Wie wird Squash gewertet?
PAR-Wertung bis 11, Best of 5, Sieg mit 2 Punkten und das Punktesystem
Zuletzt aktualisiert: 15. März 2026
Squash nutzt die PAR-Wertung (Point-A-Rally) — jeder Ballwechsel bringt einem Spieler einen Punkt, unabhängig vom Aufschlag. Ein Satz geht bis 11 Punkte. Steht es 10-10, braucht es 2 Punkte Vorsprung zum Sieg, ohne Obergrenze. Ein Match ist Best of 5, wer zuerst 3 Sätze gewinnt, holt das Match.
So funktioniert die PAR-Wertung
Seit 2009 (weltweit einheitlich) spielt Squash nach der PAR-Wertung (Point-A-Rally). In diesem System bringt jeder Ballwechsel einen Punkt — unabhängig davon, wer aufgeschlagen hat.
- Gewinnt der Aufschläger den Ballwechsel, erhält er 1 Punkt und schlägt erneut auf.
- Gewinnt der Annehmer den Ballwechsel, erhält er 1 Punkt und übernimmt den Aufschlag.
Ein Ballwechsel kann auf mehrere Arten enden: der Ball springt zweimal am Boden auf, bevor der Gegner ihn erreicht, der Ball trifft das Tin (die Blechleiste am unteren Rand der Stirnwand), der Ball geht über die Auslinie an einer der Wände, ein Spieler erreicht den Ball nicht vor dem zweiten Aufprall oder eine Letball- bzw. Stroke-Entscheidung unterbricht das Spiel.
Die PAR-Wertung löste das ältere Hand-in/Hand-out-System ab — Ziel war ein schnellerer Spielfluss, besser planbare Spieldauern und mehr Fernsehtauglichkeit. Die PSA (Professional Squash Association) führte PAR 2004 im Herrenbereich ein, der Damenkreis folgte 2008, und der Weltverband WSF (World Squash Federation) machte das System 2009 zum verbindlichen Standard.
Sätze, Match-Format und der 2-Punkte-Vorsprung
Ein Squash-Match wird im Modus Best of 5 gespielt. Wer zuerst 3 Sätze gewinnt, holt das Match.
Reguläres Satzende: Jeder Satz geht bis 11 Punkte. Erreicht ein Spieler die 11 und der andere steht bei 9 oder weniger, ist der Satz sofort beendet.
10-10-Regel: Steht es 10-10, endet der Satz nicht bei 11. Das Spiel läuft, bis ein Spieler mit 2 Punkten vorne liegt. Es gibt keine Obergrenze — ein Satz kann theoretisch 15-13, 20-18 oder bei jedem Stand enden, an dem der Abstand genau 2 beträgt.
In der Praxis gehen Sätze nach 10-10 selten über 14-12 oder 15-13 hinaus, doch die offene Regel sorgt in engen Matches für dramatische Wendungen.
Match-Ergebnisse: Ein Match kann 3-0, 3-1 oder 3-2 nach Sätzen ausgehen. Bei 3-0 hat ein Spieler drei Sätze in Folge gewonnen. 3-2 bedeutet, das Match ging über die volle Distanz — fünf Sätze, der Sieger holte den letzten.
Pausen zwischen den Sätzen: Die Spieler erhalten eine 90-Sekunden-Pause zwischen den Sätzen. Sie können sich abtrocknen, trinken, bei manchen Turnieren Coaching erhalten und sich auf den nächsten Satz einstellen. Den Beginn jedes neuen Satzes gibt der Schiedsrichter frei.
Aufschlagregeln im Squash
Der Aufschlag eröffnet jeden Ballwechsel im Squash. Wer das Punktesystem verstehen will, kommt um die Aufschlagregeln nicht herum.
Aufschlagboxen: Das Spielfeld hat zwei Aufschlagboxen — eine links, eine rechts. Der Aufschläger muss im Moment des Treffens mindestens einen Fuß vollständig in der Aufschlagbox haben (Linien nicht berührend).
Wo der Aufschlag landen muss: Der Ball muss die Stirnwand oberhalb der Aufschlaglinie treffen (eine waagerechte Linie 1,78 m über dem Tin) und unterhalb der Auslinie (obere Begrenzung), dann im gegenüberliegenden hinteren Viertel des Feldes aufspringen (das Viertel diagonal zur Aufschlagbox). Landet er im falschen Viertel, trifft das Tin oder geht über die Auslinie, ist es ein Aufschlagfehler und der Annehmer gewinnt den Punkt.
Nur ein Aufschlag: Anders als im Tennis hat Squash keinen zweiten Aufschlag. Ein Aufschlagfehler bringt den Punkt sofort dem Annehmer.
Wechsel der Aufschlagbox: Der Aufschläger wechselt nach jedem eigenen Punkt zwischen linker und rechter Box. Zu Beginn jedes Satzes wählt er, aus welcher Box er zuerst serviert.
