Boulder-Wettkampfformate erklärt
IFSC-Isolation, Scramble-Festival und Circuit-Liga im Vergleich
Zuletzt aktualisiert: 27. Februar 2026
Boulderwettkämpfe laufen in drei Hauptformaten. Das IFSC-/Eliteformat arbeitet mit Isolationszonen, festen Runden aus 4–5 Bouldern und einer strikten Tops/Zones/Versuche-Hierarchie — es kommt bei Weltcups, Weltmeisterschaften und Olympia zum Einsatz. Das Scramble-/Festivalformat öffnet 20–30 Boulder gleichzeitig in der Halle für 2–4 Stunden; die Kletternden melden ihre Ergebnisse selbst über Apps wie JudgeMate, gewertet wird über Gesamtpunkte (Flash 15 Pkt / Top 10 Pkt / Zone 5 Pkt). Das Circuit-/Ligaformat schickt die Kletternden durch eine feste Boulderabfolge, oft über wöchentliche oder monatliche Runden mit kumulierter Saisonwertung. Jedes Format stellt andere Anforderungen ans Wertungsrichter-Team, an die Anzahl der Boulder und an die ideale Teilnehmerzahl — die Formatwahl prägt den gesamten Wettkampf.
Die drei Hauptformate im Boulderwettkampf auf einen Blick
Bouldern ist erstaunlich flexibel im Vergleich zu den meisten Wettkampfsportarten: Dieselbe Disziplin läuft als hochkarätiger, im TV übertragener Weltcup mit 8 Finalistinnen und Finalisten in der Isolation — oder als offenes 200-Personen-Festival, bei dem alle gleichzeitig an gemeinsamen Wänden klettern. Das gewählte Format entscheidet über alles: von der Anzahl der nötigen Boulder bis dazu, wie Wertungsrichter oder digitale Systeme die Ergebnisse erfassen.
Die drei dominierenden Formate:
-
IFSC-Isolationsformat — bei Weltcups, Weltmeisterschaften und Olympia. Die Athletinnen und Athleten warten vor dem Start in einer Isolationszone, dann gehen sie 4–5 eigens gebaute Boulder in strikt getakteten Zeitfenstern an. Gewertet wird über die Tops/Zones/Versuche-Hierarchie. Dieses Format braucht pro Boulder eigenes Wertungsrichter-Personal und ist logistisch aufwendig.
-
Scramble-/Festivalformat — das häufigste Format bei Hallenwettkämpfen, offenen Events und Kletterfestivals. Ein großer Parcours aus 20–30 Bouldern ist über die ganze Halle verteilt, alle Teilnehmenden klettern gleichzeitig über eine Session von 2–4 Stunden. Die Kletternden tragen ihre Ergebnisse selbst über digitale Tools wie JudgeMate ein, gewertet wird über ein Punktesystem (Flash > Top > Zone).
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Circuit-/Ligaformat — die Boulder sind nummeriert, und die Kletternden arbeiten sich in fester Reihenfolge oder in Zeitfenstern durch. Üblich bei nationalen Wettkämpfen, Jugend-Circuits und strukturierten Hallenligen. Gewertet wird je nach Liga-Reglement entweder über Punkte oder über das Tops/Zones/Versuche-System.
Wie Tops, Zones und Versuche in der IFSC-Wertungshierarchie zusammenspielen, erklärt im Detail unser ausführlicher Leitfaden unter /de/guides/how-bouldering-is-scored.
IFSC-Weltcup- und Olympiaformat: Isolation, Boulder und Rundenstruktur
Das IFSC-Format ist der Goldstandard im Elite-Boulderwettkampf. Es kommt bei jedem IFSC-Weltcup, den Weltmeisterschaften und den Olympischen Spielen zum Einsatz. Wer auf hohem Niveau organisiert oder wertet, muss es verstehen.
