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Wertungs-Leitfaden

Wie wird Squash gewertet?

PAR-Wertung bis 11, Best of 5, 2 Punkte Vorsprung und das Punktesystem

Zuletzt aktualisiert: 5. Oktober 2026
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Im Squash gilt die PAR-Wertung (Point-A-Rally): Jeder Ballwechsel bringt einem Spieler einen Punkt, egal wer aufgeschlagen hat. Ein Satz geht bis 11 Punkte. Steht es 10:10, gewinnt erst, wer 2 Punkte Vorsprung hat, eine Obergrenze gibt es nicht. Gespielt wird Best of 5: Wer zuerst 3 Sätze gewinnt, holt das Match.

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So funktioniert die PAR-Wertung

Seit 2009 wird Squash weltweit einheitlich nach der PAR-Wertung (Point-A-Rally) gespielt. Dabei bringt jeder Ballwechsel einen Punkt, egal wer aufgeschlagen hat.

  • Gewinnt der Aufschläger den Ballwechsel, erhält er 1 Punkt und schlägt erneut auf.
  • Gewinnt der Annehmer den Ballwechsel, erhält er 1 Punkt und übernimmt den Aufschlag.

Ein Ballwechsel endet zum Beispiel, wenn der Ball zweimal am Boden aufspringt, bevor der Gegner ihn erreicht, wenn er das Tin trifft (die Blechleiste unten an der Stirnwand), wenn er an einer Wand über die Auslinie geht oder wenn eine Letball- oder Stroke-Entscheidung das Spiel unterbricht.

Die PAR-Wertung löste das ältere Hand-in/Hand-out-System ab. Matches sollten schneller werden, ihre Dauer besser planbar und das Spiel fernsehtauglicher. Die PSA (Professional Squash Association) führte PAR 2004 bei den Herren ein, die Damentour folgte 2008, und der Weltverband WSF (World Squash Federation) machte das System 2009 zum weltweiten Standard.

Sätze, Match-Format und der 2-Punkte-Vorsprung

Ein Squash-Match wird im Modus Best of 5 gespielt. Wer zuerst 3 Sätze gewinnt, holt das Match.

Reguläres Satzende: Jeder Satz geht bis 11 Punkte. Erreicht ein Spieler die 11 und der andere steht bei 9 oder weniger, ist der Satz sofort beendet.

10:10-Regel: Steht es 10:10, endet der Satz nicht bei 11. Gespielt wird weiter, bis ein Spieler 2 Punkte vorn liegt. Es gibt keine Obergrenze, ein Satz kann theoretisch 15:13, 20:18 oder mit jedem anderen Stand enden, bei dem der Abstand genau 2 beträgt.

In der Praxis gehen Sätze nach 10:10 selten über 14:12 oder 15:13 hinaus, doch die nach oben offene Regel sorgt in engen Matches für spannende Momente.

Match-Ergebnisse: Ein Match endet 3:0, 3:1 oder 3:2 nach Sätzen. Bei 3:0 hat ein Spieler drei Sätze in Folge gewonnen. Bei 3:2 ging das Match über die volle Distanz von fünf Sätzen, und der Sieger holte den letzten.

Pausen zwischen den Sätzen: Zwischen den Sätzen haben die Spieler 90 Sekunden Pause. In dieser Zeit können sie sich abtrocknen, trinken, sich bei manchen Turnieren coachen lassen und sich auf den nächsten Satz einstellen. Jeden neuen Satz gibt der Schiedsrichter frei.

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Aufschlagregeln im Squash

Der Aufschlag eröffnet jeden Ballwechsel im Squash. Wer das Punktesystem verstehen will, kommt um die Aufschlagregeln nicht herum.

Aufschlagboxen: Der Court hat zwei Aufschlagboxen, eine links und eine rechts. Der Aufschläger muss im Moment des Treffens mindestens einen Fuß vollständig in der Aufschlagbox haben, ohne die Linien zu berühren.

Wo der Aufschlag landen muss: Der Ball muss die Stirnwand oberhalb der Aufschlaglinie treffen (eine waagerechte Linie 1,78 m über dem Boden) und unterhalb der Auslinie (obere Begrenzung), dann im gegenüberliegenden hinteren Viertel des Feldes aufspringen (das Viertel diagonal zur Aufschlagbox). Landet er im falschen Viertel, trifft er das Tin oder geht er über die Auslinie, ist es ein Aufschlagfehler und der Annehmer gewinnt den Punkt.

Nur ein Aufschlag: Anders als im Tennis gibt es im Squash keinen zweiten Aufschlag. Ein Aufschlagfehler bringt den Punkt sofort dem Annehmer.

Wechsel der Aufschlagbox: Der Aufschläger wechselt nach jedem eigenen Punkt zwischen linker und rechter Box. Zu Beginn jedes Satzes wählt er, aus welcher Box er zuerst aufschlägt.