Wer schlägt zuerst auf: Vor dem Match wird der Schläger gedreht, um den ersten Aufschläger zu bestimmen. In den weiteren Sätzen schlägt der Sieger des vorherigen Satzes zuerst auf.
Das alte System: Hand-in/Hand-out-Wertung
Vor der PAR-Wertung lief Squash über das Hand-in/Hand-out-System (auch English Scoring oder International Scoring genannt). Ein Blick darauf hilft, das heutige Spiel historisch einzuordnen.
So funktionierte es:
- Nur der Aufschläger (Hand-in) konnte punkten.
- Gewann der Annehmer den Ballwechsel, wurde er zum neuen Aufschläger („Hand-out“), erhielt aber keinen Punkt.
- Sätze gingen bis 9 Punkte.
Die 8-8-Wahl: Stand es 8-8, hatte der Annehmer eine besondere Wahl:
- „Set one“ — der Satz geht bis 9 (nächster Punkt gewinnt).
- „Set two“ — der Satz geht bis 10 (wer zuerst 10 erreicht, gewinnt, ohne 2 Punkte Vorsprung).
Diese Wahl brachte eine taktische Ebene — ein Spieler mit Momentum entschied sich oft für „Set one“ für ein schnelles Ende, während ein zurückgekämpfter Außenseiter mit „Set two“ mehr Spielraum suchte.
Warum es ersetzt wurde: Hand-in/Hand-out machte Spieldauern unberechenbar. Ein Satz konnte 5 Minuten oder 45 Minuten dauern, je nachdem, wie oft der Aufschlag wechselte, ohne dass Punkte fielen. Damit ließ sich Squash schlecht für Fernsehübertragungen und Live-Programme planen. Die PAR-Wertung beseitigte dieses Problem, weil jeder Ballwechsel einen Punkt bringt — Satzdauern werden besser planbar, der Sport zuschauerfreundlicher.
Letball, Stroke und No Let: die besonderen Unterbrechungen
Squash ist unter den Rückschlagsportarten einzigartig, weil sich beide Spieler denselben Spielraum teilen. Daraus entstehen häufig Situationen, in denen ein Spieler den Weg zum Ball oder den Schwung des anderen behindert. Die Regel kennt drei mögliche Entscheidungen:
Letball — Ballwechsel wird wiederholt: Ein Letball wird gegeben, wenn der Schläger den Ball hätte erreichen und spielen können, dabei aber teilweise vom Gegner behindert wurde. Voraussetzungen:
- Der Schläger hat ernsthaft versucht, an den Ball zu kommen.
- Es gab tatsächliche Behinderung, jedoch nicht stark genug für einen Stroke.
- Der Schläger war nicht in der Position, einen klaren Gewinnschlag zu spielen. Ein Letball führt zur Wiederholung des Ballwechsels, kein Punkt wird vergeben, und der Aufschläger serviert erneut aus derselben Box.
Stroke — Punkt für den behinderten Spieler: Der Stroke ist die härtere Entscheidung. Er wird vergeben, wenn:
- die Position des Gegners einen Gewinnschlag verhindert hat,
- der Ball des Schlägers den Gegner auf dem direkten Weg zur Stirnwand (nicht über eine Seitenwand) getroffen hätte,
- der Gegner keinen Versuch unternommen hat, den Weg freizugeben. Der Stroke bringt den Punkt dem behinderten Spieler — das entspricht einem gewonnenen Ballwechsel.
No Let — Ballwechsel zählt: No Let wird ausgesprochen, wenn:
- keine echte Behinderung vorlag und der Schläger freie Bahn hatte,
- der Schläger den Ball unabhängig vom Gegner nicht erreicht hätte,
- der Schläger die Behinderung selbst verursacht hat, indem er in den Raum des Gegners hineingelaufen ist. No Let bedeutet, der Ballwechsel zählt wie gespielt — konnte der Schläger den Ball nicht zurückbringen, geht der Punkt an den Gegner.
Auf Top-Niveau sorgen das 3-Schiedsrichter-System und der Videobeweis dafür, dass diese heiklen Entscheidungen einheitlich getroffen werden.
Aufwärmen, Ballwahl und Vorbereitung
Bevor die Wertung beginnt, gehört eine strukturierte Aufwärmphase zum Squash-Match — und sie wirkt sich direkt aufs Spiel aus.
Ballaufwärmen: Die Spieler teilen sich eine 5-minütige Aufwärmphase (2,5 Minuten pro Seite) zu Match-Beginn. Der Hauptzweck ist nicht nur das Aufwärmen der Spieler, sondern vor allem das Aufwärmen des Balls — der Wettkampfball mit zwei gelben Punkten springt im kalten Zustand kaum. Erst durch harte Schläge im Warm-up erwärmt er sich und wird spielbar. Kühlt der Ball in einer langen Spielpause aus, kann der Schiedsrichter zusätzliche Aufwärmzeit gewähren.
