Was bedeuten Eishockey-Statistiken — Punkte, Plus/Minus und Fangquote?
Ein verständlicher Leitfaden zum Lesen eines Eishockey-Boxscores: Tore, Assists, Punkte, Strafminuten, SV%, GAA und Metriken wie Corsi und Expected Goals.
Statistiken machen aus einem Spiel Zahlen. Ein Tor (G) und ein Assist (A) ergeben zusammen einen Punkt (P); pro Tor zählen höchstens zwei Assists. Plus/Minus misst Tore bei gleicher Spielerzahl, und Strafminuten (PIM) summieren die Zeit auf der Strafbank. Torhüter bewertet man über Fangquote (SV%) und Gegentorschnitt (GAA). Fortgeschrittene Metriken wie Corsi schätzen den Puckbesitz. Das kostenlose Scoreboard von JudgeMate zeigt live Spielstand und Strafzeiten eines einzelnen Spiels — keine vollen Statistiklinien.
Eishockey-Statistik auf einen Blick
- Ein Punkt (P) ist die Summe aus Toren und Assists; ein Hattrick sind drei Tore eines Spielers pro Spiel.
- Pro Tor werden höchstens zwei Assists vergeben — an die letzten zwei Vorlagengeber.
- Plus/Minus zählt Tore bei gleicher Spielerzahl; Überzahltore zählen nicht.
- Fangquote (SV%) = Paraden ÷ Schüsse; GAA = Gegentore pro 60 Minuten.
- Corsi und Fenwick messen die Differenz der Schussversuche als Maß für Puckbesitz.
Was messen Eishockey-Statistiken überhaupt?
Eishockey-Statistiken übersetzen 60 Minuten Spiel in ein Protokoll, das man lesen und vergleichen kann. Jedes Tor, jeder Assist, jede Parade und jede Strafe wird zu einem Datenpunkt, und zusammen zeigen sie, wer das Spiel trieb und wer auf der Strafbank saß. Die Abkürzungen zu kennen, ist der erste Schritt.
Die Grundwerte eines Feldspielers sind Tore (G), Assists (A), Punkte (P), Plus/Minus (+/-) und Strafminuten (PIM). Torhüter werden getrennt bewertet: Fangquote (SV%), Gegentorschnitt (GAA) und Shutouts. Darauf bauen Metriken wie Corsi und Expected Goals (xG) auf, die Puckbesitz und Chancenqualität schätzen.
Man sollte ehrlich trennen, was ein Live-Scoreboard leistet und was ein voller Statistikdienst tut. JudgeMate ist ein kostenloses Scoreboard für ein einzelnes Spiel: Es zeigt den laufenden Spielstand, die Spieluhr, den Verlauf von Drittel, Verlängerung und Penaltyschießen sowie Strafzeiten, die live herunterlaufen, damit alle sehen, wann ein Team wieder komplett ist. Es erstellt keine Saisonbilanzen, Tabellen oder fortgeschrittenen Metriken — die liefern offizielle Statistiker.
Warum zählen die Zahlen? Weil sie Eindruck von Beleg trennen. Ein Spieler kann viel laufen und trotzdem -3 stehen; ein Torhüter kann 1:2 verlieren und dennoch eine Fangquote von 0,950 bei 40 Schüssen haben. Statistiken liefern den Kontext, den das Auge übersieht. Wie Tore überhaupt gutgeschrieben werden, erklärt unser Leitfaden zur Eishockey-Wertung.
Im ganzen Text nutzen wir die Konventionen offizieller Bögen: Fangquote als dreistelliger Dezimalwert (0,920), GAA mit zwei Nachkommastellen (2,45) und Ergebnisse mit Doppelpunkt (3:2). Wer das Vokabular kennt, liest einen Boxscore wie eine kurze Spielgeschichte — wer kreierte, wer traf und wer sich erwischen ließ.
Wie funktionieren Tore, Assists und Punkte?
Offensivwerte schreiben Tore den Spielern zu, die sie kreieren und abschließen. Ein Tor (G) geht an den letzten Angreifer, der den Puck vor der Linie berührt; ein Assist (A) an die Mitspieler, die vorbereiteten. Ein Punkt (P) ist einfach die Summe aus Toren und Assists — die Kennzahl für jeden Stürmer und Verteidiger.