Rundenverlauf
IFSC-Wettkämpfe folgen einer Struktur aus drei Runden:
| Runde | Feldgröße | Boulder | Zeit pro Boulder |
|---|---|---|---|
| Qualifikation | volles Feld (60–100+) | 4–5 | 5 Minuten |
| Halbfinale | 24 Athletinnen/Athleten | 4 | 5 Minuten |
| Finale | 8 Athletinnen/Athleten | 4–5 | 4 Minuten |
In der Qualifikation wird das Feld oft in zwei Gruppen geteilt, die zu unterschiedlichen Zeiten antreten — das vereinfacht die Logistik. Beide Gruppen klettern dieselben Boulder, getrennt voneinander in Isolation, sodass niemand einen Boulder vor dem eigenen Versuch sieht.
Das Isolationssystem
Die Isolation (in der Szene Iso genannt) ist das prägende prozedurale Merkmal des IFSC-Formats. Vor Beginn des Finales werden alle Finalteilnehmenden in eine eigene Isolationszone gebracht — einen separaten Bereich der Halle, von dem aus sie weder die Wettkampfwand sehen noch aufwärmende Kletternde beobachten oder von außen Informationen über die Boulder erhalten.
Der Isolationsablauf Schritt für Schritt:
- Die Finalteilnehmenden gehen in die Iso — mindestens 30–60 Minuten vor Rundenbeginn.
- Wandinspektion ist verboten — niemand darf sich vor dem eigenen Versuch der Wettkampfwand nähern.
- Kommunikation ist eingeschränkt — Handys sind in der Regel verboten oder werden überwacht; wer bereits geklettert ist, darf nicht mit denen sprechen, die noch antreten.
- Beobachtungszeit (2 Minuten) — ist jemand an der Reihe, verlässt diese Person die Iso und bekommt ein kurzes 2-minütiges Fenster, um alle Boulder vom Boden aus zu studieren, bevor die getakteten Versuche beginnen. Während der Beobachtung ist kein Wandkontakt erlaubt.
- Die Versuchsfenster beginnen — nach der Beobachtung arbeitet sich die Person nacheinander durch jeden Boulder, mit einem strikten Zeitfenster (4 Minuten pro Boulder im Finale) für die Versuche am jeweiligen Boulder.
Den kompletten Ablauf der Wertungsrichter-Arbeit an der Wand — inklusive der Frage, was als kontrollierter Top und als Zone zählt — findest du in unserem Leitfaden zum Werten eines Boulderwettkampfs.
Versuchsfenster und Rotation
Im Finale arbeiten sich die Kletternden in einem strikten Rotationssystem durch die vier oder fünf Boulder. Schließt das Versuchsfenster für einen Boulder, muss die Person weiter — ungenutzte Zeit lässt sich nicht übertragen. Diese Rotation gibt jeder Person dieselbe Gesamtzeit an jedem Boulder, egal wie schnell oder langsam sie es versucht.
Wertung
Seit 2025 wertet die IFSC punktebasiert: 25 pro Top, 10 pro Zone (wenn kein Top), −0,1 pro misslungenem Versuch. Ein Flash (Top im ersten Versuch) ist das bestmögliche Ergebnis pro Boulder. Durchgerechnete Beispiele und Tiebreaker liefert die IFSC-Wertung 2025 erklärt, eigene Szenarien rechnest du im kostenlosen IFSC-Punkterechner durch. Die alte Tops/Zones/Versuche-Hierarchie (bis 2023) beschreibt so wird im Bouldern gewertet.