Der Aufwärmball ist der Matchball. Anders als im Tennis, wo neue Bälle ins Spiel kommen, wird im Squash mit demselben Ball gespielt — solange er nicht bricht.
Ballwahl nach Punktfarbe:
| Punkt | Geschwindigkeit | Sprung | Einsatz |
|---|---|---|---|
| Doppelt gelb | Am langsamsten | Am niedrigsten | Tour-Niveau, hochklassiger Wettkampf |
| Einfach gelb | Langsam | Niedrig | Spitzenspieler im Verein |
| Weiß / Grün | Mittel | Mittel | Fortgeschrittene |
| Rot | Schnell | Hoch | Freizeitspieler / Einsteiger |
| Blau | Am schnellsten | Am höchsten | Anfänger |
Der Ball mit zwei gelben Punkten kommt in allen PSA-World-Tour-Turnieren, bei den WSF-Weltmeisterschaften und in jedem sanktionierten Wettkampf oberhalb der Vereinsebene zum Einsatz.
Häufige Missverständnisse zur Squash-Wertung
„Nur der Aufschläger kann punkten.“ Das galt unter dem alten Hand-in/Hand-out-System (vor der weltweiten PAR-Einführung 2009), ist aber seit über 15 Jahren überholt. Unter PAR bringt jeder Ballwechsel einen Punkt — unabhängig vom Aufschlag.
„Sätze gehen bis 9.“ Unter dem alten System gingen Sätze bis 9. Unter PAR (aktueller weltweiter Standard) gehen Sätze bis 11 Punkte.
„Man muss immer mit 2 Punkten Vorsprung gewinnen.“ Die 2-Punkte-Regel greift erst bei 10-10. Steht es 11-9, 11-8 oder bei jedem anderen Stand, an dem ein Spieler die 11 erreicht und der andere bei 9 oder weniger steht, endet der Satz sofort — kein 2-Punkte-Vorsprung nötig.
„Ein Letball gibt dem behinderten Spieler den Punkt.“ Nein — ein Letball bedeutet, der Ballwechsel wird wiederholt. Den Punkt für den behinderten Spieler gibt es nur beim Stroke. Letball und Stroke werden von Squash-Einsteigern häufig verwechselt.
„Squash hat einen zweiten Aufschlag wie Tennis.“ Squash hat keinen zweiten Aufschlag. Ein Aufschlagfehler bringt den Punkt sofort dem Annehmer. Damit ist die Aufschlagpräzision besonders wichtig.
„Wenn der Ball zweimal aufspringt, ist der Ballwechsel immer vorbei.“ Der zweite Bodenkontakt beendet den Ballwechsel (der Spieler, der den Ball zweimal aufspringen ließ, verliert den Punkt). Aber auch ein Treffer ins Tin, ein Ball über die Auslinie oder ein zweiter Aufprall, bevor der Gegner zum Ball kommt, beenden den Ballwechsel — jeweils auf unterschiedliche Weise.
Rechenbeispiel: Ein enges Match über 5 Sätze
So lässt sich ein realistisches Squash-Match durchspielen, um die PAR-Wertung in der Praxis zu sehen.
Satz 1: Spieler A gewinnt 11-7. Klar — A erreicht die 11 mit mehr als 2 Punkten Vorsprung, der Satz endet bei 11-7. Stand: 1-0 Sätze für A.
Satz 2: Spieler B gewinnt 11-5. B dominierte diesen Satz. Stand: 1-1 nach Sätzen.
Satz 3: Es steht 10-10. Die 2-Punkte-Regel greift. A punktet zum 11-10 — der Satz läuft weiter, weil noch kein 2-Punkte-Vorsprung erreicht ist. B punktet: 11-11. A punktet: 12-11. B punktet: 12-12. Schließlich holt A zwei Punkte in Folge: 13-12, dann 14-12. A gewinnt den Satz 14-12. Stand: 2-1 Sätze für A.
Satz 4: B gewinnt 11-9 und gleicht zum 2-2 nach Sätzen aus.
Satz 5 (Entscheidungssatz): Im fünften Satz gelten dieselben Regeln — bis 11, bei 10-10 mit 2 Punkten Vorsprung. A gewinnt 11-8.
Endergebnis: A gewinnt 3-2 (11-7, 5-11, 14-12, 9-11, 11-8). Das Match ging über 5 Sätze, einer davon in die Verlängerung bei 10-10. Der 14-12-Satz war der entscheidende Moment.
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Häufige Fragen
Primärquellen
- World Squash Rules of Singles — World Squash
- World Squash Rules of Doubles — World Squash
- PSA World Tour Rules and Regulations — PSA
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