Wie wird Beachvolleyball gewertet?
Sätze bis 21, Tiebreak bis 15, Sieg mit zwei Punkten Vorsprung – das ganze Punktesystem
Zuletzt aktualisiert: 29. März 2026
Beachvolleyball spielt nach Rally-Point-System – jeder Ballwechsel bringt einer Mannschaft einen Punkt, egal wer aufschlägt. Sätze 1 und 2 gehen bis 21 Punkte, der Tiebreak (Satz 3) bis 15 Punkte, immer mit mindestens zwei Punkten Vorsprung und ohne Punktelimit. Ein Match ist Best of 3 – wer zwei Sätze gewinnt, hat den Sieg. Die Teams wechseln in den Sätzen 1 und 2 alle 7 Punkte die Seite, im Tiebreak alle 5 Punkte.
Rally Point im Beachvolleyball
Beachvolleyball nutzt dasselbe Rally-Point-System wie die Halle – jeder Ballwechsel endet mit einem Punkt, unabhängig davon, welches Team aufgeschlagen hat. Gewinnt das aufschlagende Team den Ballwechsel, bekommt es einen Punkt und behält den Aufschlag. Gewinnt das annehmende Team, holt es einen Punkt und übernimmt den Aufschlag.
Ein Ballwechsel endet, wenn der Ball im gegnerischen Feld in den Sand fällt, ins Aus geht, ein Team einen Fehler begeht (Netzfehler, vier Berührungen, Doppelberührung, gehaltener Ball) oder der Ball die Antenne berührt oder außerhalb davon das Netz überquert.
Vor der Umstellung auf Rally Point galt im Beachvolleyball das Aufschlagrecht-System: Punkte gab es nur am eigenen Aufschlag. Der Wechsel zu Rally Point machte die Spiele schneller, planbarer in der Dauer und zuschauerfreundlicher – dieselbe Reform setzte sich 1999 auch in der Halle durch.
Einen ausführlichen Vergleich mit der Hallenwertung findest du in unserem Leitfaden zur Hallenvolleyball-Wertung.
Sätze, Tiebreak und Spielmodus
Ein Beachvolleyball-Match wird im Modus Best of 3 gespielt. Die Mannschaft, die zuerst zwei Sätze gewinnt, holt das Match.
Sätze 1 und 2: Jeder Satz geht bis 21 Punkte mit mindestens zwei Punkten Vorsprung. Es gibt kein Punktelimit – steht es 20:20, wird so lange weitergespielt, bis ein Team mit zwei Punkten führt (z. B. 22:20, 23:21, 25:23).
Satz 3 (Tiebreak): Steht es nach Sätzen 1:1, fällt die Entscheidung im dritten Satz bis 15 Punkte, ebenfalls mit mindestens zwei Punkten Vorsprung und ohne Limit. Bei 14:14 wird so lange weitergespielt, bis ein Team zwei Punkte vorn liegt.
Mögliche Spielausgänge: Matches enden 2:0 oder 2:1 in Sätzen. Ein glatter 2:0-Sieg braucht rechnerisch mindestens 42 gespielte Punkte (21+21, falls jeder Satz 21:0 ausginge – kommt nie vor). Reale Spiele bewegen sich meist zwischen 70 und 120 Punkten.
Unterschied zur Halle: In der Halle gehen die Sätze bis 25 Punkte (Tiebreak bis 15), gespielt wird Best of 5. Durch die kürzeren Sätze (21) und das kürzere Format (Best of 3) dauern Beach-Matches typischerweise 40 bis 60 Minuten – Hallenspiele dagegen 90 bis 150 Minuten.
Seitenwechsel – der Ausgleich im Freien
Eines der auffälligsten Merkmale des Beachvolleyballs ist der vorgeschriebene Seitenwechsel innerhalb eines Satzes. Anders als in der Halle, wo nur zwischen den Sätzen die Seiten getauscht werden, wechseln die Teams am Strand mitten im Satz in festen Punkte-Intervallen.
Sätze 1 und 2: Seitenwechsel alle 7 addierten Punkte. Gewechselt wird bei einem Punktestand-Total von 7, 14, 21, 28 und so weiter.