Routesetting bei IFSC-Wettkämpfen
Die IFSC-Boulder werden von zertifizierten IFSC-Routesettern eigens entworfen. Jeder Satz aus vier bis fünf Bouldern muss verschiedene körperliche Qualitäten abprüfen — typischerweise einen Kraft-/Crimp-Boulder, einen dynamischen Koordinationsboulder und einen Kompressions- oder Gleichgewichtsboulder. Die Routesetter zielen bewusst auf gestreute Ergebnisse: Im Idealfall produzieren die schwersten Boulder im Finale null oder einen Top und schaffen so maximalen Abstand zwischen den Kletternden.
| Stage | Duration | Notes |
|---|---|---|
| Beobachtungszeit | 2 Minuten | Athletinnen und Athleten studieren die Boulder visuell, kein Wandkontakt erlaubt |
| Versuchsfenster (Finale) | 4 Minuten pro Boulder | Unbegrenzte Versuche im Fenster; Zeit fließt nicht in die Wertung ein |
| Versuchsfenster (Qualifikation / Halbfinale) | 5 Minuten pro Boulder | Etwas längeres Fenster, da das Boulderlesen unter Druck noch weniger geübt ist |
| Pause zwischen den Bouldern | variabel (meist 1–2 Min Übergang) | Wechsel zur nächsten Boulderstation; die Pause gilt nicht formal als Erholungszeit |
Scramble-/Festivalformat: offene Sessions, Selbstmeldung und Punkte
Das Scramble-Format — auch Festivalformat oder offenes Boulderformat genannt — ist mit Abstand das am weitesten verbreitete Wettkampfformat in Kletterhallen, bei lokalen Wettkämpfen und bei Community-Events. Sein Reiz liegt in der Skalierbarkeit: Ein einzelner Wettkampf fasst zwischen 30 und 400 Kletternde, ohne den logistischen Aufwand von Wertungsrichtern pro Boulder oder Isolationszonen.
Wie ein Scramble-Wettkampf abläuft
Ein Scramble-Wettkampf öffnet einen festgelegten Bouldersatz — typischerweise 20 bis 30 Boulder, über die ganze Halle verteilt — gleichzeitig für alle Teilnehmenden. Die Kletternden dürfen jeden Boulder in beliebiger Reihenfolge zu jedem Zeitpunkt innerhalb des Session-Fensters angehen, das meist 2 bis 4 Stunden läuft.
Es gibt keine Heats, keine Isolation und keine getakteten Versuchsfenster pro Boulder. Die Kletternden teilen sich ihre Zeit selbst ein, wählen ihre Reihenfolge und pausieren zwischen den Bouldern nach Belieben. So entsteht eine entspannte, festivalartige Atmosphäre, die Einsteigerinnen und Einsteiger willkommen heißt und zugleich die Stärksten belohnt.
Wertung im Scramble-Format
Weil es keine Wertungsrichter pro Boulder gibt und die Kletternden selbst melden, muss das Wertungssystem einfach genug für eine ehrliche Selbsteinschätzung sein. Die nahezu universelle Punktestruktur:
| Leistung | Punkte |
|---|---|
| Flash (Top im 1. Versuch) | 15 Punkte |
| Top (Top in 2+ Versuchen) | 10 Punkte |
| Zone (Erreichen des Zonengriffs) | 5 Punkte |
Nur das beste Ergebnis pro Boulder zählt. Schafft jemand einen Flash, gibt es 15 Punkte für diesen Boulder — keine zusätzlichen Top- oder Zone-Punkte. Die Gesamtpunktzahl ist die Summe aller Boulderergebnisse.
Tiebreaker bei der Wertung (in dieser Reihenfolge):
- Gesamtpunkte (höchste gewinnt)
- Anzahl gekletterter Boulder (meiste Tops)
- Anzahl Flashes (meiste Flashes)
- Anzahl Zones (wenn kein Top erreicht wurde)
Eigene Punktwerte Veranstalter sind nicht an 15/10/5 gebunden. Manche Events nutzen 10/5/1 für stärkere Sätze oder gewichten Elite-Boulder höher. JudgeMate bietet ein zweites Dezimal-Preset (Zone = 0,01 Pkt, Top = 1 Pkt, Flash = 1,0001 Pkt), bei dem eine Summe von 5,1203 fünf Tops, zwölf Zones und drei Flashes in einer einzigen Zahl kodiert. Die Werte lassen sich pro Boulder im Kategorie-Assistenten anpassen.
