Skateboard-Wettkampfformate erklärt
Olympic Street, Park, Jam Session, Best Trick und Game of SKATE
Zuletzt aktualisiert: 22. Februar 2026
Skateboard-Wettkämpfe laufen je nach Level, Disziplin und Veranstaltungsziel in mehreren Formaten. Olympic Street bedeutet 2 Runs und 5 Best Tricks (maximal 300 Punkte). Olympic Park bedeutet 3 Runs, nur der beste zählt (maximal 100 Punkte). SLS arbeitet mit einem K.-o.-Rangsystem. Jam Sessions schicken mehrere Skater gleichzeitig auf den Kurs. Best-Trick-Contests drehen sich um einzelne Trickversuche. Game of SKATE ist ein Eins-gegen-eins, bei dem Tricks nachgefahren werden müssen. Jedes Format hat seinen eigenen Zweck — dieser Leitfaden zeigt, wie sie funktionieren, wann sie passen und wie sich jedes davon in JudgeMate abbilden lässt.
Olympic Street (2 Runs und 5 Tricks)
Das von World Skate entwickelte Olympic-Street-Format wurde in Tokio 2020 und Paris 2024 gefahren und gilt als Goldstandard im Spitzen-Street-Skateboarding.
So läuft es ab
- Zwei Runs à 45 Sekunden: Jeder Skater fährt zwei zeitlich limitierte Runs auf dem Street-Kurs und verbindet mehrere Tricks zu einer durchgängigen Sequenz. Jeder Run wird unabhängig auf der Skala 0–100 gewertet.
- Fünf Best-Trick-Versuche: Nach den Runs hat jeder Skater fünf einzelne Trickversuche an einer beliebigen Stelle des Kurses. Jeder Versuch wird einzeln gewertet.
- Endwertung: bester Run plus die zwei höchsten Trickwertungen — maximal 300 Punkte.
Was dieses Format auszeichnet
Nur 3 von 7 Performances zählen am Ende. Ein Skater kann einen schwachen Run und drei missglückte Trickversuche haben, ohne dass es das Ergebnis kostet. Das macht die Best-Trick-Runde zum Spielfeld für kalkuliertes Risiko — viele Skater steigern die Schwierigkeit gezielt, weil sie mehrere Versuche haben. Runs belohnen Konstanz und Flow, Best Tricks die Spitze in Schwierigkeit und Ausführung.
Gleichstand
Bei gleicher Endsumme gewinnt der höhere beste Run. Ist auch der gleich, entscheidet die höchste einzelne Trickwertung.
JudgeMate-Abbildung
JudgeMate bildet dieses Format direkt ab: getrimmtes Mittel über 5 Kampfrichter, automatische Erkennung des besten Runs und der zwei besten Tricks, Live-Rangliste nach jeder Performance.
Olympic Park (3 Runs, bester zählt)
Das Olympic-Park-Format ist einfacher als Street, setzt die Skater aber massiv unter Konstanz-Druck.
So läuft es ab
- Drei Runs à 45 Sekunden: Jeder Skater fährt drei zeitlich limitierte Runs in der Bowl bzw. auf dem Park-Kurs.
- Der beste Run zählt: nur der höchste Run geht in die Endwertung ein — maximal 100 Punkte.
- Keine Best-Trick-Runde: anders als im Street gibt es im Park keine einzelnen Trickversuche.
Was dieses Format auszeichnet
Mit drei Chancen für den einen großen Run können Skater mehr riskieren, weil sie noch Versuche in der Hinterhand haben. Stürze schmerzen im Park besonders, weil der ganze Run als Einheit bewertet wird — eine starke Sektion lässt sich nicht aus einem Sturz herauslösen. Das Format belohnt mutige, komplette Runs stärker als vorsichtige Konstanz. Wer riskiert und mindestens einen herausragenden Run landet, liegt vor jemandem, der über drei Versuche auf Sicherheit fährt.
Gleichstand
Bei gleichem besten Run entscheidet der zweitbeste Run, danach der drittbeste.
Wertungsschwerpunkte
Im Park-Judging zählen Amplitude über dem Coping, Flow durch die Transitions, gehaltene Geschwindigkeit und Vielfalt an Lufttricks über die verschiedenen Sektionen der Bowl.
Street League Skateboarding (SLS)
Die Street League ist die Top-Serie im Street und wurde 2010 gegründet. Das SLS-Format hat sich mehrfach verändert — das ist die pragmatische Entwicklung einer Wettkampfserie.
Aktuelles Format (seit 2023): Rangsystem
Skater fahren Runs und Tricks über mehrere K.-o.-Runden. Jede Performance wird auf der Skala 0,0–10,0 gewertet, die Wertungen werden in jeder Sektion gegen die der anderen Starter gerankt. Das Feld wird über die Runden bis zum Finale verkleinert.