Pro Tor werden höchstens zwei Assists vergeben, und nur an die letzten zwei Mitspieler, die den Puck vor dem Torschützen berührten. Auch eine sehenswerte Kombination bringt nur zwei Vorbereiter. Deshalb sammeln überragende Spielmacher über 50 Assists pro Saison, obwohl sie selbst wenig treffen.
Ein Hattrick sind drei Tore eines Spielers in einem Spiel — der Begriff stammt aus dem Cricket und wird heute gefeiert, indem Fans Mützen aufs Eis werfen. Ein lupenreiner Hattrick bedeutet drei Tore in Folge, ohne dass dazwischen ein anderer trifft.
So hängen die drei Grundwerte zusammen:
| Wert | Symbol | Was er zählt |
|---|---|---|
| Tor | G | Puck im Netz |
| Assist | A | max. 2 pro Tor, letzte zwei Vorlagen |
| Punkt | P | G + A zusammen |
Punkte sind die Währung der Scorerlisten. Steht bei einem Stürmer 35-45—80, heißt das 35 Tore, 45 Assists, 80 Punkte. Das mit Bindestrichen getrennte Trio ist der übliche Kurzcode in Kadern und Übertragungen.
Eine Feinheit: Ein Assist ist eine Ermessensentscheidung des Statistikers. Fälscht ein Gegner den Puck zwischen Pass und Tor ab, kann der Assist gestrichen werden. Diese Unschärfe erklärt, warum Assist-Zahlen nach Prüfung mitunter korrigiert werden. Wer sie am ehesten holt, zeigt unser Leitfaden zu den Eishockey-Positionen.
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Was bedeuten Plus/Minus und Strafminuten?
Plus/Minus misst die Tordifferenz, während ein Spieler bei gleicher Spielerzahl auf dem Eis steht. Du bekommst +1, wenn dein Team bei gleicher Spielerzahl oder in Unterzahl trifft, während du auf dem Eis bist, und -1 für ein solches Gegentor. Über eine Saison deutet die Zahl an, ob du hilfst oder schadest.
Die entscheidende Ausnahme: Überzahltore zählen nicht für Plus/Minus. Trifft dein Team im Powerplay, gibt es kein Plus; kassiert ihr dabei ein Unterzahltor, bekommen die Spieler auf dem Eis ein Minus. So bleibt der Wert auf das Spiel bei gleicher Spielerzahl fokussiert, wo der Großteil der Partie stattfindet.
Eine Saison mit +20 ist sehr gut; -20 deutet darauf, dass ein Spieler oft bei Gegentoren draußen war. Doch Plus/Minus ist bekanntlich unzuverlässig — es hängt stark von den Sturmpartnern, vom Torhüter und vom Glück ab. Deshalb kombinieren Analysten den Wert mit Besitzmetriken, statt ihm allein zu trauen.
Strafminuten (PIM) summieren die Zeit, die Strafen kosten. Die häufigen Vergehen haben feste Dauern:
| Strafe | Minuten | Team in Unterzahl? |
|---|---|---|
| Kleine Strafe | 2 | Ja |
| Doppelte kleine Strafe | 4 | Ja |
| Große Strafe | 5 | Ja |
| Disziplinarstrafe | 10 | Nein (Ersatzspieler) |
| Spieldauerstrafe | Ausschluss | Unterschiedlich |
Eine Disziplinarstrafe dauert 10 Minuten, doch das Team spielt dabei nicht in Unterzahl — ein Ersatzspieler sitzt die Zeit ab, während fünf Feldspieler bleiben. Deshalb kann ein Spieler hohe PIM haben, ohne dem Team so zu schaden, wie die nackte Zahl vermuten lässt.
Bei jeder kleinen oder großen Strafe spielt das bestrafte Team in Unterzahl, der Gegner in Überzahl. Das JudgeMate-Scoreboard lässt die Strafzeit live herunterlaufen, sodass Bank und Publikum sehen, wann sie abläuft. Zur Taktik siehe unseren Leitfaden zu Überzahl und Unterzahl.