Warum Selbstmeldung im großen Maßstab funktioniert
Bei einem Scramble mit 150+ Kletternden ist stationsbasiertes Werten logistisch unmöglich. Digitale Plattformen wie JudgeMate lassen die Kletternden ihre Ergebnisse in Echtzeit über eine mobile Web-App eintragen. Anmelden, den Wettkampf öffnen, den passenden nummerierten Boulder (B1, B2, …) finden, das Ergebnis antippen (Flash / Top / Zone) — und die Live-Rangliste aktualisiert sich sofort. Veranstalter behalten die Ergebnisse im Blick, markieren auffällige Eintragungen und veröffentlichen die ganze Session über Live-Ergebnisse.
Dieser Ansatz senkt zudem den Organisationsaufwand spürbar: Ein Scramble, der im Circuit-Format 10–15 Wertungsrichter bräuchte, läuft mit JudgeMate mit 2–3 Helfenden. Wer vor der Toolwahl Plattformen gegenüberstellt, findet eine direkte Vergleichstabelle im Vergleich der Software für Kletterwettkämpfe.
Die Kletternden müssen die Etikette der Selbstmeldung und die Wettkampfregeln einhalten. Den vollständigen Leitfaden dazu liefern unsere Boulder-Wettkampfregeln für Kletternde.
Bouldersetting für Scrambles
Scramble-Boulder werden meist nach Schwierigkeit bewertet und so über die Halle verteilt, dass sie das gesamte Könnensspektrum abdecken. Ein gut gesetzter Scramble-Satz kann etwa so aussehen:
- 5 Einstiegsboulder (geeignet für Erstteilnehmende)
- 10 Boulder mittleren Niveaus (Hallengrade V2–V5 / 5c–7a)
- 8 schwere Boulder (Hallengrade V6–V9 / 7a–8a)
- 2–3 Experten-Boulder (V10+ / 8b+), die nur das Elitefeld klettert
Diese Verteilung gibt jeder teilnehmenden Person — von Einstieg bis Elite — sinnvolle Boulder und eine Wertung über null.
| Aspect | Detail |
|---|---|
| Session-Länge | 2–4 Stunden offenes Fenster |
| Boulderanzahl | 20–30 Boulder über die Halle verteilt |
| Kletterreihenfolge | beliebig, nach eigenem Ermessen |
| Werten | Selbstmeldung per App (z. B. JudgeMate) oder Papier-Wertungskarten |
| Wertung | punktebasiert: Flash 15 / Top 10 / Zone 5 |
| Ideale Teilnehmerzahl | 30 bis 400+ Kletternde |
Circuit-/Onsight-Format: strukturierte Boulderabfolgen und nationale Wettkämpfe
Das Circuit-Format liegt im Mittelfeld zwischen dem Elite-Isolationsformat und dem offenen Scramble. Die Kletternden arbeiten sich in fester Reihenfolge durch einen Satz nummerierter Boulder — entweder fortlaufend als rotierendes Feld oder in Zeitblöcken, in denen eine Gruppe einen Boulder angeht, bevor alle gleichzeitig zum nächsten wechseln.
Onsight- vs. Redpoint-Circuit
Das prägende Merkmal des Circuit-Formats: Die Boulder werden onsight angegangen — die Kletternden sehen jeden Boulder zum ersten Mal, wenn sie an ihm ankommen, ohne vorherige Beta, ohne Beobachtungszeit und ohne die Möglichkeit, vorherige Kletternde zu beobachten. Das prüft echtes Problemlösen aus dem Stand, eine zentrale Boulderfähigkeit.
Im Redpoint-Circuit dürfen die Kletternden über das Session-Fenster zu den Bouldern zurückkehren und Versuche sammeln, bis ein Ergebnis steht oder die Zeit abläuft. In der Praxis liegt das nah am Scramble-Format.