Satz 3 (Tiebreak): Seitenwechsel alle 5 Punkte – bei 5, 10, 15, 20.
Warum wechselt man die Seiten? Beachvolleyball läuft draußen, und die Bedingungen sind auf beiden Hälften nie gleich. Die Sonne kann die Spielerinnen oder Spieler einer Seite blenden, der Wind bevorzugt mal Aufschlag und Angriff, mal nicht, und die Sandqualität unterscheidet sich oft zwischen den Hälften. Der Seitenwechsel verhindert, dass eine Mannschaft den ganzen Satz auf der schlechteren Seite festhängt.
Während des Wechsels: Das Spiel pausiert kurz, beide Teams gehen auf die andere Seite. Eine offizielle Auszeit ist das nicht – der Wechsel soll schnell laufen. Aufschlagreihenfolge und Punktestand bleiben, nur die Hälfte ändert sich.
Genau deshalb braucht Beachvolleyball eine eigene Anzeigetafel. Der Rhythmus durch die Seitenwechsel funktioniert grundlegend anders als in der Halle und schafft im Match natürliche Unterbrechungen.
Aufschlagregeln im Beachvolleyball
Der Aufschlag im Beachvolleyball folgt denselben Grundprinzipien wie in der Halle – mit einigen Eigenheiten, die aus dem 2-gegen-2-Format entstehen.
Aufschlagreihenfolge: Jedes Team besteht aus zwei Spielerinnen oder Spielern, die sich beim Aufschlag abwechseln müssen. Erst Spielerin A, nach dem nächsten Aufschlagwechsel Spielerin B, dann wieder A. Die Reihenfolge wird zu Satzbeginn festgelegt und über den ganzen Satz beibehalten.
Aufschlagregeln: Die aufschlagende Person steht hinter der Grundlinie und muss den Ball innerhalb von acht Sekunden nach dem Pfiff der Schiedsrichterin oder des Schiedsrichters schlagen. Der Netzaufschlag ist erlaubt: Berührt der Ball das Netz und fällt ins gegnerische Feld, zählt der Punkt. Aufgeschlagen werden darf an beliebiger Stelle hinter der Grundlinie, über die volle Breite von acht Metern.
Keine Rotation: Anders als in der Halle mit ihren sechs Positionen gibt es im Beach keine Rotation. Beide Spielerinnen oder Spieler dürfen jederzeit überall auf ihrer Hälfte stehen. Einzige Vorgabe ist die abwechselnde Aufschlagreihenfolge.
Sprungaufschlag: Sprungaufschläge (Topspin und Float) gehören im Spitzenbereich zum Standard. Die Aufschlägerin oder der Aufschläger darf nach dem Schlag im Feld landen – entscheidend ist, dass der letzte Bodenkontakt vor dem Anwurf hinter der Grundlinie war.
Ballbehandlung – strenger als in der Halle
Im Beachvolleyball gelten strengere Maßstäbe bei der Ballbehandlung als in der Halle. Im 2-gegen-2 ist die Feldabdeckung in der Verteidigung klein, und eine zu großzügige Technik würde der angreifenden Seite unfaire Vorteile bringen.
Keine offenen Lobs: Der auffälligste Unterschied: Ein Lob mit offener Hand (Dink) ist nicht erlaubt. Wer den Ball über den Block legen will, muss mit gestreckten, steifen Fingern (Poke oder Cobra) oder mit der geschlossenen Faust (Knuckle) spielen. Ein offener Lob mit weicher Hand zählt im Beach als Fehler.
Strengere Auslegung der Doppelberührung: Beim Zuspiel mit den Fingern wird die Doppelberührung im Beach deutlich schärfer gepfiffen. Jede sichtbare Drehung am gestellten Ball kann als Doppelberührung gewertet werden, selbst wenn der Ball scheinbar gleichzeitig aus beiden Händen kommt. Deshalb wird im Beach häufig im Bagger zugestellt statt mit dem oberen Zuspiel – das umgeht die Diskussion um die Doppelberührung.
