Wie wird im Floorball gewertet?
Tore, Spielablauf, Strafen, Verlängerung und Penaltyschießen
Zuletzt aktualisiert: 12. März 2026
Im Floorball erzielen die Teams Tore, indem sie den Ball ins gegnerische Tor schießen. Jedes Tor zählt 1 Punkt. Ein reguläres Spiel besteht aus drei Dritteln à 20 Minuten, die Uhr läuft pro Drittel von 20:00 auf 0:00 herunter. Steht es nach regulärer Spielzeit im K.-o.-Modus unentschieden, folgt eine Verlängerung (in der Regel 10 Minuten Sudden Death) und bei weiterhin gleichem Stand ein Penaltyschießen. Strafen dauern 2, 5 oder 10 Minuten — und anders als im Eishockey wird jede kleine Strafe immer vollständig abgesessen, auch wenn das gegnerische Team in der Überzahl trifft.
Grundlagen: So entstehen Tore im Floorball
Tore fallen im Floorball ausschließlich durch einen Schuss ins gegnerische Tor. Jedes Tor zählt 1 Punkt — Mehrpunkte-Aktionen gibt es nicht.
Der Treffer ist gültig, sobald der Ball die Torlinie zwischen den Pfosten und unter der Latte vollständig überquert. Der Torrahmen misst 160 cm in der Breite und 115 cm in der Höhe — deutlich kleiner als ein Eishockeytor (183 × 122 cm).
Wie Tore erzielt werden
Feldspieler nutzen leichte Composite-Schläger (maximal 105 cm) und schießen einen perforierten Kunststoffball (72 mm, 23 g) am Torwart vorbei. Tore lassen sich von jedem Punkt der Spielfläche erzielen, fallen aber meist aus kurzer Distanz oder nach Standardsituationen. Der Ball darf vom Körper abgefälscht werden; ein bewusster Kontakt mit Hand, Arm, Kopf oder Fuß macht das Tor jedoch ungültig.
Die besondere Rolle des Torwarts
Der Floorball-Torwart spielt ohne Schläger — Paraden gelingen nur mit Körper, Händen und Füßen. Den Schutzraum vor dem Tor (halbkreisförmige Zone) darf ausschließlich der Torwart betreten. Stellt sich ein Feldspieler hinein und spielt den Ball, wird ein erzieltes Tor aberkannt; bei einer Defensiv-Aktion folgt sogar ein Penalty für die gegnerische Mannschaft.
Toranerkennung
Beide Schiedsrichter haben gleichberechtigte Befugnis, ein Tor anzuerkennen oder abzuerkennen. Im Breiten- und Amateurfloorball entscheiden die Unparteiischen auf dem Feld, die Zeitnehmertisch-Crew protokolliert. Auf internationalem Spitzenniveau (IFF-Weltmeisterschaften, Champions Cup) kommt bei strittigen Toren der Video-Review zum Einsatz.
JudgeMates kostenlose Anzeigetafel protokolliert jedes Tor mit Zeitstempel — der Spielverlauf lässt sich Schritt für Schritt nachvollziehen.
Spielablauf: drei Drittel à 20 Minuten
Ein reguläres Floorball-Spiel besteht aus drei Dritteln mit jeweils 20 Minuten Spielzeit. Die Uhr läuft pro Drittel von 20:00 auf 0:00 herunter.
Aufbau eines Spiels
| Drittel | Uhr | Beschreibung |
|---|---|---|
| 1. Drittel | 20:00 → 0:00 | Eröffnungsdrittel |
| Pause | ca. 10 Min | Erholung, taktische Anpassung |
| 2. Drittel | 20:00 → 0:00 | Mitteldrittel |
| Pause | ca. 10 Min | Erholung, taktische Anpassung |
| 3. Drittel | 20:00 → 0:00 | Schlussdrittel |
Angehaltene Uhr
Die Floorball-Uhr stoppt bei jedem Schiedsrichterpfiff — bei Toren, Strafen, Freischlägen und sonstigen Unterbrechungen. Ein Drittel à 20 Minuten dauert in Echtzeit meist 30 bis 40 Minuten. Die Uhr läuft nur bei aktivem Spielgeschehen.
Wechsel
Floorball erlaubt unbegrenzte fliegende Wechsel — Spieler kommen im laufenden Spiel rein und raus, vergleichbar mit Eishockey-Linienwechseln. Ein Kader umfasst meist 20 Spieler, die schnell rotieren, um das Tempo hoch zu halten.
Die Spielfläche
Gespielt wird in der Halle auf einem 40 × 20 m großen Feld, eingerahmt von einer rund 50 cm hohen Bande. Die kleinere Fläche im Vergleich zum Eishockey (60 × 30 m) bringt ein schnelles, enges und torreiches Spiel.