Im strikten Onsight-Circuit wird jeder Boulder einmal (oder eine feste Anzahl Male) innerhalb eines Zeitfensters angegangen, bevor das gesamte Feld zum nächsten Boulder rotiert. Rückkehren ist nicht erlaubt.
Rotationssysteme
Die Rotation läuft entweder über einen Timer (z. B. ein 5-Minuten-Buzzer pro Boulderstation) oder über einen Hauptwertungsrichter, der die Gruppenwechsel koordiniert. Übliche Konfigurationen:
| Circuit-Typ | Fenster pro Boulder | Rückkehr erlaubt? | Typische Feldgröße |
|---|---|---|---|
| strikt Onsight | 3–5 Minuten | nein | 6–20 Kletternde pro Welle |
| Redpoint mit Timer | 5–8 Minuten | ja, im Fenster | 10–30 Kletternde pro Welle |
| offen Redpoint | ganze Session | ja | 20–80 Kletternde |
Wertung im Circuit-Format
Circuit-Wettkämpfe nutzen meist die Tops/Zones/Versuche-Hierarchie (wie bei der IFSC), weil das kontrollierte Rotationsumfeld es zulässt, an jeder Boulderstation Wertungsrichter die Versuche zählen zu lassen. Manche Circuit-Wettkämpfe setzen ein Punktesystem ein (ähnlich wie beim Scramble), bei dem Flashes, Tops und Zones feste Punktwerte tragen.
Bei nationalen Jugendwettkämpfen ist das Circuit-Format besonders beliebt, weil:
- es jede kletternde Person zwingt, jeden Boulder anzugehen (kein Rosinenpicken bei leichten Bouldern)
- es belastbare Direktvergleichsdaten für Setzlisten und Altersklassen-Ranglisten liefert
- es für Wertungsrichter-Panels von 5–10 Personen auf einem festen Bouldersatz handhabbar ist
- Onsight-Bedingungen verhindern, dass höhere Altersklassen während des Wettkampfs Beta an niedrigere weitergeben
Wann das Circuit-Format passt
Das Circuit-Format passt am besten zu Wettkämpfen mit weniger als 60 Kletternden pro Kategorie, bei denen Werten pro Boulder machbar ist und die Veranstalter sicherstellen wollen, dass jede teilnehmende Person dieselben Boulder unter gleichen Bedingungen klettert. Es ist das Format der Wahl vieler nationaler Verbände für Jugend- und Juniorenmeisterschaften.
| Format | Judging | Best_for |
|---|---|---|
| strikter Onsight-Circuit | Wertungsrichter pro Boulder zählt Versuche | Jugendmeisterschaften, nationale Wettkämpfe mit 10–30 pro Welle |
| Redpoint-Circuit mit Timer | Wertungsrichter pro Boulder oder Selbstmeldung an der Station | Regionalwettkämpfe, Events auf mittlerem Niveau |
| offener Redpoint-Circuit | Selbstmeldung per App | Hallenligen, Mehrkategorien-Events mit 50–100 Kletternden |
Boulderligen in der Halle: wöchentliche Runden, Saisonwertung und Altersklassen
Boulderligen in der Halle sind wiederkehrende Wettkämpfe über mehrere Runden, die sich über eine Saison von mehreren Monaten ziehen. Statt eines einzelnen Events besteht eine Liga aus mehreren Runden (meist monatlich oder zweiwöchentlich), bei denen die Kletternden Punkte für eine Saisonabschluss-Rangliste sammeln. Ligen sind das Rückgrat des Community-Wettkampfs und der wichtigste Entwicklungsweg für Jugend und Junioren.
