Wie funktioniert die Wertung im Dual Moguls?
K.-o.-Bracket, parallele Wertung und die Unterschiede zum Einzel-Format
Zuletzt aktualisiert: 9. April 2026
Beim Dual Moguls fahren zwei Athletinnen oder Athleten gleichzeitig zwei parallele Buckelpisten hinunter – in einem K.-o.-Turnier. Eine Qualifikationsrunde nutzt das Standard-Wertungssystem (60 % Skitechnik, 20 % Sprünge, 20 % Geschwindigkeit) zur Setzung. Die besten Qualifikanten ziehen in die parallelen Duelle ein, in denen die Kampfrichter beide direkt vergleichen. Wer das Duell gewinnt, kommt eine Runde weiter, bis im Finale ein Champion feststeht.
Was ist Dual Moguls?
Dual Moguls ist ein paralleles Wettkampfformat im Freestyle-Buckelpistenfahren. Zwei Athleten starten zeitgleich auf zwei nebeneinander gebauten parallelen Buckelpisten auf demselben Hang. Jede Person fährt ihr eigenes Buckelfeld und zeigt zwei vorgeschriebene Sprünge über die markierten Kicker. Aus der individuellen Zeitfahr-Logik des Einzel-Moguls wird so ein direkter K.-o.-Wettbewerb mit sofort sichtbarem Ergebnis.
Das Side-by-Side-Rennen erzeugt eine Stimmung, die das Format klar vom Einzel abhebt. Das Publikum sieht beide Läufe gleichzeitig und erkennt sofort, wer schneller fährt, sauberer dreht und die spektakuläreren Sprünge zeigt. Diese visuelle Klarheit macht Dual Moguls zu einem der zuschauerfreundlichsten Wettbewerbe im Freestyle-Skifahren.
Dual Moguls tauchte erstmals in den 1990er-Jahren im FIS-Weltcup auf und wuchs stetig in der Popularität. Die größte Anerkennung kam mit der Aufnahme ins Programm der Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand-Cortina – das Olympia-Debüt der Disziplin. Die Wettkämpfe sind für den Standort Livigno vorgesehen. Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen werden olympische Medaillen vergeben.
Wie läuft das K.-o.-Bracket ab?
Das Dual-Moguls-Bracket folgt einer klar strukturierten Abfolge von der Qualifikation bis zum Medaillenduell.
Qualifikation: Alle Athleten fahren einen einzigen Lauf auf einer der parallelen Pisten. Bewertung nach dem Standard-Moguls-System – 60 % Skitechnik, 20 % Sprünge, 20 % Geschwindigkeit. Fünf Kampfrichter werten die Carving-Qualität auf einer Skala von 0–20 (höchste und niedrigste Note werden gestrichen, die übrigen drei summiert), zwei Kampfrichter bewerten Form (0–10) und Schwierigkeit der beiden Sprünge, eine elektronische Zeitmessung liefert den Geschwindigkeitsscore. Diese Qualifikationswertungen bestimmen die Setzung im K.-o.-Bracket.
Die besten 16 ziehen in die parallelen Runden ein. Bei großen Feldern kommt teilweise eine Runde der 32 dazu. Die Setzung läuft so, dass die beste Qualifikantin gegen die schlechteste antritt, die zweitbeste gegen die zweitschlechteste und so weiter – die Top-Athleten treffen erst spät aufeinander.
Ab da geht es im einfachen K.-o.-Modus weiter: Achtelfinale, Viertelfinale, Halbfinale, Finale. Jede Runde besteht aus einem einzelnen Duell. Die Siegerin zieht weiter, die Verliererin scheidet aus. Ein kleines Finale (Bronze-Match) wird üblicherweise zwischen den beiden Halbfinalverlierern ausgetragen.
Wie funktioniert die parallele Wertung?
In den K.-o.-Runden bewerten die Kampfrichter beide Athleten nach demselben 60/20/20-System (Skitechnik, Sprünge, Geschwindigkeit) wie im Einzel-Moguls. Jeder Lauf bekommt eine vollständige Wertung: Skitechnik-Noten von fünf Kampfrichtern, Sprungnoten mit Schwierigkeitsfaktor von zwei Sprung-Kampfrichtern und die Zeit aus der elektronischen Messung.