Wer schlägt zuerst auf: Vor dem Match wird der Schläger gedreht, um den ersten Aufschläger zu bestimmen. In den weiteren Sätzen schlägt der Sieger des vorherigen Satzes zuerst auf.

Das alte System: Hand-in/Hand-out-Wertung

Vor der PAR-Wertung lief Squash über das Hand-in/Hand-out-System (auch englische oder internationale Zählweise genannt). Ein Blick darauf hilft, das heutige Spiel historisch einzuordnen.

So funktionierte es:

  • Nur der Aufschläger (Hand-in) konnte punkten.
  • Gewann der Annehmer den Ballwechsel, wurde er zum neuen Aufschläger („Hand-out“), erhielt aber keinen Punkt.
  • Sätze gingen bis 9 Punkte.

Die 8:8-Wahl: Stand es 8:8, hatte der Annehmer eine besondere Wahl:

  • „Set one“: Der Satz geht bis 9 (der nächste Punkt entscheidet).
  • „Set two“: Der Satz geht bis 10 (wer zuerst 10 erreicht, gewinnt, ohne 2 Punkte Vorsprung).

Die Wahl brachte Taktik ins Spiel. Wer gerade einen Lauf hatte, nahm eher „Set one“, um schnell abzuschließen, wer sich von hinten herangekämpft hatte, wählte eher „Set two“ und damit mehr Spielraum.

Warum es ersetzt wurde: Mit Hand-in/Hand-out war die Matchdauer kaum vorherzusagen. Ein Satz konnte 5 oder 45 Minuten dauern, je nachdem, wie oft der Aufschlag wechselte, ohne dass Punkte fielen. Damit ließ sich Squash schlecht für Fernsehübertragungen und Live-Programme planen. Die PAR-Wertung löste das Problem, weil jeder Ballwechsel einen Punkt bringt. Sätze sind seitdem besser planbar, und der Sport ist zuschauerfreundlicher geworden.

Letball, Stroke und No Let: die besonderen Unterbrechungen

Anders als in anderen Rückschlagsportarten teilen sich im Squash beide Spieler denselben Raum. Deshalb kommt es oft vor, dass ein Spieler dem anderen den Weg zum Ball oder den Schwung verstellt. Die Regeln kennen dafür drei mögliche Entscheidungen:

Letball – der Ballwechsel wird wiederholt: Einen Letball gibt es, wenn der Spieler am Ball den Ball hätte erreichen und spielen können, dabei aber teilweise vom Gegner behindert wurde. Die Voraussetzungen:

  • Der Spieler am Ball hat alles versucht, an den Ball zu kommen.
  • Es lag eine echte Behinderung vor, aber keine, die einen Stroke rechtfertigt.
  • Der Spieler am Ball hätte keinen klaren Gewinnschlag spielen können. Nach einem Letball wird der Ballwechsel wiederholt, es gibt keinen Punkt, und der Aufschläger schlägt erneut aus derselben Box auf.

Stroke – Punkt für den behinderten Spieler: Der Stroke ist die härtere Entscheidung. Er wird gegeben, wenn:

  • die Position des Gegners einen Gewinnschlag verhindert hat,
  • der Schlag den Gegner auf dem direkten Weg zur Stirnwand (nicht über eine Seitenwand) getroffen hätte,
  • der Gegner keinen Versuch unternommen hat, den Weg freizugeben. Beim Stroke geht der Punkt an den behinderten Spieler, als hätte er den Ballwechsel gewonnen.

No Let – der Ballwechsel zählt: No Let wird entschieden, wenn:

  • keine echte Behinderung vorlag und der Spieler am Ball freie Bahn hatte,
  • der Spieler am Ball den Ball auch ohne den Gegner nicht erreicht hätte,
  • der Spieler am Ball die Behinderung selbst verursacht hat, indem er in den Raum des Gegners gelaufen ist. Bei No Let zählt der Ballwechsel so, wie er gespielt wurde. Hat der Spieler am Ball den Ball nicht zurückgebracht, geht der Punkt an den Gegner.

Auf Spitzenniveau sorgen das 3-Schiedsrichter-System und der Videobeweis dafür, dass diese heiklen Entscheidungen möglichst genau ausfallen.

Aufwärmen, Ballwahl und Vorbereitung

Vor dem ersten Punkt steht im Squash-Match eine geregelte Aufwärmphase, und die wirkt sich direkt auf das Spiel aus.

Ballaufwärmen: Die Spieler gehen gemeinsam für 4 Minuten auf den Court und wechseln nach 2 Minuten die Seiten (WSF-Regel 4.1). Dabei geht es vor allem darum, den Ball aufzuwärmen: Der Wettkampfball mit zwei gelben Punkten springt kalt kaum. Erst durch harte Schläge erwärmt er sich und wird spielbar. Kühlt der Ball in einer langen Spielpause aus, kann der Schiedsrichter zusätzliche Aufwärmzeit gewähren.