Wie liest man Fangquote und Gegentorschnitt?
Torhüterwerte messen, wie gut ein Goalie den Puck hält. Die zwei Kennzahlen sind Fangquote (SV%) und Gegentorschnitt (GAA); zusammen sagen sie fast alles über einen Abend aus.
Die Fangquote ist Paraden geteilt durch Schüsse aufs Tor, geschrieben als dreistelliger Dezimalwert. Ein Torhüter, der 28 von 30 Schüssen hält, kommt auf 0,933. Durchschnittliche Stammtorhüter liegen meist bei 0,905-0,915; ein Wert von 0,920 oder besser über eine Saison ist Weltklasse. Als Quote vergleicht SV% fair einen Goalie mit 40 Schüssen und einen mit 20.
Der Gegentorschnitt ist die Zahl der Gegentore pro 60 Minuten. Die Formel lautet Gegentore × 60 ÷ gespielte Minuten. Ein GAA von 2,45 heißt, der Torhüter kassiert rund zweieinhalb Tore pro ganzem Spiel. GAA hängt teils von der Abwehr davor ab, also lies ihn zusammen mit der Fangquote.
Ein Shutout ist ein Spiel, in dem ein Torhüter kein Gegentor zulässt und durchspielt. Eine Saison mit 6-8 Shutouts zeichnet einen Spitzengoalie aus. Schüsse aufs Tor (SA) zählt schlicht die Torschüsse, die auf ihn kamen.
| Torhüterwert | Formel | Guter Richtwert |
|---|---|---|
| SV% | Paraden ÷ Schüsse | 0,920+ |
| GAA | GA × 60 ÷ Minuten | unter 2,50 |
| Shutout | 0 Gegentore | 6+ pro Saison |
| Schüsse aufs Tor | Zahl der Torschüsse | Kontext |
Eine Einschränkung: Ein Schuss aufs Tor ist einer, der ohne Parade ins Netz ginge. Schüsse, die das Tor verfehlen oder den Pfosten treffen, sind keine Torschüsse und fließen nicht in SV% oder GAA ein. Deshalb ist die vom Statistiker notierte Schusszahl für die Torhüterbilanz so wichtig.
Was sagen Corsi, Fenwick und Expected Goals aus?
Fortgeschrittene Statistiken gehen über den Boxscore hinaus und schätzen Puckbesitz und Chancenqualität. Sie existieren, weil Tore selten sind — oft nur 5-6 pro Spiel zusammen —, sodass schussbasierte Metriken eine größere, stabilere Stichprobe dafür liefern, wer das Spiel kontrollierte.
Corsi zählt alle Schussversuche — Schüsse aufs Tor, verfehlte und geblockte — für und gegen, während ein Spieler auf dem Eis ist. Ein Corsi For über 50% heißt, dein Team gab während deiner Wechsel mehr Versuche ab als der Gegner, ein Näherungswert für Puckbesitz. Fenwick ist dieselbe Idee, aber ohne geblockte Schüsse, weil Blocken als wiederholbare Fähigkeit gilt.
Die Bully-Quote ist der Anteil gewonnener Anspiele: gewonnene ÷ gesamte Bullys. Ein Center mit 55% ist stark, und gewonnene Bullys in der eigenen oder gegnerischen Zone bereiten Chancen vor oder verhindern sie.
Die Eiszeit (TOI) ist die gesamte Zeit auf dem Eis, meist getrennt nach gleicher Spielerzahl, Überzahl und Unterzahl. Ein Top-Verteidiger kommt auf 24-26 Minuten pro Spiel — eines der klarsten Zeichen für das Vertrauen des Trainers.