Der entscheidende Unterschied zum Einzel-Format ist der vergleichende Charakter. Im Duell gewinnt, wer den höheren Gesamtscore erreicht – die Wertung wird also weiterhin nach Standard-Methodik berechnet, das Ergebnis ist aber binär: Sieg oder Aus.
Einige FIS-Formate haben mit präferenzbasierter Bewertung im Dual Moguls experimentiert: Jeder Kampfrichter entscheidet, wer der beiden besser gefahren ist, und wer die Mehrheit der Stimmen bekommt, gewinnt. Im olympischen und Weltcup-Bereich dominiert jedoch die volle Wertung – sie liefert Athleten und Trainern mehr Transparenz und detaillierteres Feedback.
Ein taktisches Schlüsselmoment: Die Athleten sehen ihre Gegnerin oder ihren Gegner während des Laufs. Daraus entstehen strategische Dynamiken, die das Einzel-Format nicht kennt. Wer mitbekommt, dass das Gegenüber stürzt, kann die Schwierigkeit zurückfahren und sich auf sauberes Fahren konzentrieren, um den Sieg sicher zu holen. Umgekehrt kann jemand, der im Speed hinten liegt, bei den Sprüngen mehr Risiko gehen, um den Rückstand auszugleichen.
Worin unterscheidet sich Dual Moguls vom Einzel?
Dual Moguls und Einzel-Moguls teilen das Bewertungssystem – die Wettkampfformate dagegen unterscheiden sich an mehreren Punkten, die Taktik, Spannung und Ausgang prägen.
Im Einzel-Moguls treten die Athleten individuell gegen das ganze Feld an. Zwei oder drei Läufe entscheiden über Qualifikation und Finale, gewertet wird der jeweils beste Einzellauf. Konstanz über einen vollen Lauf zählt – für den Sieg reicht aber ein einziger herausragender Auftritt. Im Dual Moguls sind dagegen starke Leistungen über mehrere K.-o.-Runden Pflicht: in der Regel vier oder fünf Duelle für Gold. Anhaltende Klasse unter wachsendem Druck wird zur eigentlichen Herausforderung.
Auch der Kursaufbau ist anders. Einzel-Moguls läuft auf einer Piste, Dual Moguls braucht zwei parallele Strecken mit identischen Vorgaben für Fairness. Beide Pisten müssen dasselbe Gefälle, denselben Buckelabstand und identische Sprungplatzierung haben. Die FIS erlaubt zwischen den Runden einen Bahnwechsel, um kleine Unterschiede auszugleichen.
Die psychologische Dynamik ist grundlegend anders. Einzel-Moguls belohnt die Athletin mit der besten individuellen Spitzenleistung. Dual Moguls belohnt diejenige, die ein direktes Gegenüber konstant schlagen und gleichzeitig den mentalen Druck im K.-o.-Modus aushalten kann. Viele Athleten blühen in einem Format auf und tun sich im anderen schwer – deshalb produziert Dual Moguls oft überraschende Ergebnisse im Vergleich zur Einzelrangliste.
| Aspect | Singles | Dual |
|---|---|---|
| Format | Einzelläufe gegen das ganze Feld | Paralleles K.-o.-Bracket |
| Anzahl Läufe | 2–3 Läufe, bester Score zählt | 1 Qualifikationslauf + 4–5 K.-o.-Duelle |
| Piste | Eine Buckelpiste | Zwei parallele Pisten nebeneinander |
| Wertung | 60/20/20 (Skitechnik/Sprünge/Speed), absoluter Score | 60/20/20 (Skitechnik/Sprünge/Speed), vergleichendes Ergebnis |
| Aufstieg | Top-Scores ziehen ins Finale ein | Wer das Duell gewinnt, kommt weiter |
| Druck | Spitzenleistung in 1–2 Schlüsselläufen | Konstanz über 4–5 Runden |
| Olympia-Status | Medaillenwettbewerb seit Albertville 1992 | Medaillenwettbewerb ab Mailand-Cortina 2026 |
Bereit, Wettkämpfe zu werten?
JudgeMate ist eine kostenlose Plattform für Sportwettkämpfe und berechnet die Punktzahl automatisch. Funktionen von JudgeMate für Veranstalter ansehen
FAQ
Primärquellen
Verwandte Leitfäden
JudgeMate kostenlos testen
Digitale Wertungsplattform für jede Sportart auf JudgeMate.