Ausnahme beim ersten Kontakt: Beim ersten Mannschaftskontakt (Annahme oder Abwehr eines hart geschlagenen Balls) ist die Doppelberührung erlaubt – der Ball darf in einer Aktion mehrere Körperteile berühren. Diese Ausnahme ist dieselbe wie in der Halle.
Gehaltener oder geworfener Ball: Der Ball muss sauber gespielt werden, nicht gehalten oder geworfen. Diese Regel gilt in beiden Varianten – die Auslegung bleibt in beiden Formaten konsequent.
Beach vs. Halle – kompletter Wertungsvergleich
Beach- und Hallenvolleyball teilen sich das Grundgerüst der Wertung (Rally Point, Sieg mit zwei Punkten Vorsprung), unterscheiden sich aber in entscheidenden Details:
| Regel | Beachvolleyball | Hallenvolleyball |
|---|---|---|
| Teamgröße | 2 gegen 2 | 6 gegen 6 |
| Spielfeld | 16 m × 8 m (Sand) | 18 m × 9 m (Hartboden) |
| Sätze 1–2 bis | 21 Punkte | 25 Punkte |
| Tiebreak bis | 15 Punkte | 15 Punkte |
| Spielmodus | Best of 3 | Best of 5 |
| Seitenwechsel | alle 7 Punkte (5 im Tiebreak) | nur zwischen den Sätzen |
| Lob mit offener Hand | nicht erlaubt | erlaubt |
| Strenge beim Zuspiel | sehr streng (Spin = Fehler) | großzügiger |
| Libero | nein | ja |
| Auswechslungen | keine | bis zu 6 pro Satz |
| Rotation | keine | im Uhrzeigersinn |
| Typische Spieldauer | 40–60 Minuten | 90–150 Minuten |
Das komplette Wertungssystem der Halle findest du auf unserer Volleyball-Sportseite.
Rechenbeispiel – ein komplettes Beach-Match
So funktioniert die Wertung über ein ganzes Match mit drei Sätzen:
Satz 1: Team Alpha gegen Team Bravo
- Beide Teams starten auf ihren gewählten Seiten. Alpha schlägt zuerst auf.
- Beim addierten Punktestand 7 (z. B. Alpha 4 – Bravo 3) wird die Seite getauscht.
- Bei Total 14 (z. B. Alpha 8 – Bravo 6) erneut.
- Bei Total 21 (z. B. Alpha 12 – Bravo 9) wieder.
- Es steht 20:18. Alpha braucht 21 zum Satzgewinn, aber mit zwei Punkten Vorsprung – die führen sie bereits, also reicht ein Punkt.
- Alpha holt den Punkt: 21:18. Satz 1 geht an Alpha.
Satz 2: Beide Teams wechseln zu Beginn des neuen Satzes die Seite.
- Bravo schlägt zuerst auf (das Team, das den vorigen Satz verloren hat, beginnt im nächsten).
- Seitenwechsel weiterhin alle 7 addierten Punkte.
- Es steht 20:20. Bei 21:20 wäre der Vorsprung erst 1 – also keine Entscheidung. Weiter geht's.
- Bei 22:20 führt Bravo mit zwei Punkten: 22:20. Satz 2 geht an Bravo.
Satz 3 (Tiebreak): Match steht 1:1. Tiebreak geht bis 15.
- Seitenwechsel alle 5 addierten Punkte (bei 5, 10, 15).
- Bei Total 5 (z. B. Alpha 3 – Bravo 2) wird die Seite getauscht.
- Es steht 15:13. Alpha führt mit zwei Punkten und hat die 15 erreicht: 15:13. Match vorbei.
Endstand: Alpha gewinnt 2:1 (21:18, 20:22, 15:13).
Bereit, Wettkämpfe zu werten?
JudgeMate ist eine kostenlose Plattform für Sportwettkämpfe und berechnet die Punktzahl automatisch. Funktionen von JudgeMate für Veranstalter ansehen
Häufige Fragen
Primärquellen
Verwandte Leitfäden
JudgeMate kostenlos testen
Digitale Wertungsplattform für jede Sportart auf JudgeMate.