Expected Goals (xG) ordnet jedem Schuss eine Torwahrscheinlichkeit nach Ort, Art und Situation zu und summiert sie. Erzeugt ein Team 3,1 xG, trifft aber nur einmal, legt das Modell nahe, dass es genug kreierte.
| Fortgeschrittener Wert | Misst | Über dem Schnitt |
|---|---|---|
| Corsi For % | alle Schussversuche | 50%+ |
| Fenwick For % | ungeblockte Versuche | 50%+ |
| Bully-Quote % | gewonnene Anspiele | 52%+ |
| TOI | gespielte Minuten | 20+ (Topspieler) |
| xG | Chancenqualität | kontextabhängig |
Diese Metriken stammen aus detailliertem Play-by-Play, nicht aus einem einfachen Scoreboard. JudgeMate berechnet weder Corsi noch Fenwick oder xG — es zeigt live Spielstand und Strafzeiten eines Spiels. Die Besitzzahlen liefern Analyseportale.
Wie liest man einen Eishockey-Boxscore?
Ein Boxscore fasst das Spiel jedes Spielers in einer Zeile zusammen. Für Feldspieler sind die Standardspalten G, A, P, +/-, PIM, SOG und TOI; für Torhüter SA, SV, GA und SV%. Die Zeile von links zu lesen zeigt, was ein Spieler in seinen Minuten tat.
Hier eine Beispielzeile eines Feldspielers:
| Spieler | G | A | P | +/- | PIM | SOG | TOI |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Nowak | 1 | 2 | 3 | +2 | 2 | 5 | 18:42 |
Nowak erzielte 1 Tor, legte 2 Assists auf, macht 3 Punkte, stand bei zwei Toren mehr auf der Plus-Seite (+2), nahm eine kleine Strafe (2 PIM), gab 5 Schüsse aufs Tor ab und spielte 18 Minuten und 42 Sekunden. Ein starker, kompletter Abend.
Die Torhüterzeile liest sich anders, weil Arbeitslast und Ergebnis zählen:
| Torhüter | SA | SV | GA | SV% |
|---|---|---|---|---|
| Kowalski | 30 | 28 | 2 | 0,933 |
Kowalski sah 30 Schüsse, hielt 28, kassierte 2 Tore, macht eine Fangquote von 0,933. Es gilt immer SA = SV + GA: 28 + 2 = 30. Hätte er keines zugelassen, wäre es ein Shutout.
Die Spaltenreihenfolge variiert je Liga leicht, die Abkürzungen sind aber fast überall gleich. Siehst du eine Zusammenfassung mit Torzeiten, Schützen und Assists, liest du das Play-by-Play, das den Boxscore speist. Ein Spiel live zu verfolgen hilft das Eishockey-Scoreboard.
Denk an die Ehrlichkeitsgrenze: Ein Live-Scoreboard zeigt den aktuellen Spielstand und Strafstatus, ein Boxscore ist das vollständigere Protokoll nach dem Spiel. Wer beides kennt, verfolgt ein Spiel live und studiert es später.
Beispiel: eine Spieler- und eine Torhüterzeile lesen
Rechnen wir zwei Zeilen Schritt für Schritt durch.
Feldspieler: Ein Flügelstürmer verbucht 1 Tor, 2 Assists, +2 und 2 PIM. Für die Punkte addierst du Tore und Assists: 1 + 2 = 3 Punkte. Das +2 heißt, er stand bei zwei Toren mehr auf der Plus- als auf der Minus-Seite bei gleicher Spielerzahl; die 2 PIM sind eine kleine Strafe. Seine Zeile lautet 1-2—3, +2, 2 PIM.
Torhüter: Ein Goalie sieht 30 Schüsse aufs Tor und hält 28. Zuerst die Gegentore: Schüsse − Paraden = 30 − 28 = 2. Fangquote = Paraden ÷ Schüsse = 28 ÷ 30 = 0,933. Seine Zeile lautet 30 SA, 28 SV, 2 GA, 0,933 SV%.
Gegenprobe mit der Identität SA = SV + GA: 28 + 2 = 30. ✓ Hätte er alle 30 gehalten, läge die Fangquote bei 1,000 und das Spiel wäre ein Shutout. Zwei Zahlen, zwei kurze Rechnungen — und die ganze Bilanz ist gelesen.
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Häufige Fragen
Primärquellen
- IIHF Official Rule Book 2023 — IIHF
- NHL Official Rules — NHL
- USA Hockey Playing Rules — USA Hockey
- IIHF Statistics — IIHF
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