Ligastruktur
Eine typische Hallenliga-Saison kann so aussehen:
- Saisonlänge: 4–8 Monate (z. B. Oktober bis Mai)
- Rundenzahl: 4–8 Qualifikationsrunden + 1 Saisonfinale
- Rundenformat: meist Scramble oder offener Redpoint-Circuit in der Halle
- Saisonwertung: die besten N Ergebnisse aller Runden zählen (z. B. die besten 4 von 6), sodass eine ausgelassene Runde nicht zum Ausscheiden führt
- Saisonfinale: oft ein stärker formalisiertes IFSC-Isolationsformat für die bestplatzierten Kletternden der regulären Saison
Altersklassen
Ligen führen typischerweise getrennte Ranglisten pro Alters- und Geschlechtsklasse. Übliche, an die IFSC angelehnte Altersklassen in Hallenligen:
| Klasse | Altersbereich |
|---|---|
| U14 (Jugend D) | unter 14 Jahre |
| U16 (Jugend C) | 14–15 Jahre |
| U18 (Jugend B) | 16–17 Jahre |
| U20 (Junior) | 18–19 Jahre |
| Senior | 20 Jahre und älter |
| Masters | meist 40+ (je nach Veranstalter) |
Innerhalb jeder Klasse werden Männer- und Frauen-Ranglisten getrennt geführt; manche Hallenligen fahren eine kombinierte Open-Klasse, um die Teilnahme zu maximieren.
Wie JudgeMate die Ligaverwaltung abbildet
Eine Mehrrunden-Liga von Hand zu führen — kumulierte Punkte über Runden hinweg nachhalten, die Altersklassen-Berechtigung verwalten und Live-Ranglisten veröffentlichen — ist administrativ aufwendig. JudgeMate ist genau für diesen Anwendungsfall gebaut:
- Dauerhafte Athletenprofile — einmal registrieren, und die Ergebnisse summieren sich automatisch über die Runden
- Automatische Altersklassen-Zuordnung — anhand des Geburtsdatums bei der Anmeldung; JudgeMate verschiebt Kletternde automatisch zwischen den Klassen, wenn sie aufrücken
- Saison-Rangliste — kumulierte Live-Ranglisten, die ganze Saison über für Athletinnen, Athleten und Zuschauer sichtbar, mit konfigurierbaren Beste-N-Ergebnisse-Regeln
- Rundenweiser Ergebnisimport — Ergebnisse jeder Runde (ob während der Runde per App eingegeben oder aus Wertungskarten importiert) fließen direkt in die Saisonwertung
- PDF- und Excel-Export — vollständige Ergebnispakete für Veranstalter und die Meldung an den nationalen Verband
Boulder für Liga-Events setzen
Ligarunden nutzen meist ein punktebasiertes Scramble-Format (Flash / Top / Zone) mit einem frischen Bouldersatz pro Runde. Bewährt hat sich, Kletternde verschiedener Niveaus ins Setting-Feedback einzubeziehen und die Schwierigkeitsverteilung jeder Runde über die Saison konstant zu halten — so spiegeln die kumulierten Saisonergebnisse den Fortschritt wider und nicht die Schwankung der Boulderschwierigkeit.
| Category | Age | Notes |
|---|---|---|
| U14 | unter 14 | Einstiegsboulder dominieren; Fokus auf Spaß und Teilnahme |
| U16 | 14–15 Jahre | erster Kontakt mit dem Isolationsformat im Saisonfinale |
| U18 | 16–17 Jahre | volle IFSC-Formatregeln bei nationalen Wettkämpfen |
| U20 / Junior | 18–19 Jahre | startberechtigt für die IFSC-Junioren-WM |
| Senior | 20+ | startberechtigt für IFSC-Weltcup und Weltmeisterschaft |
| Masters | 40+ (je nach Veranstalter) | nicht IFSC; Regeln je nach Veranstalter; wachsende Beliebtheit |
LA 2028: eigene Bouldermedaille und was sich gegenüber Paris 2024 ändert
Die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles bringen die bedeutendste strukturelle Veränderung in der kurzen olympischen Geschichte des Wettkampfkletterns: Bouldern, Lead und Speed erhalten erstmals jeweils eine eigene Goldmedaille. Damit endet das Kombinationsformat, das das olympische Klettern seit seinem Debüt in Tokio 2020 geprägt hat.
