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Wertungs-Leitfaden

Wie wird im Feldhockey gewertet?

Tore, Strafecken, Siebenmeter, Shoot-outs und Karten

Zuletzt aktualisiert: 24. März 2026
Schnelle Antwort

Im Feldhockey zählt jedes Tor 1 Punkt. Tore fallen nur aus dem Schusskreis — einem D-förmigen Bereich 14,63 m vor jedem Tor. Gespielt werden 4 Viertel à 15 Minuten. Steht es in einem K.-o.-Spiel nach regulärer Zeit unentschieden, entscheidet ein Shoot-out (Eins-gegen-eins: Angreifer gegen Torwart, 8 Sekunden pro Versuch).

Wie Tore im Feldhockey fallen

Ein Tor zählt, wenn der Ball zwischen den Torpfosten und unter der Latte die Torlinie überquert — vorausgesetzt, ein Angreifer hat den Ball zuvor im Schusskreis berührt (im D-förmigen Bereich vor dem Tor). Das ist die fundamentale Regel der Hockey-Wertung: Ein Schuss von außerhalb des Kreises, der im Tor landet, zählt nicht.

Der Schusskreis reicht 14,63 m (16 Yards) von der Tormitte bis nach außen. Markiert wird er durch eine Viertelkreislinie an jedem Pfosten, verbunden durch eine gerade Linie am Scheitelpunkt. Jede Berührung eines Angreifers innerhalb dieses Bereichs reicht — Ablenkung, Tip-in, ein voller Schlag — und der Ball ist treffberechtigt.

Die Eckpunkte:

  • Jedes Tor zählt 1 Punkt — es gibt keine Mehrpunkt-Tore.
  • Der Ball muss von einem Angreifer im Kreis berührt werden, bevor er die Torlinie überquert.
  • Abfälscher vom Schläger oder Körper eines Verteidigers innerhalb des Kreises zählen als reguläres Tor.
  • Eigentore werden vergeben, wenn ein Verteidiger den Ball aus dem Kreis ins eigene Tor lenkt.
  • Tore fallen aus dem laufenden Spiel, aus Strafecken oder aus Siebenmetern.

Strafecken — der gefährliche Standard

Die Strafecke (auch kurze Ecke) ist eines der prägendsten Elemente im Feldhockey. Sie wird zugesprochen, wenn:

  • die verteidigende Mannschaft im eigenen Schusskreis ein Foul begeht.
  • die Verteidigung im 23-Meter-Raum absichtlich foult.
  • die Verteidigung den Ball absichtlich über die Grundlinie spielt.

So läuft eine Strafecke ab:

  1. Eine Angreiferin oder ein Angreifer steht an der Grundlinie, mindestens 10 m vom nächsten Torpfosten entfernt.
  2. Die übrigen Angreifenden positionieren sich außerhalb des Kreises am oberen Bogen.
  3. Maximal 5 Verteidigende (Torwart eingerechnet) warten hinter der Grundlinie.
  4. Mit dem Push der Eckenausführung rücken die Verteidigenden aus, die Angreifenden nehmen den Ball an, stoppen ihn und schießen.

Wertungsregeln bei der Strafecke:

  • Der Ball muss erst außerhalb des Kreises sein, bevor der erste Schuss aufs Tor erfolgt.
  • Der erste Schuss aufs Tor darf die Torlinie nicht über Höhe des Torbretts (460 mm / 18 Zoll) überqueren — Ausnahme: Schlenze (Drag-Flick) oder Scoop (vom Höhenlimit ausgenommen).
  • Ist der erste Schuss ein Schlag (kein Flick), muss er unter Bretthöhe bleiben, wenn er die Torlinie überquert.

Warum Strafecken den Unterschied machen: Auf internationaler Ebene fällt ein erheblicher Anteil aller Tore aus der Strafecke — oft 30 bis 40 %. Teams setzen spezialisierte Schlenz-Spezialisten ein (Spielende, die den Ball aufschöpfen und mit hoher Geschwindigkeit ins Tor schlenzen, häufig über 140 km/h) sowie ausgefeilte Standardroutinen, um die Trefferquote zu steigern. Der Schlagabtausch zwischen Angriff und Verteidigung bei der Strafecke ist taktisch das prägende Element im Feldhockey.