Historisches Format (2010–2018): 2 Runs und 5 Tricks
Das ursprüngliche SLS-Format ähnelte dem späteren olympischen Format: zwei Runs auf Skala 0,0–10,0, fünf einzelne Trickversuche, bester Run plus die zwei besten Tricks zusammengezählt. Dieses Format hat das olympische direkt geprägt.
Was SLS besonders macht
Standardisierte Kurse: SLS baut an jeder Station ein konsistentes Kursdesign, damit Wertungen über die Saison vergleichbar bleiben. Direkter Schlagabtausch: Das Rang-System schafft in jeder Runde echten Direktvergleich zwischen den Skatern, das treibt Intensität und Strategie. Saisonranking: Ergebnisse über mehrere SLS-Events bestimmen die Gesamtwertung, was über die Saison Konstanz belohnt.
Jam-Session-Format
Die Jam Session ist eines der zugänglichsten und gleichzeitig spannendsten Wettkampfformate im Skateboarding — und besonders beliebt bei lokalen Contests.
So läuft es ab
Mehrere Skater (meist 3–6) fahren gleichzeitig auf dem Kurs, über einen festen Zeitraum (üblich sind 5–15 Minuten pro Jam). Die Kampfrichter beobachten alle parallel und werten jeden anhand der Gesamtleistung in der Session. Es gibt keine einzelnen Runs oder Trickversuche — bewertet wird, was im gesamten Jam zustande kommt.
Was dieses Format auszeichnet
Energie und Atmosphäre: Mehrere Skater pushen sich gegenseitig, das wirkt auch für Zuschauer. Natürlicher Flow: Skater können sich ihre Momente herauspicken und Sequenzen organisch aufbauen. Niedrigschwellig: weniger Druck als bei einzelnen Runs, ideal für Einsteiger- und Mittelklasse-Contests. Effizient: in derselben Zeit kommen mehr Skater an die Reihe als bei Einzel-Runs.
Herausforderungen beim Judging
Kampfrichter müssen mehrere Skater gleichzeitig verfolgen — das verlangt Erfahrung und Konzentration. Wenn jemand eine Kurssektion dominiert, ist es nicht trivial, allen anderen gleichermaßen Aufmerksamkeit zu geben. Saubere Notizen oder digitale Wertung sind nötig, um Recency-Bias zu vermeiden.
Wann passt dieses Format?
Jam Sessions funktionieren am besten bei lokalen Wettkämpfen, Grassroots-Events, Nachwuchskategorien oder als Qualifikationsrunden, die ein großes Feld vor den Einzel-Runs im Finale verdichten.
Best-Trick-Contest-Format
Best-Trick-Contests isolieren die reine Spannung der einzelnen großen Momente im Skateboarding.
So läuft es ab
Ein konkretes Hindernis wird festgelegt — etwa die große Rail, die Treppe oder ein bestimmter Gap. Jeder Skater hat eine festgelegte Anzahl an Einzelversuchen (meist 3–5), um seinen besten Trick an diesem Hindernis zu landen. Jeder Versuch wird einzeln gewertet. Nur die höchste Wertung zählt.
Varianten
Ein Hindernis: alle Skater versuchen Tricks am selben Feature — die häufigste Variante. Offener Kurs: Skater wählen pro Versuch ein beliebiges Hindernis (so im Olympic Street als Teil der kombinierten Wertung). Best Trick auf Zeit: ein festes Zeitfenster (z. B. 10 Minuten), in dem Skater rotieren, statt einer festen Versuchszahl.
Was bei der Wertung zählt
Hindernis-relative Schwierigkeit: Derselbe Trick ist an verschiedenen Hindernissen unterschiedlich schwer. Ein Backside Smith Grind an einer niedrigen Ledge ist etwas anderes als an einem 12-Stair-Kink-Handrail. Progression: Wenn derselbe Skater immer härtere Tricks landet, sollte jede Stufe höher gewertet werden — sie spiegelt zunehmende Schwierigkeit und Commitment. Saubere Ausführung: Bei nur einem Trick zur Wertung fallen kleinste Ausführungsfehler auf und schlagen durch.
Best-Trick-Abbildung in JudgeMate
In JudgeMate sind Best-Trick-Runden konfigurierbar — Veranstalter legen Anzahl der Versuche, Ein-Hindernis oder offener Kurs und die Zahl der zählenden Top-Wertungen selbst fest.
Game of SKATE
Game of SKATE ist die Skateboard-Variante von H-O-R-S-E im Basketball — ein Eins-gegen-eins, bei dem die Skater abwechselnd Flatground-Tricks setzen und nachfahren.