Der Aufwärmball ist der Matchball. Anders als im Tennis, wo während des Matches neue Bälle ins Spiel kommen, wird im Squash durchgehend mit demselben Ball gespielt, solange er nicht kaputtgeht.

Ballwahl nach Punktfarbe:

PunktGeschwindigkeitSprungEinsatz
Doppelt gelbAm langsamstenAm niedrigstenTour-Niveau, hochklassiger Wettkampf
Einfach gelbLangsamNiedrigSpitzenspieler im Verein
Weiß / GrünMittelMittelFortgeschrittene
RotSchnellHochFreizeitspieler / Einsteiger
BlauAm schnellstenAm höchstenAbsolute Anfänger

Der Ball mit zwei gelben Punkten kommt in allen PSA-World-Tour-Turnieren, bei den WSF-Weltmeisterschaften und bei allen offiziellen Wettkämpfen oberhalb der Vereinsebene zum Einsatz.

Häufige Missverständnisse zur Squash-Wertung

„Nur der Aufschläger kann punkten.“ Das galt im alten Hand-in/Hand-out-System (vor der weltweiten PAR-Einführung 2009), ist aber seit über 15 Jahren überholt. Bei der PAR-Wertung bringt jeder Ballwechsel einen Punkt, egal wer aufgeschlagen hat.

„Sätze gehen bis 9.“ Im alten System gingen Sätze bis 9. Bei der PAR-Wertung, dem heutigen weltweiten Standard, gehen Sätze bis 11 Punkte.

„Man muss immer mit 2 Punkten Vorsprung gewinnen.“ Die 2-Punkte-Regel greift erst bei 10:10. Steht es 11:9, 11:8 oder mit einem anderen Stand, bei dem ein Spieler die 11 erreicht und der andere bei 9 oder weniger steht, endet der Satz sofort, ohne dass die 2-Punkte-Regel greift.

„Ein Letball gibt dem behinderten Spieler den Punkt.“ Nein, bei einem Letball wird der Ballwechsel wiederholt. Den Punkt für den behinderten Spieler gibt es nur beim Stroke. Einsteiger verwechseln Letball und Stroke häufig.

„Squash hat einen zweiten Aufschlag wie Tennis.“ Squash hat keinen zweiten Aufschlag. Ein Aufschlagfehler bringt den Punkt sofort dem Annehmer. Deshalb kommt es beim Aufschlag besonders auf Genauigkeit an.

„Ein Ballwechsel endet nur, wenn der Ball zweimal aufspringt.“ Der zweite Bodenkontakt beendet den Ballwechsel tatsächlich (wer den Ball zweimal aufspringen lässt, verliert den Punkt; gerufen wird „Not up“). Das ist aber nur eine von mehreren Möglichkeiten: Ein Ball ins Tin oder vor der Stirnwand auf den Boden ist „Down“, ein Ball auf oder über der Auslinie ist „Out“, ein Aufschlag kann ein Fehler sein, und der Ballwechsel endet auch, wenn der Ball einen Spieler trifft.

Rechenbeispiel: ein enges Match über 5 Sätze

Ein realistisches Squash-Match, Satz für Satz, zeigt die PAR-Wertung in der Praxis.

Satz 1: Spieler A gewinnt 11:7. Ein klarer Fall: A erreicht die 11 mit mehr als 2 Punkten Vorsprung, der Satz endet 11:7. Stand: 1:0 Sätze für A.

Satz 2: Spieler B gewinnt 11:5. B beherrscht diesen Satz. Stand: 1:1 nach Sätzen.

Satz 3: Es steht 10:10. Die 2-Punkte-Regel greift. A punktet zum 11:10, doch der Satz läuft weiter, weil noch niemand 2 Punkte vorn liegt. B punktet: 11:11. A punktet: 12:11. B punktet: 12:12. Schließlich holt A zwei Punkte in Folge: 13:12, dann 14:12. A gewinnt den Satz 14:12. Stand: 2:1 Sätze für A.

Satz 4: B gewinnt 11:9 und gleicht zum 2:2 nach Sätzen aus.

Satz 5 (Entscheidungssatz): Im fünften Satz gelten genau dieselben Regeln: bis 11, ab 10:10 mit 2 Punkten Vorsprung. A gewinnt 11:8.

Endergebnis: A gewinnt 3:2 (11:7, 5:11, 14:12, 9:11, 11:8). Das Match geht über 5 Sätze, einer davon in die Verlängerung ab 10:10. Den Ausschlag gibt der dritte Satz mit 14:12.

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World Squash Rules of Singles Squash 2025 V1.2 (gültig ab 1. September 2025), World Squash Rules of Doubles, PSA Tour Regulations

Zuletzt geprüft 2026-10-05 · nächste Nach der nächsten Regelrevision von World Squash

Häufige Fragen

Primärquellen

  1. World Squash Rules of Singles — World Squash
  2. World Squash Rules of Doubles — World Squash
  3. PSA World Tour Rules and Regulations — PSA

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