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Siebenmeter — der Eins-gegen-eins-Schuss

Der Siebenmeter ist die direkteste Tormöglichkeit im Feldhockey. Er wird zugesprochen, wenn:

  • ein Verteidiger durch ein absichtliches Foul ein wahrscheinliches Tor verhindert.
  • die Verteidigung bei Strafecken wiederholt die Regeln bricht.
  • ein Foul im Kreis begangen wird, das sonst eine Strafecke wäre, aber so schwer wiegt, dass ein Siebenmeter gerechtfertigt ist.

So läuft ein Siebenmeter ab:

  1. Der Ball liegt auf dem Siebenmeterpunkt, 6,4 m (7 Yards) vor der Tormitte.
  2. Beteiligt sind nur Schütze und Torwart — alle anderen stehen jenseits der 23-Meter-Linie.
  3. Der Schütze darf in einer einzigen Bewegung schieben, flicken oder scoopen (kein Schlag erlaubt).
  4. Der Torwart steht auf der Torlinie und darf sich erst bewegen, sobald der Ball gespielt ist.

Trefferquote: Siebenmeter werden meist verwandelt — auf internationaler Ebene rund 70 bis 80 %. Die kurze Distanz und das Bewegungsverbot für den Torwart machen die Parade extrem schwer.

Shoot-out — die Entscheidung im K.-o.-Spiel

Steht es in einem K.-o.-Spiel nach Ablauf der regulären Zeit unentschieden, entscheidet ein Shoot-out (kein klassisches Elfmeterschießen wie im Fußball).

Format des Shoot-outs:

  1. Jede Mannschaft nominiert 5 Schützen.
  2. Der Angreifer startet mit dem Ball auf der 23-Meter-Linie und hat 8 Sekunden, um ein Tor zu erzielen.
  3. Er darf dribbeln, finten, schießen — der Torwart darf aus dem Tor herauskommen und attackieren.
  4. Es ist ein Skill-Eins-gegen-eins, kein stehender Schuss.
  5. Die Mannschaften wechseln sich ab: Schütze 1 von Team A, dann Schütze 1 von Team B, und so weiter.

So wird das Shoot-out gewonnen:

  • Nach je 5 Versuchen gewinnt die Mannschaft mit den meisten Toren.
  • Bei Gleichstand geht es in den Sudden Death — je ein Versuch, bis eine Mannschaft trifft und die andere nicht.

Warum das Hockey-Shoot-out besonders ist: Anders als der Fußball-Elfmeter (ein einzelner Schuss vom festen Punkt) läuft das Hockey-Shoot-out aus vollem Lauf, 23 m vor dem Tor. Der Angreifer hat Zeit zu dribbeln, zu finten, sich Räume zu schaffen. Damit gehört das Shoot-out zu den intensivsten Momenten im Feldhockey — ein Test in Nervenstärke, Technik und Übersicht unter maximalem Druck.

Spielstruktur — 4 Viertel à 15 Minuten

Ein internationales Feldhockey-Standardspiel umfasst 4 Viertel à 15 Minuten, in Summe 60 Minuten Nettospielzeit.

Pausen zwischen den Vierteln:

PauseDauer
Nach Q1 (zwischen Q1 und Q2)2 Minuten
Halbzeit (zwischen Q2 und Q3)10 Minuten
Nach Q3 (zwischen Q3 und Q4)2 Minuten

So verhält sich die Uhr:

  • Die Uhr läuft pro Viertel von 15:00 auf 0:00 herunter.
  • Bei toten Bällen stoppt die Uhr (Tore, Karten, Verletzungen, Strafecken).
  • Es gibt keine Nachspielzeit und keine Injury Time — durch das Stopp-Uhr-System ist jede Spielminute abgerechnet.
  • Jedes Viertel startet mit frischem 15:00-Countdown (die Uhr läuft nicht kumulativ).

Verlängerung (in K.-o.-Spielen): Steht es nach 4 Vierteln unentschieden, nutzen manche Wettbewerbe eine Verlängerung (zwei Halbzeiten à 7,5 Minuten). Steht es danach noch immer unentschieden, geht das Spiel ins Shoot-out.

Historische Notiz: 2014 stellte das Feldhockey von zwei Halbzeiten à 35 Minuten auf vier Viertel à 15 Minuten um. Die Umstellung sollte mehr taktische Pausen schaffen, dem TV bessere Werbefenster geben und die Spielstruktur an andere große Sportarten angleichen.

Wie Karten die Wertung verschieben — Spiel in Unterzahl

Karten verändern den Spielstand nicht direkt, sie haben aber einen massiven indirekten Einfluss auf die Wertung, weil sie Über- und Unterzahl erzeugen.