So läuft es ab
- Zwei Skater treten auf Flatground gegeneinander an (keine Hindernisse).
- Skater A setzt einen beliebigen Flatground-Trick.
- Skater B muss exakt denselben Trick landen. Misslingt das, kassiert Skater B einen Buchstaben (erst S, dann K, dann A, dann T, dann E).
- Landet Skater B den Trick, bleibt Skater A buchstabenfrei und Skater B setzt den nächsten Trick.
- Wer alle fünf Buchstaben (S-K-A-T-E) gesammelt hat, scheidet aus.
Regeln
Nur Flatground-Tricks sind erlaubt — keine Hindernisse, keine Grinds, keine Lufttricks. Der gesetzte Trick muss klar sein; bei Unklarheit über den Versuch klären der antwortende Skater und ein Kampfrichter. Der antwortende Skater muss exakt denselben Trick fahren (gleiche Flip-Richtung, gleiche Rotation, gleicher Stance). Ähnliche, aber nicht identische Tricks zählen nicht. Sauberes Landen ist Pflicht: sauber wegfahren ohne Bodenkontakt.
Wettkampfeinsatz
Game of SKATE läuft oft als Side-Event größerer Contests, als eigenständiges Format (etwa Battle at the Berrics) oder als Warm-up-Unterhaltung. Es ist auf jedem Level zugänglich und braucht keine Kurs-Infrastruktur.
Vert-Wettkampfformat
Vert (Halfpipe) ist Skateboarding mit hoher Amplitude in der Luft. Heute weniger verbreitet als Street und Park, bleibt Vert bei den X Games und Spezial-Events fest gesetzt.
So läuft es ab
Die Skater fahren zeitlich limitierte Runs (meist 45–60 Sekunden) auf einer Halfpipe (typischerweise 10–14 Fuß hoch). 2–3 Runs pro Skater, nur der beste Run geht in die Endwertung ein. Gewertet wird auf der Skala 0–100 nach dem Gesamteindruck.
Wertungsschwerpunkte
Amplitude: wie hoch der Skater bei jedem Air über das Coping kommt. Höhere Airs zeigen Power, Commitment und Kontrolle. Trickschwierigkeit: Rotationen (540, 720, 900), Grab-Varianten (Indy, Melon, Mute, Stalefish) und Kombinationen. Konstanz: Flow von Wand zu Wand ohne Tempoverlust oder Pause. Vielfalt: unterschiedliche Grabs, Rotationen und Lip-Tricks auf beiden Wänden der Ramp. Risiko und Commitment: größere, beherzt gefahrene Airs mit schwierigen Tricks liegen vor sicherem, kontrolliertem Mittelmaß.
Historische Bedeutung
In den 1980er- und 1990er-Jahren war Vert das dominierende Wettkampfformat im Skateboarding. Legenden wie Tony Hawk, Christian Hosoi und Danny Way haben die Disziplin geprägt. Tony Hawks erster 900 bei den X Games 1999 zählt bis heute zu den ikonischsten Momenten des Sports.
Das richtige Format für deine Veranstaltung
Welches Format passt, hängt vom Ziel der Veranstaltung ab, vom Level der Teilnehmenden, vom Spot und vom Zeitrahmen.
Für World-Skate-sanktionierte Events: Nimm Olympic Street oder Park. Diese Formate sind bei erfahrenen Skatern eingespielt und decken sich mit internationalen Standards — das bringt Verlässlichkeit und Vergleichbarkeit.
Für lokale und Grassroots-Events: Jam Sessions funktionieren gut als Qualifikation mit großem Teilnehmerfeld. Für die Finals lohnen sich Einzel-Runs, damit jeder Skater seinen Moment hat. Best-Trick-Contests sind starke eigenständige Events oder Finale-Highlights.
Für Nachwuchs- und Einsteiger-Events: Jam Sessions nehmen Druck heraus und schaffen ein unterstützendes Klima. Längere Runzeiten (60 Sekunden statt 45) geben weniger erfahrenen Skatern mehr Raum, ihr Können zu zeigen.
Für Show- und Publikums-Events: Best-Trick-Contests an einem markanten Hindernis erzeugen die meiste Stimmung. Game of SKATE ist auch für Nicht-Skater leicht nachzuvollziehen und sehr unterhaltsam.
Alle Formate lassen sich in JudgeMate abbilden — Veranstalter konfigurieren Anzahl der Runs, Trickversuche, Wertungsmethode (bester Run, Summe der Runs oder Mittelwert) und welche Wertungen in das Endergebnis einfließen.
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Häufige Fragen
Primärquellen
- World Skate Skateboarding Park Rules — World Skate
- World Skate Skateboarding Street Rules — World Skate
- Olympic Skateboarding Discipline Overview — IOC
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