Paris 2024 vs. LA 2028: was sich ändert
| Aspekt | Paris 2024 | LA 2028 |
|---|---|---|
| Bouldermedaille | geteilt mit Lead (Boulder+Lead kombiniert) | eigene Goldmedaille |
| Speedmedaille | eigenständig | eigenständig |
| Leadmedaille | geteilt mit Bouldern | eigene Goldmedaille |
| Kombinationsformat | additive Wertung Boulder + Lead | keines — jede Disziplin eigenständig |
| Geforderte Disziplinen je Person | 2 (Boulder + Lead) | 1 (Spezialisten können sich auf ihre Disziplin konzentrieren) |
| Klettermedaillen bei den Spielen gesamt | 2 (Speed + kombiniert) | 3 (Speed + Boulder + Lead) |
Wie das Kombinationsformat von Paris 2024 aussah
In Paris 2024 mussten die Kletternden im Kampf um die Boulder-+-Lead-Medaille in beiden Disziplinen stark sein. Die Kombinationswertung entstand durch Addition der Ranglistenposition aus der Boulderrunde und der aus der Leadrunde. Die niedrigste Gesamtsumme holte Gold. Speed lief komplett getrennt.
Dieses additive System löste das multiplikative Format aus Tokio 2020 ab (Boulder-Rang × Lead-Rang × Speed-Rang bestimmte die Siegerin oder den Sieger), das breit dafür kritisiert wurde, reine Spezialisten in drei völlig verschiedene Disziplinen zu zwingen.
Was LA 2028 fürs Bouldern bedeutet
Mit einer eigenen Bouldermedaille folgt der LA-2028-Boulderwettkampf voraussichtlich dem üblichen IFSC-Weltcup-Format: volle Isolation, drei Runden (Qualifikation → Halbfinale → Finale), 4–5 Boulder pro Runde und Wertung über Tops/Zones/Versuche (oder das sich weiterentwickelnde IFSC-Punktesystem, je nach den Formatentscheidungen vor 2028).
Für Spezialisten — Kletternde, die ihre Karriere dem Bouldern gewidmet haben, ohne Lead oder Speed zu trainieren — öffnet LA 2028 einen olympischen Weg, den es vorher nicht gab. Routesetter und Veranstalter können einen Boulderwettkampf zudem rein aufs Bouldern hin optimieren, ohne die Ermüdung aus einer vorangegangenen Leadrunde ausbalancieren zu müssen.
Das punktebasierte Wertungssystem und seine olympischen Folgen
Die Spiele in Paris 2024 nutzten in der Boulderrunde bereits ein punktebasiertes Wertungssystem: ein Top bringt 25 Punkte, eine Zone 10 Punkte, und jeder zusätzliche Versuch zieht 0,1 Punkte ab. Ab 2025 bestätigte die IFSC dieses Format für alle Weltcup-Wettkämpfe und löste sich von der reinen Tops/Zones/Versuche-Hierarchie. Ob LA 2028 dieses Punktesystem fortführt oder eine Weiterentwicklung übernimmt, bleibt offen, bis das technische Olympiapaket finalisiert ist.
| Event | Format | Bouldering_medal |
|---|---|---|
| Tokio 2020 | kombiniert: Boulder × Lead × Speed (multiplikativ) | nein — Teil des kombinierten Dreikampfs |
| Paris 2024 | kombiniert: Boulder + Lead (additiv); Speed separat | nein — geteilt mit Lead |
| LA 2028 | eigenständig: Boulder, Lead, Speed jeweils separat | ja — erstes eigenständiges olympisches Gold im Bouldern |
Rechenbeispiel: Alex tritt in einer Saison in drei verschiedenen Formaten an
Um zu zeigen, wie dieselbe kletternde Person verschiedene Boulderformate erlebt, begleite Alex durch eine Wettkampfsaison.
