trick haben die Rider freie Wahl bei Obstacle und Trick.
Wie Kampfrichter arbeiten — Techniken und Best Practices
Erfahrene Kampfrichter setzen erprobte Techniken ein, um objektiv und konsistent zu werten:
Run-Details festhalten
Die Kampfrichter notieren die Schlüsselelemente: Trickanzahl, Pushes, Wackler, unsaubere Landungen, Parcoursnutzung. Diese Notizen stützen am Ende die saubere, nachvollziehbare Wertung.
Niedrige Startbasis
Die Anfangswertung für den ersten Rider sollte deutlich niedrig liegen. So bleibt Luft nach oben, um bei stärkeren Runs sauber differenzieren zu können.
Wertungsreserve
Der höchste Bereich (95–100 P) ist den besten Runs der Top-Rider vorbehalten. Besonders in den jungen Altersklassen sollte das Kampfgericht diesen Bereich nicht erreichen.
„Top-Down“ oder „Bottom-Up“
Jede Kampfrichterin und jeder Kampfrichter entwickelt eine eigene Technik — manche starten hoch und ziehen für Fehler ab, andere bauen die Wertung von null auf, indem sie pro Element Punkte addieren.
Mythen rund um die Scooter-Wertung
„Härtere Tricks gewinnen immer.“ — Falsch. Difficulty bringt nur 30 von 100 Punkten. Ein Run voller harter Tricks, aber mit Stürzen und ohne Variety verliert gegen einen sauberen, vielseitigen Run mittlerer Schwierigkeit.
„Kampfrichter werten das Aussehen des Riders.“ — Nein. Der Code für das Kampfgericht ist eindeutig: „Wir werten den Run des Riders, nicht den Rider und sein Aussehen.“ Kleidungsstil, Schoner oder Accessoires beeinflussen die Wertung nicht.
„Ein Sturz ruiniert den ganzen Run.“ — Nicht genau. Ein Sturz drückt die Flow-Wertung, aber wenn der Rest des Runs in den anderen Kategorien stark läuft, ist eine gute Endwertung weiter drin.
„Bekannte Rider werden besser gewertet.“ — Kampfrichter sind zur Objektivität verpflichtet. Frühere Ergebnisse, persönliche Beziehungen oder Popularität dürfen die Wertung nicht beeinflussen. Während der Runs gilt das „Stone Face“ — sichtbare Emotionen sind tabu.
„Park und Street werden unterschiedlich gewertet.“ — Es gelten dieselben 4 Kriterien und dieselbe Skala 0–100. Das Format unterscheidet sich (Runden, Last Trick), die Wertungsphilosophie ist identisch.
Rechenbeispiel: So wird ein Park-Run gewertet
Schauen wir uns an, wie ein Kampfrichter einen Beispiel-Park-Run bewertet:
Der Run (45 Sekunden): Der Rider startet mit Energie, fährt einen Tailwhip von der Quarterpipe mit guter Amplitude, geht weich in einen Barspin auf der Funbox über. Dann ein Flair auf der großen Ramp (hohe Difficulty, saubere Landung). Kurzer Push, danach ein Buttercup auf der Spine — leichter Wackler bei der Landung. Abschluss mit einer Combo: Kickless Rewind aus dem Hip.
Die Wertung des Kampfrichters:
| Kriterium | Wertung | Begründung |
|---|---|---|
| Difficulty (max. 30) | 24,0 | Flair und Kickless Rewind sind hoch in der Difficulty; Tailwhip und Barspin liegen im mittleren Bereich |
| Variety (max. 25) | 21,0 | Gute Nutzung verschiedener Obstacles, breiter Trickmix, aber kein Coping-Trick |
| Flow (max. 25) | 19,5 | Ein Wackler bei der Buttercup-Landung, ein unnötiger Push |
| Style (max. 20) | 16,5 | Gute Amplitude beim Flair, insgesamt saubere Ausführung — der Wackler kostet hier |
| GESAMT | 81,0 | Solider Run mit einem sichtbaren Fehler |
Ohne den Wackler wäre derselbe Run bei rund 85–87 P gelandet.
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Häufige Fragen
Primärquellen
- ISA Scootering Rulebook — ISA Scootering
- World Skate — Park & Street Rules and Regulations — World Skate
- ISA Scootering — Kampfrichter-Kriterien — ISA Scootering
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