Reguläre Spielzeit
Die reine Spielzeit beträgt exakt 60 Minuten (3 × 20). Steht das Spiel in einer K.-o.- oder Playoff-Runde nach dieser Zeit unentschieden, folgt die Verlängerung.
JudgeMates kostenlose Anzeigetafel zeigt pro Drittel einen Countdown-Timer im IFF-Format.
Das Strafensystem: Überzahlspiel im Floorball
Strafen erzeugen im Floorball Überzahlsituationen — eine Mannschaft hat mehr Feldspieler auf dem Court als die andere. Wer die Strafskala kennt, versteht die Wertung, weil Überzahl direkt zu Toren führt.
Strafarten
| Strafe | Dauer | Team in Unterzahl? | Endet vorzeitig bei Gegentor? |
|---|---|---|---|
| Kleine Strafe | 2 Minuten | Ja (5 gegen 4) | Nein — wird voll abgesessen |
| Große Strafe | 5 Minuten | Ja (5 gegen 4) | Nein, wird voll abgesessen |
| Spielstrafe | 10 Minuten + Rote Karte | Ja (5 gegen 4) | Nein, wird voll abgesessen |
Der entscheidende Unterschied zum Eishockey
Das ist der wichtigste Regelunterschied zwischen Floorball und Eishockey: Kleine Strafen werden im Floorball immer voll abgesessen. Im Eishockey endet eine 2-Minuten-Strafe sofort, wenn die Mannschaft in Überzahl trifft. Im Floorball bleibt der bestrafte Spieler die kompletten 2 Minuten draußen — egal, wie viele Tore fallen. Damit wird die Überzahl im Floorball noch wertvoller: Ein Team kann auf eine einzelne 2-Minuten-Strafe mehrere Treffer setzen.
Häufige kleine Strafen (2 Minuten)
- Beinstellen: Stock oder Körper, um den Gegner zu Fall zu bringen
- Halten: Festhalten von Körper oder Schläger des Gegners
- Stoßen: Schubsen mit Händen oder Körper
- Haken: Mit dem Schläger Körper oder Schläger des Gegners haken
- Spiel ohne Schläger: Mitspielen, ohne den Schläger zu führen
- Falscher Wechsel: Zu viele Spieler auf dem Court
Große Strafen (5 Minuten)
Große Strafen ergehen für grobes oder gefährliches Spiel sowie für wiederholte kleine Vergehen. Wer eine große Strafe kassiert, bleibt die vollen 5 Minuten draußen, das Team spielt 5 gegen 4.
Spielstrafen (10 Minuten + Rote Karte)
Die Spielstrafe ist die härteste Sanktion — 10 Minuten auf der Strafbank plus Rote Karte (Spielausschluss). Sie fällt für Brutalität, gefährliches Spiel mit Verletzungsfolge oder beleidigendes Verhalten gegenüber den Unparteiischen.
Zeitgleiche Strafen
Sitzen Spieler beider Mannschaften gleichzeitig auf der Strafbank, läuft das Spiel je nach Strafenkombination 4 gegen 4 oder sogar 4 gegen 3. Der Zeitnehmer verfolgt das Ablaufen jeder Strafe und gibt das Zeichen zur Rückkehr.
JudgeMates kostenlose Anzeigetafel führt für jede Strafart einen sichtbaren Countdown auf der Zuschaueranzeige — in der Halle sieht jede und jeder, wann eine Strafe abläuft.
Verlängerung: was passiert, wenn es unentschieden steht
Endet ein K.-o.- oder Playoff-Spiel nach drei Dritteln remis, geht es in die Verlängerung.
Standard-Verlängerung nach IFF
- Dauer: 10 Minuten
- Format: 5 gegen 5 (volle Mannschaftsstärke), Uhr läuft herunter
- Regel: Sudden Death — der erste Treffer entscheidet das Spiel
- Bleibt es remis: Penaltyschießen entscheidet
Die Regeln zur Verlängerung unterscheiden sich je nach Wettbewerb. Manche Turniere kürzen die Verlängerung auf 5 Minuten, andere ziehen sie auf 10 oder 20 Minuten aus. Die IFF-Weltmeisterschaft setzt 10 Minuten Sudden Death im 5 gegen 5 an, bei Bedarf folgt das Penaltyschießen.
Reguläre Saison und Gruppenphase
Im Ligabetrieb oder in der Gruppenphase wird ein Remis nach regulärer Spielzeit je nach Statut anders behandelt. Manche Ligen vergeben einen Punkt pro Team, andere schreiben Verlängerung oder Penaltyschießen vor. Das genaue Vorgehen legt der Veranstalter fest.
Der taktische Unterschied
Während die Eishockey-Verlängerung in der regulären Saison in der 3-gegen-3-Variante das Spiel öffnet, läuft die Floorball-Verlängerung meist in voller Stärke (5 gegen 5). Damit ist sie taktisch konservativer — niemand will den Sudden-Death-Treffer zulassen.