Runde 1 — IFSC-Qualifier (regionales Ausscheidungs-Event)
Alex qualifiziert sich für ein regionales Ausscheidungs-Event im IFSC-Stil. Das Format nutzt Isolation, 4 Boulder und die klassische Tops/Zones/Versuche-Hierarchie.
Alex geht vor Beginn der Qualifikationsrunde in die Isolationszone. Nach 45 Minuten Aufwärmen in der Iso startet die Runde. Alex bekommt ein 2-minütiges Beobachtungsfenster, um alle vier Boulder vom Boden aus zu studieren, bevor es losgeht.
Alex' Ergebnisse:
| Boulder | Ergebnis | Versuche bis Top | Versuche bis Zone |
|---|---|---|---|
| P1 | Top | 2 | 1 |
| P2 | Flash (Top im 1. Versuch) | 1 | 1 |
| P3 | nur Zone | — | 3 |
| P4 | kein Ergebnis | — | — |
Summe: 2 Tops, 3 Zones (P1 + P2 + P3), 3 Versuche bis Top, 5 Versuche bis Zone.
Alex qualifiziert sich auf Platz 4 fürs Finale — zwei andere Finalteilnehmende haben je 3 Tops, eine Person hat 2 Tops bei weniger Versuchen.
Runde 2 — lokaler Hallen-Scramble (3-stündige offene Session)
Drei Wochen später startet Alex beim monatlichen Scramble der Heimhalle. Das Format: 25 Boulder, 3-stündige offene Session, JudgeMate-App zur Selbstmeldung.
Alex plant eine Strategie: mit Bouldern mittleren Grades aufwärmen, dann die schwersten Boulder bei voller Frische angehen und zum Schluss übrige Zones aufsammeln.
Alex' Highlights:
- Flash an 8 Bouldern → 8 × 15 = 120 Punkte
- Top ohne Flash an 9 Bouldern → 9 × 10 = 90 Punkte
- nur Zone an 4 Bouldern → 4 × 5 = 20 Punkte
- 4 Boulder ohne Ergebnis und ohne Zone
Gesamt: 230 Punkte → Alex landet Gesamtzweite in der Kategorie Senior Frauen.
Runde 3 — Liga-Circuit (Monatsrunde, Onsight-Circuit)
Dieselbe Halle fährt eine monatliche Ligarunde im Circuit-Format. Alex liegt in den Top 5 der Saisonwertung. Die Runde dieses Monats nutzt einen strikten Onsight-Circuit — 6 Boulder, rotierende Gruppen aus 8 Kletternden, 5 Minuten pro Boulder, keine Rückkehr.
Alex' Circuit-Ergebnisse:
| Boulder | Ergebnis | Versuche |
|---|---|---|
| C1 | Flash | 1 |
| C2 | Top | 3 |
| C3 | Zone | — |
| C4 | Flash | 1 |
| C5 | Top | 2 |
| C6 | kein Ergebnis | — |
Summe: 4 Tops, 5 Zones, 7 Versuche bis Top. Diese Runde bringt Alex 32 Ligapunkte (nach der eigenen Punktetabelle der Liga) und schiebt sie auf Platz 1 der Saisonwertung, bei zwei verbleibenden Runden.
Fazit: Wie sich die drei Formate für Alex unterschieden
| Format | Boulder | Dauer | Werten | Wertungsmethode |
|---|---|---|---|---|
| IFSC-Qualifier | 4 (Isolation) | ~30 Min aktiv | Wertungsrichter pro Boulder | Tops / Zones / Versuche |
| Hallen-Scramble | 25 (offen) | 3 Stunden | Selbstmeldung per JudgeMate | Punkte (Flash/Top/Zone) |
| Liga-Circuit | 6 (Onsight-Rotation) | ~45 Min | Wertungsrichter pro Station | Punkte (Ligatabelle) |
Bereit, Wettkämpfe zu werten?
JudgeMate ist eine kostenlose Plattform für Sportwettkämpfe und berechnet die Punktzahl automatisch. Funktionen von JudgeMate für Veranstalter ansehen
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