Grüne Karte (2 Minuten Zeitstrafe): Die Spielerin oder der Spieler verlässt das Feld für 2 Minuten. Die Mannschaft spielt mit 10 Spielenden (oder weniger, wenn mehrere Karten gleichzeitig laufen). Auch eine 2-minütige Überzahl führt auf internationaler Ebene oft zu einer Strafecke oder zu einer klaren Torchance.

Gelbe Karte (mindestens 5 Minuten Zeitstrafe): Deutlich härter — die Spielerin oder der Spieler ist mindestens 5 Minuten draußen (der Schiedsrichter kann bis auf 10 Minuten verlängern). 5 Minuten und mehr in Unterzahl sind ein erheblicher Nachteil. Mannschaften greifen den geschwächten Gegner während einer Gelben gezielt an.

Rote Karte (endgültiger Ausschluss): Die Spielerin oder der Spieler ist für den Rest des Spiels draußen. Die Mannschaft spielt dauerhaft mit 10 Personen — kein Ersatz erlaubt. Eine Rote Karte in engen Partien kann das Spiel entscheiden, weil die Mannschaft die Restzeit in Unterzahl verteidigt.

Taktische Folge: Weil schon eine 2-minütige Grüne eine Überzahl-Situation schafft, setzen Mannschaften während gegnerischer Zeitstrafen oft hoch unter Druck — Ziel sind Strafecken oder Feldtore gegen die unterzahlige Abwehr.

Spielbeispiel: ein komplettes K.-o.-Spiel

Hier ein komplettes K.-o.-Spiel, um die Hockey-Wertung in Aktion zu sehen.


Viertel 1 (15:00 → 0:00)

Team A bekommt bei 11:23 verbleibend eine Strafecke. Der Schlenz-Spezialist trifft flach links neben dem Torwart. Spielstand: 1:0. Team B bekommt bei 6:40 eine Grüne Karte — ein Spieler ist 2 Minuten draußen. Keine weiteren Tore in Q1.

Ende Q1: 1:0. 2 Minuten Pause.


Viertel 2 (15:00 → 0:00)

Team B trifft bei 12:05 verbleibend aus dem Feld — ein Stürmer fälscht eine Flanke von rechts im Schusskreis ins Tor. Spielstand: 1:1. Ein Mittelfeldspieler von Team A bekommt bei 4:30 eine Gelbe Karte, 5 Minuten Zeitstrafe (läuft bis in Q3). Keine weiteren Tore in Q2.

Halbzeit: 1:1. 10 Minuten Pause.


Viertel 3 (15:00 → 0:00)

Team A spielt die ersten 2:00 von Q3 weiter in Unterzahl (Restzeit der Gelben). Team B holt bei 10:15 eine Strafecke und trifft aus einer Variante. Spielstand: 1:2. Team A verwandelt bei 3:40 einen Siebenmeter, nachdem ein Verteidiger ein sicheres Tor durch absichtliches Foul verhindert hat. Spielstand: 2:2.

Ende Q3: 2:2. 2 Minuten Pause.


Viertel 4 (15:00 → 0:00)

Beide Teams drücken. Team B kassiert bei 8:00 Gelb — 5 Minuten Zeitstrafe. Team A holt während der Zeitstrafe zwei Strafecken, verwandelt aber keine. Keine Tore in Q4.

Ende der regulären Zeit: 2:2. Das Spiel geht ins Shoot-out.


Shoot-out (je 5 Versuche)

RundeTeam ATeam B
1Tor (1:0)Tor (1:1)
2Vorbei (1:1)Tor (1:2)
3Tor (2:2)Vorbei (2:2)
4Tor (3:2)Tor (3:3)
5Tor (4:3)Vorbei (4:3)

Ergebnis: Team A gewinnt das Shoot-out 4:3.

Das offizielle Spielergebnis wird als 2:2 (4:3 i. E.) protokolliert. Team A zieht in die nächste Runde.

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JudgeMate Editorial Team

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Geprüft anhand

FIH Rules of Hockey 2024, FIH Indoor Hockey Rules

Zuletzt geprüft 2026-03-24 · nächste Nach dem nächsten FIH-Regelupdate (zweijährlich)

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Primärquellen

  1. FIH Rules of Hockey (Outdoor)FIH
  2. FIH Indoor Hockey RulesFIH
  3. FIH Hockey5s RulesFIH

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