JudgeMates kostenlose Anzeigetafel begleitet die Verlängerung mit einem konfigurierbaren Countdown und zeigt die Verlängerungsphase klar auf der Zuschaueranzeige.
Das Penaltyschießen
Steht es nach der Verlängerung in einem K.-o.-Spiel weiter unentschieden, entscheidet das Penaltyschießen.
So läuft es ab
- Jedes Team nennt fünf Schützen (die Reihenfolge bestimmt der Coach)
- Die Teams schießen abwechselnd — Team A, dann Team B, dann wieder Team A …
- Jeder Schütze startet vom Mittelpunkt der Spielfläche und hat einen Versuch gegen den gegnerischen Torwart
- Der Ball muss während des Versuchs durchgängig nach vorn bewegt werden
- Der Versuch endet, sobald der Ball die Torlinie überquert, vom Torwart gehalten wird, an den Pfosten geht oder die Vorwärtsbewegung stoppt
Wertung des Penaltyschießens
- Nach den fünf Schützen pro Team gewinnt das Team mit den meisten Treffern
- Steht es danach immer noch unentschieden, folgt Sudden Death: einzelner Schuss pro Team, das erste Tor bei gleichzeitig vergebener Gegenseite entscheidet
- Bereits angetretene Spieler dürfen erneut schießen, sobald alle berechtigten Spieler einmal an der Reihe waren
Penalty im Spiel und Penalty im Penaltyschießen
Ein Penalty während des regulären Spiels (verhängt, wenn eine klare Torchance regelwidrig vereitelt wird) folgt derselben Mechanik — ein Spieler startet vom Mittelpunkt und versucht in einer 1-gegen-1-Situation zu treffen.
Der Torwart im Penaltyschießen
Floorball-Torwarte spielen ohne Schläger. Beim Penaltyschießen zählen reine Positionierung, Reflexe und das Lesen der Körpersprache des Schützen. Das 1-gegen-1 zwischen technisch starkem Schützen und beweglichem Torwart ist einer der intensivsten Momente des Sports.
JudgeMates kostenlose Anzeigetafel hat einen Penalty-Modus: Die Spieluhr verschwindet, der Fokus liegt auf den Ergebnissen pro Team.
Häufige Irrtümer zur Floorball-Wertung
„Floorball-Strafen funktionieren wie im Eishockey“
Der häufigste Irrtum. Im Eishockey endet eine kleine Strafe (2 Minuten) vorzeitig, sobald die Mannschaft in Überzahl trifft. Im Floorball werden kleine Strafen immer voll abgesessen — der bestrafte Spieler bleibt die kompletten 2 Minuten draußen, unabhängig von Gegentoren. Damit wirkt Überzahl im Floorball potenziell härter als im Eishockey.
„Floorball misst die Zeit aufwärts“
Nein. Im Standard läuft die Uhr abwärts — pro Drittel von 20:00 auf 0:00, genau wie im Eishockey. Bei jedem Pfiff stoppt sie. Manche Schul- oder Freizeitspiele zählen aufwärts, das offizielle IFF-Format ist der Countdown.
„Tore können mit dem Fuß erzielt werden“
Ein bewusstes Kicken oder ein Schuss mit dem Fuß ins Tor ist nicht erlaubt. Der Ball darf vom Körper abgefälscht werden (auch vom Fuß) und gilt dann als gültiger Treffer — der Kontakt muss aber unabsichtlich sein. Wer Fuß, Hand, Arm oder Kopf bewusst einsetzt, sieht das Tor aberkannt.
„Der Torwart darf einen Schläger benutzen“
Nein. Der Floorball-Torwart spielt ohne Schläger — eines der prägenden Merkmale des Sports. Er pariert mit Händen, Körper und Füßen. Nur Feldspieler führen einen Schläger.
„Floorball ist kontaktfrei, also gibt es keine Strafen“
Floorball ist ein kontaktarmer Sport — Body-Checks sind verboten, kleine Berührungen im schnellen Hallenspiel aber unvermeidbar. Strafen ergehen für Beinstellen, Halten, Stoßen, Haken, gefährliches Spiel und weitere Vergehen. Die Strafskala (2, 5 und 10 Minuten) ist klar definiert und wird konsequent durchgesetzt.
„Jeder Spieler darf in den Schutzraum“
Nur der Torwart darf den Schutzraum betreten. Tritt ein Feldspieler hinein, um den Ball zu spielen oder den Torwart zu stören, unterbrechen die Schiedsrichter das Spiel, ein Penalty ist möglich. Wer als Verteidiger den eigenen Schutzraum betritt, um einen Schuss zu blocken, kassiert einen Penalty für die gegnerische Mannschaft.
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